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Risiko des Langzeit-Opioidkonsums bei Patient:innen mit rheumatischen Erkrankungen

Aktuelle News über Rheuma

Eine von der Universität Manchester durchgeführte Studie deutet auf ein erhebliches Risiko des chronischen Opioidkonsums bei Patient:innen mit rheumatoider Arthritis und Fibromyalgie hin. Etwa ein Drittel der Patient:innen ist potenziell von dieser Gefahr betroffen.

Studienergebnisse verdeutlichen Risiken des Opioidkonsums bei Rheumapatient:innen

Die in den Annals of the Rheumatic Diseases veröffentlichte Studie zeigt, dass bei Patient:innen mit rheumatischen Erkrankungen und Erkrankungen des Bewegungsapparates, die Opioide zur Schmerzbehandlung einnehmen, die Wahrscheinlichkeit eines chronischen Konsums sehr hoch ist. Diese kontinuierliche Einnahme kann zu einer Substanzabhängigkeit und zu Schäden aufgrund von Nebenwirkungen führen, so die Autor:innen der Studie.

Diese bedeutende Studie wurde vom National Institute for Health and Care Research (NIHR) und FOREUM finanziert und basiert auf mehr als 841.000 anonymisierten medizinischen Aufzeichnungen im Clinical Practice Research Datalink (CPRD), einer Forschungsdatenbank für die Primärversorgung, die die Bevölkerung des Landes widerspiegelt.

Weiterentwicklung der Definition von ‘langfristigem’ Opioidkonsum und neue Erkenntnisse

Die aktuelle Forschung stuft den Langzeit-Opioidkonsum im Allgemeinen als einen Konsum von mehr als 90 Tagen ein. Allerdings variiert die Definition in der wissenschaftlichen Literatur, und es gibt keine zeitgenössischen Annäherungen an das Ausmaß des Langzeit-Opioidkonsums, so die Autor:innen.

Für die Analyse des Anteils der Patient:innen, die vom Erstkonsum zum Langzeitkonsum übergingen, verwendeten sie anonymisierte Krankenakten von 841.047 erwachsenen Personen. Jede Person hatte zwischen Januar 2006 und Oktober 2021 vor oder nach ihrer Diagnose ein neues Rezept für Opioide erhalten und wurde mindestens ein Jahr lang beobachtet.

Verständnis von Trends und Definitionen des Langzeitkonsums

Bei der Untersuchung wurde der Langzeitkonsum auf drei Arten definiert: Standard (drei oder mehr Verschreibungen innerhalb von 90 Tagen oder 90+ Tage Vorrat im ersten Jahr); Streng (zehn oder mehr Verschreibungen über 90 Tage oder 120+ Tage Vorrat im ersten Jahr) und Breit (mehr als drei Monatsverschreibungen im ersten Jahr).

Von allen Patient:innen wurden 1.081.216 neue Episoden von Opioidkonsum registriert. Etwa 17%, 11% und 22% gingen zu einem Langzeitkonsum gemäß der Standard-, strengen bzw. breiten Klassifizierung über.

Patienten mit Fibromyalgie, gefolgt von Patient:innen mit rheumatoider Arthritis und Patient:innen mit axialer Spondyloarthritis, hatten den höchsten Anteil an Langzeitkonsumenten in diesen Klassifikationen.

Betreffende Trends bei Patient:innengruppen

Bei dieser Untersuchung wurde zwischen 2006 und 2019 ein bemerkenswerter Anstieg des Anteils der Patient:innen mit systemischen Lupus erythematodes und Fibromyalgie festgestellt, die zu Langzeitanwendern wurden. Bei den Patient:innen mit rheumatoider Arthritis wurde jedoch ein rückläufiger Trend festgestellt, aber der Gesamtanteil blieb erheblich.

Der Anteil der Patient:innen mit Fibromyalgie und rheumatoider Arthritis, die innerhalb von 12 Monaten nach Beginn der Einnahme eines Opioids zu Langzeit-Opioid-Konsument:innen wurden, lag nach strengen Kriterien bei einem von fünf Patient:innen mit Fibromyalgie und einem von sechs Patient:innen mit rheumatoider Arthritis. Diese Zahl könnte bei weiter gefassten Kriterien auf einen von drei steigen, so die Forschenden.

Einblicke von Forschungsautor:innen und Interessenvertreter:innen

Dr. Joyce Huang von der University of Manchester stellte klar, dass ihre Studie darauf abzielt, den häufig hohen Langzeit-Opioidkonsum zu optimieren, anstatt die Patient:innen zu beschämen.

Dr. Meghna Jani, die leitende Forscherin der Studie, betonte, wie wichtig Wachsamkeit bei der Verschreibung von Opioiden angesichts der schlechten gesundheitlichen Folgen des Langzeitkonsums sei. Sie empfahlen eine Überprüfung der Medikation, die Aufhebung der Verschreibung und die Berücksichtigung nicht-pharmakologischer Behandlungen als notwendige proaktive Schritte.

Deborah Alsina MBE, Geschäftsführerin von Versus Arthritis, betonte, dass Entscheidungen über die Einnahme von Medikamenten immer zwischen Patient:innen und ihren Ärzt:innen besprochen werden sollten.

Schlussfolgerung

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Wahrscheinlichkeit eines chronischen Opioidkonsums bei Patient:innen mit rheumatoider Arthritis und Fibromyalgie signifikant hoch ist. Dies unterstreicht die dringende Notwendigkeit, bei den Verschreibungsnormen wachsam zu sein und alternative Strategien zur Schmerzbehandlung zu erforschen. Die Studie unterstreicht außerdem, wie wichtig es ist, dass Patient:innen und ihre Ärzt:innen gemeinsame Entscheidungen treffen und dabei die potenziellen Risiken im Auge behalten, bevor sie eine langfristige Opioidbehandlung einleiten.

Kategorie

Veröffentlichung

04.09.2023

Autor

Mondosano Redaktion

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