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    Nesselsucht ist eine der häufigsten Hauterkrankungen. Sie führt zu einer juckenden Quaddelbildung, was für die Betroffenen einen hohen Leidensdruck bedeutet! Die Erkrankung wird auch als Urtikaria bezeichnet, abgeleitet von der lateinischen Bezeichnung der Brennnessel. Durch die Nesselsucht sieht die Haut nämlich so aus, als wäre sie mit einer Brennnessel in Kontakt gekommen. Auch Namen wie Nesselfieber, Quaddelsucht oder Nesselausschlag sind geläufig. 

    I. Wie lange dauert eine Nesselsucht an?

    In den meisten Fällen heilt die Nesselsucht nach kurzer Zeit wieder ab, man spricht von einer akuten Urtikaria. Nach 2 bis 3 Wochen sind die Symptome in den meisten Fällen wieder verschwunden, spätestens nach 6 Wochen. Von dieser Form der Nesselsucht sind bis zu 25% der Bevölkerung irgendwann in ihrem Leben einmal betroffen, meist in der ersten Lebenshälfte.

    Halten die Symptome länger als 6 Wochen an, liegt eine chronische Urtikaria vor. An ihr leidet etwa 1% der Bevölkerung, also ca. 800.000 Deutsche. Am häufigsten bricht die chronische Nesselsucht zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr aus, bei Frauen etwa doppelt so häufig wie bei Männern. Die Symptome können mehrere Jahre anhalten. Nach 3 Monaten sind sie aber bei etwa 50% der Betroffenen abgeklungen, nach 12 Monaten bei 80%. 5 Jahre nach Krankheitsbeginn leiden immer noch 11% unter den belastenden Symptomen.

    II. Was sind die Symptome von Nesselsucht?

    Nesselsucht zeichnet sich durch drei typische Symptome aus:

    • Quaddeln (Urticae): Erhebungen der Haut, die am ganzen Körper auftreten können. Sie sind anfangs weiß, die umliegende Haut ist gerötet. Später können auch die Quaddeln selbst rot sein. Ihre Größe kann von einer Erbse bis zu mehr als einem Handteller reichen.
    • Juckreiz
    • Angioödem: Schwellung durch Flüssigkeitsansammlung in der unteren Hautschicht. Am Hals kann sie zu lebensbedrohlicher Atemnot führen.

    Je nach Verlauf der Symptome, unterscheidet man zwei verschiedene Formen:

    • Kontinuierliche Urtikaria: Jeden Tag entstehen neue Quaddeln.
    • Intermittierende Urtikaria: Es gibt auch Tage ohne neue Quaddelbildung.

    III. Wodurch wird die Erkrankung ausgelöst?

    Es gibt mehr als 1o Urtikariaformen mit jeweils unterschiedlichen Auslösern. Diese Auslöser sind jedoch häufig nicht klar festzustellen. Eines haben alle Formen gemeinsam: Sie werden nicht vererbt. Klassische Auslöser der Nesselsucht sind Folgende:

    • Spontane Urtikaria:
      • Am häufigsten durch einen Infekt, dieser kann bis zu 2 Wochen zurück liegen.
      • Nahrungsmittel
      • Medikamente
    • Physikalische Urtikaria:
      • Druck
      • Kälte
      • Wärme/ Erhöhung der Körpertemperatur
      • Wasser
    • Andere Formen:
      • Anstrengung
      • Kontakt

    IV. Wie kann man Nesselsucht erkennen?

    Nesselsucht lässt sich zunächst an den typischen Hautveränderungen erkennen. Zusätzlich wird der Hautarzt nach einem bestehenden oder vorangegangen Infekt und einem Zusammenhang mit Nahrungsmitteln oder einer Medikamenteneinnahme fragen.

    Die physikalische Urtikaria lässt sich mithilfe eines entsprechenden Provokationstests diagnostizieren. Man führt den verdächtigten Auslöser also mit Absicht zu. Blutuntersuchungen und Allergietests sind nur angezeigt, wenn die Nesselsucht nicht nach wenigen Wochen abheilt oder der Verdacht auf einen entzündlichen oder allergischen Auslöser besteht.

    Nesselsucht

    V. Ist Nesselsucht heilbar?

    Im Falle einer Infekt-Urtikaria verschwindet die Nesselsucht nach erfolgreicher Behandlung des Infekts.

    In den anderen Fällen können lediglich die Symptome behandelt werden – die Nesselsucht könnte also jederzeit erneut ausbrechen.

    Meist heilt sich der Körper selbst und die Nesselsucht tritt danach nicht wieder auf (akute Urtikaria). Die chronische Nesselsucht besteht aber über einen langen Zeitraum und kann immer wiederkehren, sodass hier der Behandlung eine große Bedeutung zukommt. Um eine Beschwerdefreiheit zu erlangen, müssen die Auslöser möglichst gemieden werden. Hinzu kommen folgende Medikamente:

    • Antihistaminika (z. B. Cetirizin)
    • Nach 2-3 Tagen Kombination mit Kortison: Wirkungseintritt innerhalb von 24 Stunden.
    • Bei besonders schweren Verläufen kann Ciclosporin eingenommen werden. Es unterdrückt die Immunabwehr (Immunsuppressivum), wirkt aber erst nach 10-14 Tagen.

    VI. Was hilft gegen den Juckreiz?

    Jeder kennt es: Wer Juckreiz hat, kann kaum aufhören, an der betroffenen Stelle zu kratzen. Das schädigt jedoch die Haut und führt in einen Teufelskreislauf! Da es aber schwierig ist mit dem Kratzen aufzuhören, sollten Sie Ihre Fingernägel stets kurz geschnitten haben. So verhindern Sie, dass scharfe Kanten der langen Nägel die Haut zusätzlich verletzen. Noch besser ist es zu versuchen, den Juckreiz durch kühlen und eincremen in Schach zu halten. Dafür eignen sich nicht nur kühlende Kompressen, sondern auch bestimmte Cremes mit kühlender Wirkung. Zusätzlich kann es helfen vor dem Schlafen kalt zu duschen und das Schlafzimmer kühl zu halten.

    VII. Ist Nesselsucht ansteckend?

    Nein, denn Krankheitserreger sind nicht die Ursache der Nesselsucht. Auch die Infekt-Urtikaria ist nicht ansteckend. Infektionen mit Viren, Bakterien oder anderen Erregern lösen in dem Fall zwar die Symptome aus, sie sind aber nur eine Begleiterscheinung der Infektion.

    Quellenangaben

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