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    Aber welche Werte werden bestimmt und wie werden sie interpretiert?

    Um die Laborwerte zu verstehen, muss man sich zunächst klarmachen, welche Formen von Eisen es gibt und wie der Weg des Eisens funktioniert:

    Eisen wird mit der Nahrung aufgenommen – nur etwa 10 – 30 % gelangen über den Darm in den Körper, der Rest wird über den Stuhl ausgeschieden. Im Blut wird das Eisen an Transporter, die Transferrin genannt werden, gebunden. So erfolgt der Transport zu Orten im Körper, wo Eisen benötigt wird (z.B. Knochenmark, Muskeln, Gehirn). Was nicht direkt verwendet wird, wird in Form von Ferritin (= Eisenspeicher in Leber und Milz) gespeichert. Wird Eisen benötigt, kann es aus den Speichern freigesetzt werden.

    Somit kennen Sie schon die ersten beiden Werte, die für die Diagnose eines Eisenmangels bestimmt werden:

    Transferinsättigung (TSAT = Transferin saturation): Gibt an, wie viel Prozent der Eisentransporter mit Eisen beladen sind. Bei Eisenmangel sind viele Transporter nicht besetzt – die TSAT ist erniedrigt. Die Anzahl der Transferrin-Transporter ist bei Eisenmangel kaum verändert, weshalb in der Regel die der Transferrin-Menge nicht bestimmt wird. Die Transferrinsättigung dagegen ist ein zu bestimmender Wert mit hoher Aussagekraft – fragen Sie beim nächsten Mal Ihren Arzt, ob dieser bei Ihnen miterfasst wird.

    Normalwert: 16 – 45 %

    Serum-Ferritin: Füllungszustand der Eisenspeicher: Sinkt, wenn die Eisenspeicher beginnen, sich zu leeren. Aber Vorsicht: Entzündungen führen unabhängig vom Füllungsgrad der Eisenspeicher zu einer Erhöhung des Ferritin-Werts – in diesem Fall kann ein Eisenmangel hinter normalen oder sogar erhöhten Ferritin-Werten verborgen bleiben.

    Normalwert: ♀:15 – 150 µg/l; ♂:30 – 400 µg/l

    Deshalb wird zusätzlich gemessen, ob eine Entzündung im Körper vorliegt. Dazu wird das CRP bestimmt:

    C-reaktives Protein (CRP): Entzündungsmarker: Da sich bei Entzündungen der Ferritin-Wert ändert und der Körper Eisen schlechter über den Darm aufnehmen kann, sollte bei Verdacht auf einen Eisenmangel immer auch überprüft werden, ob eine Entzündung im Körper vorliegt. Das zeigt sich durch eine Erhöhung des CRP-Werts.

    Normalwert: < 5 mg/l bzw. < 0,5 mg/dl**

    Schließlich ist es noch wichtig zu wissen, ob der Eisenmangel schon zu einer Blutarmut (Anämie) geführt hat. Diese Information kann der Hämoglobinwert geben:

    Hämoglobin-Wert (Hb-Wert): Menge des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin) im Blut. Sind die Eisenspeicher vollständig geleert, können nicht mehr genügend rote Blutkörperchen gebildet werden – eine Blutarmut entsteht und der Hb-Wert ist erniedrigt.

    Normalwert: ♀:12,3 – 15,3 g/dl ; ♂:14,0 – 17,5 g/dl

    Wichtig: ein Eisenmangel kann bereits vorliegen und Symptome verursachen, wenn der Hb-Wert noch im Normbereich liegt!

    Hier als Zusammenfassung in der Übersicht:

    Microsite Tabelle

    Durch Bestimmung dieser 4 Werte kann ein Eisenmangel diagnostiziert – und so der Grundstein für eine Therapie gelegt werden.

    Deshalb: Bei Symptomen, die auf einen Eisenmangel hindeuten könnten – sprechen Sie mit Ihrem Arzt!

    * Die Beurteilung von Laborwerten erfolgt durch den Arzt. Die Darstellung dient nur dem eigenen Verständnis und ersetzt keine ärztliche Beratung oder Diagnose. Bei Verdacht auf einen Eisenmangel muss ein Arzt aufgesucht werden.

    ** je nach Labor wird der CRP-Wert in mg/l oder mg/dl angegeben.

    µg/l: Mikrogramm (= 1 millionstel Gramm pro Liter)

    mg/l: Milligramm (= 1 tausendstel Gramm pro Liter)

    g/dl: Gramm pro Deziliter

    Weitere Informationen und die Möglichkeit für einen Schnelltest finden Sie auf www-eisen-netzwerk.de.

    Microsite Eisennetzwerk