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    Was sind Biologika?

    Biologika stellen eine relativ neue Medikamentengruppe dar, die im Abstand von mehreren Wochen unter die Haut gespritzt oder als Infusion verabreicht werden. Sie sind biotechnologisch hergestellte Eiweißsubstanzen, die sich gegen bestimmte entzündungsfördernde Botenstoffe des Immunsystems richten. Bei Asthma sind das vor allem verschiedene Interleukine (IL). Diese gehören zu den Zytokinen, das sind Proteine, die Wachstum und Differenzierung von Zellen regulieren. 

    Welche Biologika gibt es gegen Asthma?

    Derzeit sind 4 verschiedene Biologika für die Behandlung von Asthma bronchiale zugelassen:

    Mepolizumab

    • Hemmt das Interleukin-5 (IL-5), welches für die Differenzierung, Reifung, Rekrutierung, Aktivierung und das Überleben von eosinophilen Granulozyten wichtig ist.
    • Eosinophile Granulozyten sind bestimmte Zellen des Immunsystems. Sie schützen uns zwar vor Parasiten, schädigen jedoch gleichzeitig bei Asthmatikern das Lungengewebe.
    • Studienergebnisse: Bei Betroffenen mit einer erhöhten Anzahl an Eosinophilen im Blut wurden nach 52 Wochen im Vergleich zur Placebogruppe 53% weniger Exazerbationen (akute Verschlechterungen) verzeichnet, bei einer verbesserten Lungenfunktion. Das forcierte exspiratorische Volumen (FEV1) hatte sich in der Mepolizumab-Gruppe um 183ml verbessert, in der Placebogruppe lediglich um 86ml. In einer anderen Studie reduzierte sich die Anzahl der Exazerbationen um 32% bei gleichzeitiger Dosisreduktion des oralen Kortisons um durchschnittlich 50% (Placebogruppe: 0%).

    Reslizumab

    • Hemmt ebenfalls IL-5

    Benralizumab

    • Ist relativ neu auf dem Markt und hemmt eine Untereinheit des IL-5: IL-5Rα. Damit hat es eine ähnliche Wirkung wie Mepolizumab.

    Omalizumab

    • Hemmt das Immunglobulin E (IgE) und unterdrückt damit allergische Reaktionen.

    Aussicht auf ein neues Biologikum?

    Der Antikörper Dupilumab ist bisher nur für die Behandlung von Neurodermitis zugelassen. 2 im Mai 208 veröffentlichte Studien mit insgesamt über 2.000 Teilnehmern weisen jedoch im Vergleich zu einem Placebo die Wirksamkeit von Dupilumab gegen Asthma nach. Die Ergebnisse: Ein signifikant gesenkter Kortisonbedarf, weniger Exazerbationen und verbesserte FEV1-Werte.

    Dupilumab hemmt die Interleukine 4 und 13 und reduziert damit auch das Stickstoffmonoxid in den Atemwegen (FeNO = fraktioniertes exhaliertes Stickstoffmonoxid). Stickstoff wird zum Teil von Entzündungszellen gebildet. Ein erhöhtes FeNo in der Ausatemluft gibt also Auskunft über die Entzündungsaktivität.

    Nach den positiven Studienergebnissen ist zu erwarten, dass eine Zulassung von Dupilumab für die Behandlung von Asthma bronchiale angestrebt wird. So stünde Betroffenen eine weitere Chance auf einen größeren Therapieerfolg und eine höhere Lebensqualität zur Verfügung. Die Wirkungsweise der verschiedenen Biologika sind bei jedem Menschen jedoch unterschiedlich. Es ist also noch viel Forschungsarbeit notwendig, damit jedem Betroffenen mit dem optimal wirkenden Biologikum geholfen werden kann.

    Quellenangaben

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