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Alzheimer Verlauf – die 7 Schritte des Vergessens

Ratgeber aus der Kategorie Demenz

Der Verlauf einer Alzheimer-Erkrankung ist sehr individuell. Bei jeder betroffenen Person sieht das Bild der Symptome etwas anders aus: die einen verharren länger in einer Symptomstufe, andere zeigen einen schnell fortschreitenden Alzheimerverlauf und springen rasch von einer in die nächste Stufe.

Alzheimer verursacht Probleme:

  • des Denkens
  • des Gedächtnisses
  • des Verhaltens

Im Laufe der Erkrankungszeit nehmen dabei die Symptome und die Intensität der Symptome weiter zu.

In Deutschland sind rund 1,8 Millionen Menschen an Alzheimer erkrankt.

Noch immer kann Alzheimer nicht geheilt werden. Die aktuelle Therapie basiert auf einer Verlangsamung des Alzheimer-Verlaufs und somit auf eine Symptombekämpfung.

Symptome bei Alzheimer

Werden Menschen auf der Straße gefragt wie sich Alzheimer äußert, dann werden die meisten Befragten wohl antworten „durch Vergesslichkeit.“. Tatsächlich sind die Symptome aber bei weitem zahlreicher.

Der Gedächtnisverlust beeinflusst in der Tat die Betroffenen erheblich und das in allen Alltagssituationen – besonders Dinge, die nicht im Langzeitgedächtnis abgespeichert sind, werden rasch vergessen. Auch gewohnte Wege, wie etwa der Weg zum nächsten Supermarkt, können eine große Herausforderung darstellen.

Sind Alzheimer-Patient*innen mit neuen Problemen oder Situationen konfrontiert, fällt das Lösen dieser Probleme im Laufe der Erkrankung immer schwerer. Betroffene können z.B. neue Rezepte aus einem Kochbuch nicht mehr nachkochen. Sie können den Anweisungen aus Angaben wie Backzeit, Temperatur, Zutatenmengen etc. nicht mehr folgen und verlieren sich in dieser schier unüberwindbaren Aufgabe.

Desorientiert zu sein in Bezug auf Ort und Zeit ist ebenfalls ein typisches Symptom für Alzheimer-Patient*innen. Betroffene denken bspw., dass sie in einem ganz anderen Jahrzehnt leben. Sind Betroffene in einer Pflegeeinrichtung untergebracht, nehmen sie das oft gar nicht wahr – sie denken, sie seien z.B. in dem Sommerhaus in dem sie all die Jahre waren.

Zunehmend fällt es Alzheimer-Patient*innen schwerer zu sprechen und zu schreiben auch visuelle Eindrücke und räumliche Zusammenhänge können nicht mehr in den richtigen Kontext gesetzt werden. So steigt die Sturzgefahr von Betroffenen von Tag zu Tag.

Gegenstände des Alltags werden immer häufiger an ungewöhnliche und nicht passende Orte abgelegt: der Haustürschlüssel landet im Gefrierfach und die Fernbedienung im Bad.

Durch ein vermindertes Urteilsvermögen und eine veränderte Stimmung/Charakter ziehen sich Betroffene immer weiter zurück und isolieren sich von der Gesellschaft und der eigenen Familie.

Die 7 Schritte des Vergessens

Der Verlauf einer Alzheimer-Erkrankung kann sich, wie bereits erwähnt, sehr unterschiedlich bei den einzelnen Betroffenen äußern.

Mediziner*innen haben trotz alledem ein Stufenschema entwickelt, anhand dessen gut erkannt werden kann, welche Abstufungen der Alzheimer-Erkrankung existieren.

Folgende Stufen können im Verlauf einer Alzheimer-Erkrankung beobachtet werden:

Stufe 1: Es sind strukturelle Veränderungen des Hirngewebes erkennbar.

Betroffene haben keine Funktionseinschränkungen oder Beeinträchtigungen. Auch wenn sich bereits Alzheimer entwickelt hat, sind keine Symptome zu erkennen.

Stufe 2: Beginnende (sehr leichte) Wahrnehmungsstörung.

Es kommt zu Wortfindungsstörungen und Gegenstände werden ab und an verlegt. Zu diesem Zeitpunkt können die „Defizite“ noch gut kompensiert und (wissentlich) überspielt werden.

Stufe 3: Leicht gemindertes Wahrnehmungsvermögen.

Es kommt zu beginnenden Defiziten des Gedächtnisses und der Konzentration. Immer häufiger fallen die kleinen „Vergesslichkeiten“ auch dem unmittelbaren sozialen Umfeld auf: Namen von Kolleg:innen werden vergessen, Gespräche laufen ins Nichts weil Betroffene den roten Faden verlieren etc.

Stufe 4: Frühes Stadium der Alzheimer-Erkrankung.

Stimmungsschwankungen sind bei den Betroffenen auszumachen und es kommt bspw. zu Problemen bei dem rückwärtszählen von 100 in 7er Schritten. Ebenso führen komplexere Aufgaben wie das Planen einer Familienfeier zu größeren Schwierigkeiten und die Aufgabe kann fast nicht mehr bewältigt werden.

Stufe 5: Mittlere Alzheimererkrankung.

Die Betroffenen benötigen nun zunehmend mehr Unterstützung bei den Dingen des täglichen Lebens. Die Gedächtnis- und Denklücken haben ein Ausmaß angenommen, das nicht mehr so einfach kompensiert werden kann. Inzwischen ist auch das Rückwärtszählen in 20er Schritten nicht mehr möglich.

Stufe 6: Fortgeschrittenes Alzheimer.

In dieser Stufe benötigen die Betroffenen umfangreiche Unterstützung im täglichen Leben. Es werden ab diesem Zeitpunkt die Namen der nahen Angehörigen vergessen und das Zeitgefühl ist gestört – die Nacht wird zum Tag und der Tag wird zur Nacht. Der Toilettengang, das Ankleiden und die adäquate Nahrungszufuhr ist nicht mehr gewährleistet und muss überwacht und teilweise übernommen werden.

Stufe 7: Spätstadium des Alzheimers.

Im Spätstadium der Erkrankung können sich Betroffene nicht mehr mit ihrer Umwelt verständigen. Zwar sind gewisse Wortgruppen immer noch im Gedächtnis vorhanden, aber eine ganze Unterhaltung zu führen oder die eigenen Bedürfnisse zu verbalisieren ist nicht mehr möglich. Ebenfalls ist es für Betroffene in diesem Stadium auch nur noch schwer möglich die eigenen Bewegungen gezielt zu steuern und zu kontrollieren – ab diesem Stadium kann von einer vollen Pflegebedürftigkeit gesprochen werden.

Es kann sehr herausfordernd sein, einer Person eine bestimmte Stufe im Alzheimerverlauf zuzuordnen. Oftmals sind die Stufen überlappend und eine rasche Verschlechterung kann möglich sein – so werden gewisse Stufen eventuell übersprungen.

Der Verlauf einer Alzheimer-Erkrankung ist sehr individuell.

Das Vergessen kann aktuell noch nicht gänzlich gestoppt werden. Der Verlauf einer Alzheimer-Erkrankung kann im besten Fall jedoch verlangsamt werden. Immer wieder werden neue Ansätze bei der Alzheimertherapie und -bekämpfung erforscht und es wird auf den entscheidenden Durchbruch gewartet.

Quellenangaben

Kategorie

Demenz

Veröffentlichung

22.05.2023

Autor

Mondosano Redaktion

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