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    Wissenschaft heißt auch, immer neue Wege zu gehen und evtl. etwas zuerst verrückt Klingendes auszuprobieren. Noch vor 15 Jahren hätten die meisten Menschen gelacht, wenn man ihnen erzählt hätte, dass zukünftig die Knochenersatzstücke passgenau aus einem Drucker kommen. Mittlerweile ist die Verwendung von 3D-Druckern in manchen Bereichen der Medizin gängig, wenn auch nicht überall Alltag.

    Zu den Anfängen des 3D-Druckers und seinem Weg in die Medizin

    Bereits in den frühen Jahren der 1980er entwickelte der Amerikaner Charles Hull die Idee eines 3D-Druckers. 1984 präsentierte er den ersten funktionsfähigen 3D-Drucker und meldete die Erfindung zum Patent an.

    Vor allem im Bereich der Prototypherstellung wird seitdem der 3D-Drucker eingesetzt – in der Kunst wie in der Industrie und auch immer häufiger in der Forschung und der Wissenschaft. So können extra feine und ganz bestimmte Messbehälter für den Bereich der Chemie und Physik „gedruckt“ werden, Prototypen für den industriellen Bereich und Elemente der Medizintechnik.

    Der Bioprinter soll zukünftig die Knappheit an Organen kompensieren und z.B. passgenaue und individuelle Gefäßprothesen drucken. Im Besonderen die Möglichkeit, dass es baldig neue Herzen oder Nieren aus dem Drucker geben könnte, die voll funktionsfähig sind und zu jeder Zeit erneut „produziert“ werden könnten, lässt viele hoffen und aufatmen. Dieser Schritt des Forschungsfortschrittes wäre enorm und sicherlich einer der Wichtigsten in der Medizin. Er würde bedeuten, dass sich viele Forschungsansätze nun vereinen lassen und dem „Ersatzteillager Mensch“ nichts mehr im Wege steht.

    Training für Ärzte vor Operationen

    Stellen Sie sich vor, Sie müssen eine äußerst filigrane und heikle Arbeit durchführen. Die Arbeit hat keinen zweiten Versuch. Sie muss beim ersten Mal perfekt sitzen und passen. Hätten Sie da nicht auch das Bedürfnis vorweg ein wenig zu üben?

    Der 3D-Drucker ermöglicht genau diese Übungsstunden für Ärzte. Jeder menschliche Körper sieht im Inneren ein wenig anders aus. Das eine Gefäß ist an der Krümmung 2mm dünner als bei einem anderen Menschen und die Leber hat an der Stelle einfach eine andere Form.

    Die meisten komplizierten Operationen werden seit je her gründlich besprochen. Die Ärzte überlegen sich welcher Weg der richtige wäre und welche Herangehensweise die schonendste für den Patienten ist. Für diese Vorbereitung werden seit Jahren die Aufnahmen von Röntgenuntersuchung oder CT/MRT-Untersuchungen genutzt. Mit Hilfe des 3D-Druckers können sich die Ärzte nun ein 3-dimensionales Objekt erschaffen. Das 3-D-Modell ermöglicht eine optimale und realitätsnahe Operationsvorbereitung.

    Was denkt die Ärzteschaft aktuell über 3D-Drucker?

    Ein Viertel aller Mediziner in Deutschland geht davon aus, dass im Jahre 2030 Organe für den Menschen gedruckt werden. Genauso viele Ärzte glauben aber auch, dass der 3D-Drucker nicht in der Lage sein wird als Ersatzorganproduzent zu fungieren (Befragung im Jahr 2017).

    7% der Ärzte sind der Auffassung, dass es alltäglich sein wird den 3D-Drucker für die „Organproduktion“ zu nutzen.

    Die Meinungen bezüglich des 3D-Druckers sind sehr unterschiedlich. In wie weit der Einfluss des Alters der befragten Ärzte, die Art der Klinik in der die Kollegen tätig sind (Uniklinik oder Kreiskrankenhaus) und die Fachdisziplin der sie angehören eine Rolle bei der Meinungsbildung spielen, ist nicht ganz sicher.

    Eines bleibt jedoch unverändert spannend: die mögliche Zukunft des 3D-Druckers als Organersatzhersteller!

    Forschung ist überlebensnotwendig und viele erste Steine in der Entwicklung von neuen und innovativen Behandlungsmethoden sind bereits vor Jahren gelegt worden. Erst mit der Zeit lassen sich jedoch manche dieser Puzzlestücke zu einem Ganzen zusammenfügen. Bis dahin werden wir jeden Tag aufs Neue staunen können, welche Ideen es in den Alltag des Menschen und in den Dienst der Gesundheit geschafft haben.

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