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    Es waren nicht Ärzte oder Apotheker, die das Nano-Pflaster vor geraumer Zeit in der Fachpresse vorgestellt haben – nein, es waren japanische Ingenieure. Das neue Pflaster wird zukünftig in vielen unterschiedlichen Bereichen der Medizin Anwendung finden.

    Erste klinische Studien sind bereits erfolgreich durchgeführt und zeigen die Hautverträglichkeit und die Einsatzmöglichkeiten auf. Das Nano-Pflaster kann nicht nur mit dem eigenen Smartphone „verbunden“ werden, sondern ist auch in der Lage, die Daten direkt an den behandelnden Arzt weiterzuleiten (Telemedizin).

    Gold ist der Schlüssel zum Erfolg.

    Herzstück des Nano-Pflasters ist ein Netzwerk aus unzähligen Filamenten. Diese Filamente, die in erster Linie mit einer Polyvinylalkoholschicht beschichtet sind und dann mit Gold besprüht werden, sorgen für die enorme Leitfähigkeit. Weil die Leitfähigkeit mittels dieser winzig kleinen „Nano-Partikel“ (20x feiner als ein menschliches Haar) so stark ist, kann das Pflaster so klein und filigran sein. Der eigentliche Sensor, der die Werte empfängt und dann an das Smartphone weiterleitet, hat die Größe eines Daumennagels.

    Schon lange werden Sensoren genutzt um Körperfunktionen zu messen und an ein entsprechendes Endgerät weiterzugeben – ein EKG macht im Grunde nichts anderes. Bisher waren die Sensoren (und Endgeräte) jedoch sehr groß und nicht dafür geeignet über eine lange Zeit getragen zu werden. Vielleicht kennen Sie die unbequeme und nervige Prozedur eines Langzeit-EKGs.

    Durch die Kombination der unterschiedlichen Wirkstoffe und Mechanismen (Goldpartikel, Nanotechnologie etc.), kann das Pflaster reizlos über mehrere Wochen getragen werden und verliert dabei nicht an Funktionsfähigkeit.

    Das Nano-Pflaster kann fast alles

    Das Pflaster kann den Sauerstoffgehalt des Blutes, die Herzfrequenz und die Körpertemperatur messen. Darüber hinaus ist der Sensor in der Lage Herz-, Gehirn- und Muskelströme aufzuzeichnen (EKG, EEG, EMG).

    Auch im Bereich der Volkskrankheit Diabetes wird die Technologie des Nano-Pflasters künftig Anwendung finden. So gibt es erste Testreihen mit einem Pflaster-Sensor, das kontinuierlich die Blutzuckerwerte misst und unter Umständen direkt an eine (implantierte) Insulinpumpe weiterleitet. Die Therapie der zu hohen Zuckerwerte würde dadurch gänzlich autonom werden. Für die Patienten würde dies einen riesen Mehrwert in der Selbstständigkeit und somit eine Erhöhung der Lebensqualität bedeuten.

    Das neue Nano-Pflaster ist hautverträglich, wasser- und feuchtigkeitsdurchlässig und äußerst dehnbar. Der Tragekomfort für die Patienten ist enorm und auch nach Wochen ist das Pflaster unverändert in der Lage, seine Funktion vollumfänglich zu tätigen.

    Es bleibt zu hoffen, dass die Nano-Pflaster-Technologie schnell Einzug in die medizinische Routine hält. Viele eher unangenehme und unbequeme Prozeduren würden den Patienten mit dieser Technologie erspart bleiben.

    Quellenangaben

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