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    Übelkeit, Sehstörungen sowie Lärm- und Lichtempfindlichkeit machen es quasi unmöglich, seinen Tag weiter zu bestreiten – vor allem, da bei vielen Patienten Schmerzmedikamente keine ausreichende Wirkung zeigen. Doch jetzt könnte es Erleichterung durch Vorbeugung geben.

    Seit 1. April 2019 ist der neue Wirkstoff Galcanezumab zur Migräneprophylaxe auf dem Markt; der mit ihm verwandte Wirkstoff Erenumab ist bereits seit September 2018 im Handel. Es handelt sich bei beidem um sogenannte humane monoklonale Antikörper, also um immunologisch aktive Eiweiße. Diese Antikörper reagieren mit dem Neuropeptid CGRP (Calcitonin Gene-Related Peptide), welches die Schmerzübertragung und die Enge der Gefäße reguliert, und können so Einfluss auf die Migräne nehmen.

    Sicherheit und Effektivität von Galcanezumab in Studie getestet

    Migränepatienten aus 5 Ländern wurden 12 Monate lang mit dem Wirkstoff Galcanezumab behandelt. Es handelte sich um zwei Patientengruppen mit jeweils 150 Teilnehmern, der jeweils eine andere Dosierung (120mg sowie 240mg) zuteilwurde. Die Patienten waren 18 bis 65 Jahre alt, zum Großteil weiblich und litten an diagnostizierter episodischer oder chronischer Migräne. Sie berichteten von durchschnittlich 10,6 Tagen im Monat, an denen die Migräne auftrat – als Messinstrument diente hier ein Kopfschmerztagebuch. Die Dosis Galcanezumab wurde einmal pro Monat durch eine Spritze ins subkutane Unterhautfettgewebe verabreicht. Während der Studie wurden regelmäßig bei allen Patienten Vitalwerte, EKG, sowie die Blutwerte im Labor überprüft. Ebenso wurde die psychische Situation der Patienten beobachtet.

    Studienteilnehmer berichten über weniger Kopfschmerztage sowie weniger Einschränkungen im Alltag.

    Was zeigen die Studienergebnisse?

    77,8% der Patienten beendeten die Behandlungsphase, 4,8% der Teilnehmer verließen dies Studie aufgrund von Nebenwirkungen vorzeitig. Nebenwirkungen, die mit einer Häufigkeit von bis zu 10% aller Teilnehmer auftraten, waren beispielsweise Reaktionen oder Schmerzen an der Injektionsstelle, Infekte der oberen Luftwege oder Schmerzen im Rücken. 3,7% der teilnehmenden Probanden erlitten im Verlauf der Studie ein schwerwiegendes unerwünschtes Ereignis.
    Insgesamt zeigte sich, dass sich bei einer Galcanezumab-Dosis von 120mg die Anzahl der Migränetage auf 5 reduzierten; bei einer Dosis von 240mg traten durchschnittlich nur noch 4,1 Tage mit Kopfschmerzen auf. Die Teilnehmer beschrieben eine Besserung der Leistungsfähigkeit sowie weniger migränebedingten Einschränkungen im Alltag.

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