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    Als Ekzem werden verschiedene Hauterkrankungen bezeichnet, bei denen sich die oberen Hautschichten entzünden. Ekzeme sind nicht ansteckend und können sowohl akut, als auch chronisch verlaufen. In Deutschland sind Ekzeme die häufigste Hauterkrankung. Ihre Häufigkeit hat sich in den letzten Jahrzehnten fast verdreifacht.

    Wie äußert sich ein Ekzem?

    Die Symptome eines Ekzems unterscheiden sich je nach Stadium der Erkrankung:

    Das akute Stadium eines Ekzems äußert sich durch Juckreiz, Rötung und stecknadelkopfgroße Pusteln oder Bläschen. Die Bläschen platzen nach kurzer Zeit auf, es bildet sich eine Kruste. Diese Kruste fällt ab, wenn die Haut darunter geheilt ist.

    Im chronischen Stadium kommt das Ekzem nicht zum Abheilen und entzündet sich immer wieder neu. Die betroffene Stelle schuppt, schwillt an, es bilden sich Knötchen und die Haut verdickt oder wird lederig. Das chronische Ekzem stört die Schutzbarriere der Haut. Dadurch können Bakterien und Viren leichter eintreten und Entzündungen verursachen.

    Ekzeme treten meist als atopisches, allergisches oder toxisches Ekzem auf.

    Das atopische Ekzem

    Das atopische Ekzem ist auch als Neurodermitis bekannt. „Atopisch“ beschreibt eine erblich bedingte Überempfindlichkeit der Haut und Schleimhäute. 2/3 der atopischen Ekzeme sind allergisch bedingt, 1/3 nicht allergisch.

    Wer ist betroffen?

    10-20% der Kinder und 1-3% der Erwachsenen leiden an einem atopischen Ekzem. Das Ekzem tritt meistens schon im Säuglingsalter auf und bessert sich häufig während der Kindheit oder Jugend. Bis zu 80% der Betroffenen entwickeln im späten Kindesalter oder als Jugendliche Heuschnupfen oder allergisches Asthma. Vor allem, wenn das Ekzem schon in den ersten 3 Lebensmonaten auftrat.

    Wo treten die Symptome eines atopischen Ekzems auf?

    Bei Säuglingen sind vor allem das Gesicht und der Windelbereich betroffen. Bei Kindern und Jugendlichen treten Ekzeme meistens als Beugeekzem in den Ellenbeugen und Kniekehlen auf. Gesicht, Brust- und Schulterbereich, Handrücken sowie Ellenbeugen und Kniekehlen sind häufig betroffene Stellen bei Erwachsenen. Die Symptome treten schubweise auf. Als chronische Erkrankung ist ein atopisches Ekzem nicht heilbar, aber behandelbar.

    Wie wird das atopische Ekzem ausgelöst?

    Die häufigsten Auslöser eines atopischen Ekzems sind Stress, Allergene (z. B. Tierhaare, bestimmte Lebensmittel), trockene Luft, Kälte, Schwüle und reizende Stoffe auf der Haut, wie Reinigungsmittel, Duftstoffe und enge Kleidung.

    Wie wird ein atopisches Ekzem diagnostiziert?

    Die Diagnosestellung des Ekzems erfolgt anhand der Symptome. Außerdem fragt der Arzt nach Ekzemen in der näheren Verwandtschaft und begleitenden Allergien oder Asthma. Gegebenenfalls kann ein Allergietest gemacht werden.

    Das allergische Ekzem

    Die häufigste Form des Ekzems entsteht als überempfindliche Immunreaktion nach Kontakt mit einem Allergen.

    Wer ist betroffen?

    In Deutschland leiden 5 bis 15% an einem allergischen Ekzem.

    Wie äußert sich das allergische Ekzem?

    Das allergische Ekzem kann akut oder chronisch verlaufen, je nachdem wie häufig ein Allergenkontakt vorkommt. 24 bis 72 Stunden nach dem Kontakt mit dem Allergen bildet sich das Ekzem an der Kontaktstelle, eine fleckige oder flächige Verteilung ist auch möglich.

    Was löst das allergische Ekzem aus?

    Das allergische Ekzem wird durch Hautkontakt mit Allergenen ausgelöst. Dazu gehören z. B. Schmuck, Pflegeprodukte, bestimmte Arzneimittel, Pflanzen und bestimmte Arbeitsstoffe.

    Wie wird das allergische Ekzem diagnostiziert?

    Anhand der Symptome des Ekzems und durch einen Allergietest kann ein allergisches Ekzem festgestellt werden.

    Das toxische Ekzem

    Das toxische Ekzem entsteht durch äußere Reizungen der Haut.

    Was löst ein toxisches Ekzem aus?

    Akutes toxisches Ekzem: Eine sofortige Hautschädigung nach einmaligem Kontakt zu einem aggressiven Stoff, wie Chemikalien, Säuren oder Strahlen. Auch einen Sonnenbrand kann man zu dieser Form zählen.
    Chronisches Ekzem: Regelmäßiger Kontakt zu eigentlich harmlosen Stoffen, wie z. B. Seifen oder Reinigungsmittel.

    Wie äußert sich ein toxisches Ekzem?

    Die Entzündung ist auf die Kontaktfläche begrenzt und an einer scharf begrenzten Rötung mit Knötchen und Bläschen zu erkennen. Das toxische Ekzem brennt und schmerzt zunächst, später kommt auch Juckreiz hinzu. Eine vollständige Abheilung des Ekzems dauert oft Monate oder Jahre. Bei einem chronischen Ekzem besteht ein erhöhtes Risiko an einer Kontaktallergie zu erkranken, weil die Allergene leichter in die beschädigte Haut eindringen können.

    Wie wird ein toxisches Ekzem diagnostiziert?

    Ein toxisches Ekzem ist an den typischen Hautveränderungen zu erkennen. Außerdem wird nach hautschädigenden Einflüssen gefragt.

    Ekzeme

    Tipps für den Alltag bei einem Ekzem

    Chronische Ekzeme lassen sich nicht heilen. Sie können aber Schüben oder akuten Ekzemen vorbeugen und die Symptome lindern, wenn Sie folgende Tipps beachten.

    Um ein Ekzem gar nicht erst aufkommen zu lassen, sollten Sie die Auslöser meiden oder zumindest reduzieren. Gegen Stress helfen ausreichend Bewegung und Entspannung. Lässt sich ein Kontakt mit hautschädigen Stoffen nicht vermeiden, tragen Sie unbedingt Schutzhandschuhe. Wissen Sie nicht wogegen Sie möglicherwiese allergisch sind, lassen Sie einen Allergietest machen. Um die Hautschutzbarriere nicht zu schwächen, sollten Sie Ihre Hände nur so oft wie nötig waschen und höchstens 10 bis 15 Minuten lang mit lauwarmem Wasser duschen oder baden. Hautpflegeprodukte sollten unbedingt seifen- und parfümfrei, sowie rückfettend und pH-neutral sein. Bei Ekzemen auf der Kopfhaut eignen sich milde oder teerhaltige Shampoos. Versuchen Sie außerdem Alkohol, starke Gewürze und Hitze zu meiden. Sie fördern die Durchblutung und verstärken damit den Juckreiz.

    Welche Therapiemethoden gibt es?

    Löst das Ekzem einen starken Juckreiz aus, lässt sich dieser oft durch feuchte Umschläge mit Schwarztee oder Kochsalzlösung lindern. Auch Kaliumpermanganat-Bäder tun gut. Aber Vorsicht – Kaliumpermanganat ist unverdünnt giftig, bewahren Sie es also außerhalb der Erreichbarkeit von Kindern auf!

    Um die durch das Ekzem belastete Haut zu pflegen, eignen sich verschiedene Salben. Bei trockener Haut erzielt Protopic gute Erfolge. Bei nässenden Stellen können Elidel oder Douglan angewendet werden, allerdings stehen sie im Verdachte krebserregend zu sein. Pflanzliche Salben auf Basis der Ringelblume, Zaubernuss oder Bittersüßstengel können sowohl im akuten als auch im chronischen Stadium des Ekzems helfen. Für das chronische Ekzem-Stadium eignen sich außerdem fetthaltige Salben, z. B. 15-20% Nachtkerzenöl, 2-10% Harnstoff oder 5% Dexpanthenol. Die Verträglichkeit unbedingt erst auf kleinen Hautflächen testen! Bei starken Symptomen des Ekzems werden Salben mit Kortison verschrieben. Kortisonhaltige Tabletten werden nur in äußerst schweren Fällen zur Unterbrechung eines akuten Schubs verordnet, da sie zahlreiche Nebenwirkungen haben.

    Eine weitere Möglichkeit ist die Bestrahlung mit UV-Licht. Sie eignet sich jedoch erst für Kinder ab 12 Jahren.

    Quellenangaben

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