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    Metformin ist eines der gängigsten Antidiabetiker auf dem Markt. Fast jeder Patient wird als erstes mit dem gutverträglichen Wirkstoff therapiert. Patienten die jedoch eine Niereninsuffizienz haben, also eine Minderfunktion der Nierenleistung, können nur sehr eingeschränkt das Präparat nehmen. Darüber hinaus klagen etwa 30% der Metformin-Patienten über Magen-Darm Probleme – sie berichten über Übelkeit, Durchfällen und Blähungen. Eine Alternative musste her: Eine Option, die zwar genauso gut verträglich (oder sogar besser verträglich) und dennoch für Patienten mit einer Nierenfunktionseinschränkung geeignet ist.

    Ein Team aus Wissenschaftlern in Göteborg hat sich auf die Suche gemacht und ist fündig geworden. Sie haben versucht eine Substanz zu finden, die im Grunde die gleiche Wirkung hat wie das Metformin, aber dabei verträglicher ist. Nach langen Versuchen haben sie ein Abbauprodukt eines in Broccoli enthaltenen Senföls entdeckt. Dieses Abbauprodukt namens Sulforaphan, kann genau die gesuchte Eigenschaft aufweisen – es hemmt die Neubildung von Glucose in der Leber. Diese Hemmung findet nicht über den gleichen Wirkmechanismus wie beim Metformin statt und stellt deshalb eine gute Kombinationstherapie mit Metformin dar. Sie müssen sich das so vorstellen, dass die Wirkung des Metformins soweit reduziert wird, dass die Nebenwirkungen nicht mehr ins Gewichtfallen und dass Sulforaphan gleicht dann den Wirkverlust aus.

    Neben der Therapie bei bereits an Diabetes erkrankten Personen, könnte der Broccoliextrakt auch eine prophylaktische Wirkung haben und somit vor Diabetes Typ 2 bei Übergewichtigkeit schützen. Die Wirkung des Sulforaphan wurde in mehreren Tiermodellversuchen und bereits in einer klinischen Studie mit insgesamt 97 Patienten kontrolliert und nachgewiesen. Weitere, größer angelegte Studien, werden folgen.

    Eines scheint immer deutlicher zu werden im Kampf gegen Krankheiten und der Erforschung von neuen Therapiemöglichkeiten: Mutter Natur hat uns alles mit an die Hand gegeben was wir brauchen! Wir müssen lediglich lernen die richtigen Schlüsse zu ziehen und dann in der Forschung den klinischen Nutzen nachweisen.

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