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    PSOUL: Wie gut lässt sich Psoriasis behandeln?

    PROF. DR. DIAMANT THAÇI: Mit einer individuell-optimierten Therapie lassen sich die Symptome deutlich lindern, sodass ein weitgehend beschwerdefreies Leben möglich ist.

    Richtig medizinisch versorgt werden die meisten Patienten mit mittlerer bis schwerer Psoriasis aber nicht?

    Richtig, wir gehen in Deutschland davon aus, dass mindestens jeder zweite aus dieser Patientengruppe noch immer klar unterversorgt ist.

    Warum ist das so?

    Ein Argument dürfte Unsicherheit sein. Patienten wissen oft nicht genau, wie schwer ihre Schuppenflechte ist und was sie dagegen machen können. Und auch Ärzte geben immer wieder an, dass sie über innovative Therapien nicht ausreichend gut informiert sind.

    Schon vor 2500 Jahren hat der griechische Arzt Hippokrates die Schuppenflechte beschrieben. Wie wird die Krankheit mittlerweile verstanden?

    Psoriasis wurde lange als reine Hautkrankheit gesehen. Dabei ist das Immunsystem gestört, also unser innerer Abwehrmechanismus. Nicht nur Haut, sondern auch innere Organe können bei Psoriasis betroffen sein. Dass bei Psoriasis das fehlgeleitete Immunsystem gegen die Zellen der Oberhaut arbeitet, haben Forscher aber bereits in den 1990er-Jahren erkannt.

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    Wie haben sich die Therapien denn im Lauf der Zeit entwickelt?

    Früher wurden Salben oder Lotionen mit herkömmlichen Wirkstoffen wie Teer und Cignolin eingesetzt. Die natürliche Sonneneinstrahlung wurde mit künstlich erzeugter UV-Bestrahlung ersetzt. Dann kamen Präparate mit dem Hormon Kortison oder Vitamin D3 sowie verschiedene chemische Stoffe als Tablette oder Spritze (wie zum Beispiel Methotrexat) auf den Markt. Moderne Therapien, mit denen wir heute gezielt in die Entzündungsprozesse im Inneren des Körpers eingreifen, sind seit etwa 15 Jahren verfügbar.

    Was kann ein modernes Medikament erreichen?

    Die Symptome der Krankheit müssen ganz deutlich zurückgehen. Über 90 Prozent sind möglich. Das ist ein fantastischer Wert.

    Muss eine Therapie möglichst früh anfangen?

    Psoriasis kann zu einer Reihe von Begleiterkrankungen führen. Das kann Herz, Gefäße, Leber und Bauchspeicheldrüse aber auch andere Organe betreffen. Je früher eine adäquate Behandlung startet, desto eher lassen sich mögliche Folgen eindämmen. Oft dürfen wir keine Zeit verlieren.

    Wie entscheiden Sie, welcher Patient für eine bestimmte Therapie infrage kommt?

    Wir betrachten den Patienten umfassend und individuell. Wir schauen uns den ganzen Patienten an und messen zuerst den Schweregrad der Schuppenflechte. Dann werten wir aus, wie stark die Lebensqualität beeinträchtigt ist. Dazu nutzen wir häufig einen Fragebogen, den die Patienten so ehrlich wie möglich ausfüllen sollten. Dieser Fragebogen wird DLQI genannt. Das sind die offiziellen Grundlagen für eine an den Leitlinien ausgerichtete Therapie. Für uns sind zudem Alter, Vortherapien, Familiengeschichte oder auch Begleiterkrankungen wichtig. Den Patienten bestmöglich kennenlernen, all das führt zu einer wirklich effektiven Behandlung.

    Wie wichtig sind Therapieziele für den Erfolg?

    Oft sind Patienten oder die Eltern nicht besonders aufgeklärt oder entscheidungsfreudig. Behandlungsziele wie langanhaltende erscheinungsfreie Haut müssen dann in intensiven Gesprächen herausgearbeitet werden. Denn ohne Ziele lässt sich ein Erfolg auch nicht messen. Bei immer mehr jüngeren Patienten stelle ich fest, dass sie eine Menge über ihre Krankheit wissen und auch recht genau sagen können, was sie wie schnell erreichen wollen. Das freut mich.

    Ein Blick auf morgen – wie erfolgreich kann Psoriasis-Therapie sein?

    Nichts mehr auf der Haut sehen, das muss unser Ziel sein. Noch können wir die Psoriasis nicht heilen, aber wir können dafür sorgen, dass die Symptome dauerhaft nachlassen.

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    Dieser Beitrag ist aus dem kostenlosen Magazin PSOUL. Das Magazin über, mit und ohne Schuppenflechte.

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