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    Extrasystolen zählen zu den Herzrhythmusstörungen. Sie sind ein vorzeitig ausgelöster „falscher“ Herzschlag und werden als Herzstolpern wahrgenommen. Extrasystolen stellen eine Störung der elektrischen Reizbildung am Herzen dar.

    Bei einem Großteil der Menschen treten derartige Herzstolper irgendwann im Leben auf. Extrasystolen sind in aller Regel ungefährlich.

    Was passiert bei einer Extrasystole?

    Jeder Herzschlag entsteht durch einen elektrischen Impuls. Dieser Impuls entsteht normalerweise im sogenannten Sinusknoten, dem Taktgeber des Herzens. Bei einer Extrasystole wird dieser Impuls vorzeitig an anderen Stellen im Herzen ausgelöst.

    • Auslösung im Vorhof = supraventrikuläre Extrasystole (SVES)
    • Auslösung in der Herzkammer = ventrikuläre Extrasystole (VES)

    Wie fühlt sich eine Extrasystole an?

    70% der Betroffenen bemerken eine Extrasystole gar nicht.

    Extrasystolen werden sehr unterschiedlich von den Betroffenen wahrgenommen. Sie können sich die Schritte der falschen Reizbildung und deren Symptome aber wie folgt vorstellen:

    • Das Herz kontrahiert vorzeitig ⇒ Fühlt sich an wie ein Herzstolpern
    • Danach folgt (häufig) eine kurze Erholungspause ⇒ fühlt sich wie ein Aussetzer des Herzschlages an
    • Nach der Pause füllt sich die Herzkammer stärker mit Blut ⇒ Der nachfolgende Herzschlag wird oft als unangenehm empfunden
    • Oft kommt es parallel zu einem Hustenreiz und Hitzewallungen

    In der Regel findet das Herz nach einer Extrasystole seinen normalen Takt wieder. Es können aber auch mehrere Extrasystolen nacheinander auftreten.

    Was löst eine Extrasystole aus?

    Eine Extrasystole kann unterschiedliche Gründe haben. Bei Gesunden können es verschiedene Belastungssituationen sein, z.B.:

    • emotionale Erregung,
    • Übermüdung,
    • Drogen,
    • übermäßiger Genuss von Nikotin, Alkohol oder Koffein.

    Aber auch verschiedene Krankheitsbilder können Extrasystolen auslösen:

    • Schilddrüsenüberfunktion
    • Verschiedene Herzerkrankungen: Koronare Herzerkrankung, Herzmuskelentzündung, Kardiomyopathie
    • Kaliummangel
    • Bestimmte Medikamente, z. B. gegen Herzschwäche und Psychopharmaka

    Wann müssen Extrasystolen kontrolliert werden?

    Treten Extrasystolen häufig und störend auf, sollte ihre Ursache ärztlich abgeklärt werden. Das ist vor allem dann erforderlich, wenn andere Symptome, wie Schwindel und Ohnmacht hinzukommen. Für die Diagnostik stehen verschiedene Mittel zur Verfügung:

    • EKG (Elektrokardiogramm), Langzeit-EKG
    • Um eine Extrasystole zu provozieren wird häufig ein Belastungs-EKG mit Hilfe eines Fahrrad-Ergometers gemacht
    • Echokardiographie (Herzultraschall)
    Extrasystolen

    Wie wird eine Extrasystole behandelt?

    Auslösende Belastungsfaktoren sollten jedoch möglichst vermieden werden. Das heißt, dass unter anderem auf ausreichend Schlaf und einen geringen Koffein-Konsum geachtet werden sollte.

    Eine symptomlose Extrasystole bei einem gesunden Menschen bedarf keiner Behandlung.

    Ist der Auslöser der Extrasystole eine andere Grunderkrankung, steht deren Behandlung im Vordergrund. Darüber hinaus gibt es folgende Behandlungsmöglichkeiten:

    • Überprüfung des Kaliumhaushaltes und bei Bedarf medikamentöse Einstellung im oberen Normbereich
    • Löst die Extrasystole einen beschleunigten Herzschlag oder Vorhofflimmern aus, können Betablocker helfen
    • Spezielle Rhythmus-Medikamente können den Rhythmus normalisieren
    • Katheterablation = Verödung des auslösenden Zentrums mit einem Herzkatheter
      • Über die Leiste wird ein Katheter mit Elektroden durch ein Blutgefäß bis an die Stelle im Herzen vorgeschoben, die die Extrasystolen auslöst. Dieser Bereich wird mit Hochfrequenzstrom verödet, sodass hier keine Extrasystolen mehr ausgelöst werden können.
      • Die Dauer dieser Behandlung ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Im Durchschnitt beträgt sie 2 bis 3 Stunden.
      • Der Ort der „falschen“ Impulsauslösung muss vorher bekannt sein.

    Kleiner Ausflug zum gebrochenen Herzen: Das Broken-Heart-Syndrom

    Stress kann nicht nur Extrasystolen auslösen, sondern auch das Broken-Heart-Syndrom. Doch was ist das Broken-Heart-Syndrom eigentlich? Kennen Sie es?

    Das Broken-Heart-Syndrom äußert sich wie ein Herzinfarkt. Allerdings sind hierbei keine Herzgefäße verstopft oder ganz verschlossen. Stattdessen kommt es durch extreme psychische oder körperliche Belastungen zu einer massiven Ausschüttung von Stresshormonen. Durch die Stresshormone wird die Herzwand überreizt und der Herzmuskel und Herzgefäße verkrampfen. So zumindest ist die momentane Erklärung für das Broken-Heart-Syndrom. Wissenschaftler auf der ganzen Welt sind sich nicht ganz einig und es existieren zahlreiche Hypothesen.

    Das Broken-Heart-Syndrom tritt vor allem bei Frauen nach der Menopause auf. Vorwiegend dann, wenn diese Frauen einen schweren Schicksalsschlag, wie z. B. den Tod des Partners, erlebt haben.

    Aber auch schwere Operationen oder anderer (seelischer) Stress sind mögliche Auslöser.

    Behandelt wird das Syndrom mit Beruhigungsmitteln und Betablockern, die das Herz beruhigen. Nicht immer wird ein Broken-Heart-Syndrom aber auch als solches diagnostiziert. Oftmals folgt eine Therapie für ein Herzinfarkt und das Broken-Heart-Syndrom bleibt unentdeckt.

    Was Extrasystolen sind wissen Sie nun. In aller Regel müssen Sie sich keine Sorgen deswegen machen. Treten die Extrasystolen allerdings häufig auf und sind unangenehm, sollten Sie sich von einem Kardiologen untersuchen lassen.

    Quellenangaben

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