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    Bluthochdruck wird oft erst dann bemerkt, wenn er schon Schaden angerichtet hat. Aus diesem Grund wissen viele Betroffene nichts von ihrem erhöhten Blutdruck und werden unzureichend oder gar nicht behandelt. Die teils lebensbedrohlichen Spätfolgen könnten aber zum großen Teil verhindert werden, wenn dem Bluthochdruck rechtzeitig entgegengewirkt wird. Mit den Antworten auf die folgenden 7 Fragen kennen Sie die wichtigsten Fakten über die stille Gefahr.

    I. Ab welchem Wert spricht man von Bluthochdruck?

    Gemäß der Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation teilen die Leitlinien der ESH (European Society of Hypertension) und der ESC (European Society of Cardiology) die Blutdruckwerte in folgende Gruppen ein:

    • Normaler Blutdruck: 120-129/ 80-84 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule)
    • Hochnormaler Blutdruck: 130-139/ 85-89 mmHg
    • Schwellenblutdruck: 140/90 mmHg

    Liegen die Werte dauerhaft über dem Schwellenblutdruck, liegt ein Bluthochdruck (Hypertonie) vor. Ab 160/ 100 mmHg spricht man von einem schweren Bluthochdruck.

    II. Warum ist ein hoher Blutdruck gefährlich?

    Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck kann die Gefäße und Organe schädigen. Oft wird erst dann der Bluthochdruck überhaupt erkannt, wenn z. B. die Arterien bereits verkalkt sind (Arteriosklerose). Neben den Arterien kann Hypertonie vor allem das Herz und die Herzkranzgefäße, das Gehirn, die Nieren und die Augen schädigen. Das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen (z. B. Herzinfarkt, Schlaganfall), Nierenversagen und Durchblutungsstörungen der Extremitäten steigt.

    Mehr zu den Folgeschäden erfahren Sie in unserem Artikel Die stille Bedrohung – Bluthochdruck und seine Folgen.

    III. Was ist die Ursache für Bluthochdruck?

    In 90% der Fälle liegt eine primäre Hypertonie vor. Das ist eine multifaktoriell bedingte Störung der Blutdruckregulation, ohne erkennbare organische Ursache.

    Ausgelöst wird der primäre Bluthochdruck wahrscheinlich durch ein Zusammenspiel von erblicher Veranlagung und ungesundem Lebensstil, geprägt von Bewegungsarmut, Übergewicht und Stress.

    Bei nur etwa 10% ist eine bestimmte Erkrankung die Ursache für den Bluthochdruck (sekundäre Hypertonie), z. B. die Verengung von Nierenarterien oder eine Schilddrüsenfehlfunktion.

    IV. Kann man Bluthochdruck vorbeugen?

    Da der persönliche Lebensstil ein wichtiger auslösender Faktor des Bluthochdrucks ist, kann man diesem zumindest zum Teil gut vorbeugen. Eine gesunde Lebensweise, die dem Blutdruck guttut, zeichnet sich vor allem durch folgende Punkte aus:

    • Normalgewicht
    • Nur mäßiger Alkoholkonsum: Männer max. 20-30g Alkohol, Frauen 10-20g tgl.
    • Gesunde Ernährung: Viel Obst und Gemüse, wenig tierisches Fett und Salz. Statt Salz eignen sich frische Kräuter zum Würzen, um eine Menge von maximal 5 bis 6g Salz pro Tag nicht zu überschreiten.
    • Nikotinverzicht
    • Regelmäßige körperliche Aktivität: Mäßige Ausdauerbelastung wie Joggen, Nordic-Walking oder Schwimmen. Empfohlen sind 3 bis 4 Einheiten von 30 bis 45 Minuten pro Woche. Fangen Sie locker an, und steigern das Pensum dann gemäß Ihrer körperlichen Verfassung.
    • Regelmäßiger Tagesablauf mit Entspannungspausen; gegebenenfalls Anti-Stress-Training und Entspannungsübungen.

    V. Was kann ich gegen meinen Bluthochdruck tun?

    Das Ziel der Bluthochdrucktherapie liegt darin, den Druck dauerhaft auf einen normalen Wert zu senken.

    Bei einem leichten bis mittelschweren Bluthochdruck sollte dafür zunächst ein möglichst gesunder Lebensstil angestrebt werden (siehe Frage 4). In 25% der Fälle lässt sich schon so der Blutdruck normalisieren. Um einen Blutdruckanstieg rechtzeitig zu bemerken ist es ratsam, den Druck regelmäßig zu messen und in einem Blutdrucktagebuch zu dokumentieren.

    Blutchodruck Antworten

    Senkt sich der Druck durch die gesündere Lebensweise nach etwa 3 Monaten nicht, oder liegt eine schwere Hypertonie vor, ist eine medikamentöse Therapie angezeigt. Da der Blutdruck von unterschiedlichen Faktoren reguliert wird (z. B. Spannung der Blutgefäßwände, Salz-Wasser-Haushalt), gibt es verschiedene blutdrucksenkende Wirkstoffe. Bis der richtige Wirkstoff bzw. die richtige Kombination oder Dosis gefunden ist, kann einige Zeit vergehen. Nach jeder Umstellung der Medikation muss zunächst die individuelle Reaktion des Körpers abgewartet werden. Achten Sie unbedingt darauf, Ihre Medikamente regelmäßig einzunehmen!

    Der Behandlungsbedarf ergibt sich jedoch nicht allein aus der Höhe des Blutdrucks, sondern gleichzeitig aus dem kardiovaskulären Gesamtrisiko. Dies ist erhöht, wenn Risikofaktoren wie erhöhte Cholesterinwerte, Folge- oder Begleiterkrankungen wie eine Koronare Herzkrankheit und eine manifeste Endorganschädigung (z. B. Ausscheidung bestimmter Proteine im Urin) hinzukommen.

    Das A & O der sekundären Hypertonie ist die Behandlung der Grunderkrankung.

    VI. Worauf muss ich beim Blutdruckmessen achten?

    Nehmen Sie sich Zeit zum Blutdruckmessen. Sie sollten vorher eine Ruhepause von etwa 5 Minuten einlegen und weder Kaffee noch Alkohol getrunken haben. Setzen oder legen Sie sich für die Messung bequem hin. Legen Sie den Arm mit leicht gebeugtem Ellenbogen locker ab, andernfalls wird ein etwas zu hoher Wert angezeigt. Die Manschette sollte sich etwa auf Herzhöhe befinden. Sie muss gut um Ihren Arm passen, da zu kleine oder zu große Manschetten den Wert verfälschen. Messen Sie nun 2- oder 3-Mal hintereinander, mit jeweils kurzen Pausen dazwischen und ermitteln den Durchschnittswert. Diesen sollten Sie in einem Blutdrucktagebuch notieren.

    Messen Sie anfangs an beiden Armen und später nur noch an dem Arm, der die höheren Werte gezeigt hat.

    VII. Was ist ein hypertensiver Notfall?

    Steigt der Blutdruck spontan auf einen kritischen Wert an, ohne dass Symptome eines akuten Organschadens vorliegen, spricht man von einer hypertensiven Krise. Dieser kritische Wert liegt je nach Literatur zwischen 180/ 120 und 230/ 130 mmHg. Dabei kann es zu lebensbedrohlichen Organschäden kommen – ein hypertensiver Notfall liegt vor. Er macht sich durch schlagartig einsetzende Kopfschmerzen, Schwindel, Bewusstseinsstörungen und einem Engegefühl in der Brust bemerkbar. Rufen Sie sofort den Notarzt! Der Blutdruck muss dann langsam gesenkt werden, das heißt um etwa 30% innerhalb der ersten Stunde. Ist der Druck nicht mehr kritisch, folgt eine stationäre Überwachung.

    Quellenangaben

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