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    Crohn gehört neben Colitis ulcerosa zu den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Dabei entzünden sich einzelne Abschnitte des Verdauungstraktes. Meist sind das Ende des Dünndarms oder der obere Abschnitt des Dickdarms betroffen. Diese Entzündungen verlaufen schubweise und gehen vor allem mit anhaltenden Durchfällen und starken Bauchschmerzen einher.

    Crohn ist bisher unheilbar!

    Leider gibt es derzeit noch keine Möglichkeit, Morbus Crohn vollständig zu heilen. Mit speziellen Medikamenten und der richtigen Ernährung lassen sich jedoch die Symptome lindern und die beschwerdefreien Phasen verlängern. So kann die Lebensqualität der Betroffenen deutlich erhöht werden.

    Welche Medikamente helfen bei einem Crohn-Schub?

    Die Medikamentöse Behandlung von Crohn während eines akuten Schubs hängt davon ab, welcher Abschnitt des Verdauungstraktes betroffen ist.

    Dünn-/ Dickdarm ist befallen:

    • Mild verlaufende Crohn-Schübe: entzündungshemmende Medikamente, wie Mesalazin oder Sulfasalazin
    • Schwerere Entzündungen: Kortison, z. B. Prednisolon oder Budesonid
    • Reicht das nicht aus sind Immunsuppressiva wie Azathioprin oder 6-Mercaptopurin angezeigt. Sie regulieren die überschießende Aktivität des Immunsystems.
    • Schlagen diese Wirkstoffe nicht an oder werden nicht vertragen, ist Methotrexat (MTX) als weiteres Immunsuppressivum eine Alternative.
    • Biologika: Richten sich gegen entzündungsfördernde Botenstoffe, werden eingesetzt, wenn die anderen Medikamente nicht ausreichend anschlagen. Z. B. Infliximab.

    Magen/ Speiseröhre ist befallen:

    • Systemische Kortisonpräparate, die im ganzen Körper wirken
    • Teilweise Protonenpumpenhemmer: Reduzieren die Bildung von Magensäure und lindern somit Sodbrennen (Pantozol, Omeprazol etc.)

    Wann eignet sich eine Langzeittherapie gegen Crohn?

    Eine Langzeittherapie bei Crohn soll erneuten Schüben vorbeugen. Manchmal vergeht viel Zeit zwischen den einzelnen Schüben, in wenigen Fällen treten sogar keine weiteren Schübe auf. Da sich das nicht vorhersagen lässt, erhält nicht jeder von Crohn Betroffene eine Dauertherapie.

    Bei 30-60% bricht innerhalb eines Jahres nach einem Schub ein weiterer Schub aus.

    Eine Langzeitbehandlung ist dann sinnvoll, wenn die Schübe des Morbus Crohn häufig auftreten. Sind Magen, Speiseröhre oder Zwölffingerdarm betroffen treten erfahrungsgemäß häufig Schübe auf, sodass hier direkt mit einer Langzeittherapie begonnen wird. Sie verlängert die beschwerdefreien Phasen und hilft neuen Schüben vorzubeugen.

    Geeignete Medikamente für eine Langzeitbehandlung von Crohn sind z. B. Azathioprin und 6-Mercaptopurin. Sie verhindern die Überreaktion des Immunsystems. Sollten diese Medikamente nicht vertragen werden, können stattdessen Biologika eingenommen oder einmal wöchentlich Methotrexat (MTX) gespritzt werden. Aufgrund von Nebenwirkungen wie Bluthochdruck und Osteoporose eignet sich Kortison nicht für die Langzeittherapie.

    Wann ist durch Crohn eine OP erforderlich?

    Die Wahrscheinlichkeit, dass ein von Crohn Betroffener irgendwann in seinem Leben operiert werden muss, ist sehr hoch.

    Eine Operation ist in drei verschiedenen Momenten erforderlich:

    1. Die Krankheitsaktivität ist so hoch, dass der von Crohn betroffene Darmabschnitt entfernt werden muss.
    2. Es liegen Verengungen oder sogar ein Darmverschluss vor.
    3. Eine Crohn-Komplikation ist aufgetreten:
    • Eine kritische Fistel: Fisteln sind tunnelähnliche Verbindungen zwischen 2 Darmabschnitten oder zwischen dem Darm und einem Organ. Sie entstehen, indem sich die Entzündung durch die Darmwand „frisst“.
    • Starke Blutungen, die nur operativ gestillt werden können.
    • Abszesse (Eiteransammlungen), die entleert werden müssen.

    Bei jeder Operation gilt, dass möglichst wenig Darm entfernt werden soll. Ansonsten kann es z. B. zu einer unzureichenden Nährstoffaufnahme kommen.

    Die Gefahr eines erneuten Schubs ist bei Rauchern doppelt so hoch.

    Durch die Entzündung im Verdauungstrakt, können Essen und Trinken schnell Bauchschmerzen und ähnliche Beschwerden verursachen. Hinzu kommt, dass durch die häufigen Durchfälle viele Nährstoffe verloren gehen oder durch die geschädigten Darmwände nur noch erschwert aufgenommen werden können. Um ausreichend Nährstoffe und Kalorien zu sich zu nehmen, müssen von Crohn Betroffene folglich besonders auf Ihre Ernährung achten.

    Außerhalb eines Schubs ist eine abwechslungsreiche, ausgewogene Ernährung wichtig. Das heißt viel Obst und Gemüse, wenig Fett und Zucker. Um herauszufinden, was individuell nicht gut vertragen wird, eignet sich ein Ernährungstagebuch. Beachten Sie immer:

    • Viele kleine Mahlzeiten werden häufig besser vertragen als wenige große
    • Lassen Sie sich Zeit beim Essen und kauen Sie gründlich
    • Das Essen sollte weder zu warm noch zu kalt sein, um den Verdauungstrakt nicht unnötig zu strapazieren
    • Zu viele Ballaststoffe, säurehaltige und blähende Lebensmittel belasten den Verdauungstrakt

    Im Crohn-Schub braucht der Körper besonders viel Energie und Nährstoffe. In dieser Zeit vertragen viele Betroffene nur weiche oder flüssige Nahrung. Was individuell am besten geeignet ist, sollte mit dem Arzt oder der Ernährungsberatung besprochen werden. Folgende Tipps helfen, die richtigen Nahrungsmittel zu finden:

    • Leicht verdauliche Speisen: Reisflocken-, Weizen-, Grießbrei, weiße Nudeln, weißer Reis, Kartoffeln, milde und magere Milchprodukte
    • Gemüse ist leichter verdaulich, wenn es gedünstet und püriert wird
    • Eine Alternative zu Obst kann Kompott sein
    • Helles Brot, Zwieback und Reiswaffeln sind bekömmlicher als Vollkornbrot, da sie weniger Ballaststoffe enthalten
    • Geeignete Getränke sind stilles Mineralwasser, Kräutertee sowie dünner Schwarztee

    Nach dem Schub braucht der Körper Zeit sich zu erholen. Deswegen sollte der Speiseplan langsam und schonend erweitert werden.

    Zwar ist Crohn nicht heilbar, es gibt jedoch viele Möglichkeiten die Lebensqualität so weit wie möglich zu verbessern. So schränkt Morbus Crohn in der Regel auch nicht die Lebenserwartung ein.

    Quellenangaben

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