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    Unverändert ist der ungeschützte Sexualverkehr zwischen Männern der Hauptübertragungsweg des HI-Virus. Im Jahr 2015 haben sich in Deutschland 2.200 Männer beim gleichgeschlechtlichen Sex infiziert und insgesamt 740 Menschen bei heterosexuellem Geschlechtsverkehr.

    Im Hinblick auf die einfache Möglichkeit die Übertragungsrate mittels Kondom geradezu auf null setzen zu können, ist die Neuinfektionsrate jedes Jahr aufs Neue ein schmerzlicher Beweis der Ignoranz vieler Menschen und von gescheiterten Aufklärungskampagnen in den hochgefährdeten Kollektiven.

    Seit Jahren versuchen Wissenschaftler eine Impfung gegen das gefährliche und bis heute nicht heilbare HI-Virus zu entwickeln. Immer wieder kommt es zu kleinen Erfolgsmeldungen. Es gibt eine ganze Reihe von antiviralen Medikamenten, die die Viruslast der infizierten Menschen auf ein Minimum reduzieren.

    Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) hat vor einigen Jahren das globale „90-90-90“-Ziel ins Leben gerufen. Nach dem Plan der WHO sollen im Jahre 2020 90 Prozent der HIV-Infektionen erkannt werden, 90% von diesen Patienten sollen eine antivirale Therapie erhalten und weitere 90 Prozent sollen mithilfe der Medikamente eine Viruslast des Blutes vorweisen, die nicht mehr nachweisbar ist. Dieser Plan scheitert seit geraumer Zeit an zunehmenden Resistenzraten gegenüber den aktuellen HIV-Medikamenten. Eine Entwicklung die besorgniserregend ist und Wissenschaftler aus aller Welt noch einmal intensiviert an einer Impfung gegen den HI-Virus forschen lässt.

    Neue Impfung gegen HIV in der Pipeline

    Wissenschaftler und Mediziner aus Boston beginnen in Kürze eine klinische Studie mit einer neuen Wirkstoffkombination die Menschen vor der gefährlichen Infektion schützen sollen. Neu an dieser Idee ist, dass es nicht mehr nur eine Antikörperimpfung ist, sondern eine Kombination aus zwei Antikörpern. In vorgelagerten Test an Mäusen und Affen hat diese Kombinationsimpfung sehr vielversprechende Ergebnisse geliefert.

    Der „neue“ Impfstoff setzt auf einen passiven Schutz des Menschen vor dem HI-Virus. Das bedeutet, dass dem Menschen protektiv Antikörper gegen den HI-Virus appliziert werden. Somit schützen die Antikörper den Menschen bei einem möglicherweise stattfindenden Kontakt mit dem Virus und bekämpfen diesen dann sogleich.

    In einem ersten Schritt werden nun 60 Hochrisikopatienten die Antikörper in Rahmen einer klinischen Studie verabreicht. Die Ärzte und Wissenschaftler sind sehr zuversichtlich und glauben an den Erfolg der Studienreihe.

    In 5-6 Jahren könnte es einen HIV-Impfstoff für alle Hochrisikogruppen geben.

    Der medizinische Fortschritt geschieht jeden Tag. Oft sind es nur kleine Erfolge die zu verzeichnen sind. Jeder dieser kleinen Erfolge und Schritte bringt den Fortschritt jedoch voran.

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