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    Bei der Fettleber handelt es sich um eine nichtalkoholische Erkrankung der Leber. Es werden zwei Formen unterschieden: Die nichtalkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD) und die nichtalkoholische Steatohepatitis (NASH), auch Fettleberhepatitis genannt. Bei beiden handelt es ich um eine Verfettung der Leberzellen (Hepatozyten). Bei der NASH kommt es zusätzlich zu einer Entzündung. Alle weiteren wichtigen Fakten zu diesen Erkrankungen, erfahren Sie in diesem Artikel. 

    I. Wer erkrankt an einer Fettleber?

    Das Risiko an einer Fettleber zu erkranken ist bei Diabetes Typ 2 und Fettleibigkeit deutlich erhöht. Im Durchschnitt sind in den Industrieländern 20 bis 30% der Erwachsenen von einer Fettleber (NAFLD) betroffen. Betrachtet man nur die Adipösen (BMI > 30 kg/m²) liegt die Erkrankungshäufigkeit sogar bei 75%. Anders herum betrachtet sind 90% aller Menschen mit einer Fettleber gleichzeitig von Diabetes Typ 2 und/ oder Fettleibigkeit betroffen. Die Prävalenz der Fettleberhepatitis (NASH) liegt bei lediglich 2 bis 3%. Neben den Risikofaktoren Diabetes und Adipositas speilt eine genetische Veranlagung eine gewisse Rolle.

    II. Was passiert bei einer Fettleber?

    Das Hormon Insulin ist nicht nur für den Zuckerstoffwechsel, sondern auch für den Fettstoffwechsel erforderlich. Es begünstigt die Bildung von Körperfett und unterdrückt den Fettabbau. Liegt, wie beim Diabetes Typ 2, eine Insulinresistenz vor, befindet sich zu viel Insulin im Blut. Dadurch wird der Fettabbau beeinträchtigt und es befinden sich vermehrt freie Fettsäuren im Blut. Diese freien Fettsäuren lagern sich in den Leberzellen ab und lösen dort einen Entzündungsprozess aus.

    III. Wie äußert sich eine Fettleber?

    In den meisten Fällen verursacht die Fettleber keine Symptome. Einige Betroffene leiden an unspezifischen Oberbauchschmerzen. Dadurch entsteht die Diagnose meist als Zufallsbefund, wenn erhöhte Leberwerte auffallen. Bestätigt werden kann die Diagnose durch eine Ultraschalluntersuchung.

    Die Unterscheidung zwischen einer NAFLD und einer NASH ist nur mit Hilfe einer Leberbiopsie möglich. Dabei wird eine Gewebeprobe entnommen, sodass die Leberzellen untersucht werden können.

    • <50% der Leberzellen verfettet: Leberverfettung
    • >50% verfettet: Fettleber (NAFLD)
    • >50% und Entzündung, Leberzellschaden = Fettleberhepatitis (NASH)
    Leber 3

    IV. Ist eine Fettleber gefährlich?

    Die Fettleber (NAFLD) an sich ist ungefährlich und gut zu therapieren. In bis 10 bis 20% der Fälle entwickelt sie sich zu einer Fettleberhepatitis (NASH). Aus dieser kann sich durch den Entzündungsprozess eine Leberzirrhose entwickeln, dies geschieht in weniger als 5% der Fälle. Die Leberzirrhose kann zum lebensbedrohlichen Leberversagen führen.
    Außerdem haben Betroffene einer NAFLD oder NASH ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Sie sterben doppelt so häufig wie Gesunde daran.

    V. Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

    Die wirksamste Therapie der Fettleber liegt in einer Reduktion des Körpergewichts und ausreichender körperlicher Aktivität. 2015 haben 293 Patienten mit einer NASH im Rahmen einer Studie ihr Körpergewicht reduziert. Jeweils zu Beginn der Studie und nach einem Jahr wurde eine Leberbiopsie durchgeführt. Das Ergebnis: 25% der Teilnehmer waren nach der einjährigen Gewichtsreduktion völlig gesund, bei 47% verzeichnete sich ein deutlicher Rückgang der Fettleberhepatitis und bei weiteren 19% war die Erkrankung zumindest nicht weiter vorangeschritten.

    Neben einem gesunden Lebensstil können auch bestimmte Medikamente die Erkrankung positiv beeinflussen. Dazu gehören zum einen Metformin und ähnliche Antidiabetika, da Sie den Insulinspiegel im Blut senken. Eine optimale Diabetes-Behandlung ist also absolut wichtig. Zum anderen sind Antioxidantien wie Vitamin E und C wirksam. Die Entzündung in den Leberzellen entsteht nämlich durch freie Sauerstoffradikale. Dagegen wirken Antioxidantien, sie sind also entzündungshemmend.

    Quellenangaben

    • Karges, W.; Al Dahouk, S. (2011). Innere Medizin in 5 Tagen. 2. Auflage, Heidelberg: Springer Medizin Verlag, S. 233.
    • Manser, C. (2013). Epidemiologie gastroenterologischer Erkrankungen. In: Lüscher, T.; Steffel, J. (Hrsg.). Magen-Darm-Trakt. Berlin Heidelberg: Springer, S. 45 f.
    • Prinz, C. (2012). Basiswissen innere Medizin. Berlin Heidelberg: Springer-Verlag, S. 216 f.
    • Vilar-Gomez, E.; Martinez-Perez, Y.; Calzadilla-Bertot, L. et al. (2015). Weight Loss Through Lifestyle Modification Significantly Reduces Features of Nonalcoholic Steatohepatitis. Gastroenterology, 149 (2), S. 367- 378. 

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