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    Parkinson ist eine Erkrankung des Nervensystems, und zwar eine der weltweit häufigsten. Ihre Leitsymptome sind Muskelzittern, Muskelsteifheit und Bewegungsverlangsamung. Im Verlauf der Erkrankung kommt aber noch eine Vielzahl weiterer Symptome hinzu. Außerdem können verschiedene Frühsymptome helfen, Parkinson frühzeitig zu erkennen.

    Was verursacht die Parkinson-Symptome?

    Die Symptome entstehen dadurch, dass durch Parkinson bestimmte Zellen im Gehirn absterben. Das betrifft die Zellen, die einen bestimmten Botenstoff produzieren, das Dopamin. Unsere Nervenzellen brauchen solche Botenstoffe, um Signale weiterleiten zu können. Den Mangel an Dopamin kann unser Körper anfangs noch ausgleichen. Sind aber mehr als die Hälfte der Dopamin-produzierenden Zellen abgestorben, treten die Parkinson-Symptome auf.

    Welche Frühsymptome gehen Parkinson voraus?

    Parkinson beginnt schleichend, die Symptome nehmen dann im Verlauf immer stärker zu. Durch den schleichenden Beginn gibt es einige Symptome, die schon auf die beginnende Erkrankung hindeuten können. Sie sind allerdings so leicht und unspezifisch, dass sie nicht gleich eine Parkinson-Erkrankung vermuten lassen. Die Frühsymptome von Parkinson können sehr vielfältig sein. Das liegt auch daran, dass nicht nur Nervenzellen im Gehirn absterben, sondern z. B. auch im Nervensystem des Magen-Darm-Traktes. Dadurch können einige der folgenden Frühsymptome auftreten:

    • Riechstörungen
    • einseitige Muskelverspannungen im Schulter-Arm-Bereich
    • Unruhe
    • Schlafstörungen
    • Müdigkeit
    • depressive Verstimmungen
    • plötzliche Schweißausbrüche
    • Verstopfung

    Liegen mindestens 2 Frühsymptome vor, besteht der Verdacht auf Parkinson.

    Wie verändern sich die Symptome im Verlauf des Parkinson?

    Parkinson verläuft in 5 verschiedenen Stadien. Jedes dieser Stadien ist durch bestimmte Symptome des Parkinson gekennzeichnet. Im Lauf der Erkrankung werden diese Symptome ausgeprägter und neue kommen hinzu.

    Stadium 1:

    Im ersten Stadium des Parkinson sind die Symptome nur leicht ausgeprägt und meist auf eine Körperseite beschränkt.

    • Muskelzittern (Tremor) eines Armes in Ruhe.
    • Leichte Seitwärtsneigung des Rumpfes zur nicht vom Tremor betroffenen Seite.
    • Der Arm wird beim Gehen und Gestikulieren kaum mitbewegt.
    • Leichte Muskelsteifheit.
    • Schwierigkeiten bei der Ausführung schnell wechselnder Bewegungen.
    • Bewegungen sind verlangsamt und mit zunehmenden Wiederholungen erschwert.
    • Wenn der dominante Arm betroffen ist, ist die Handschrift verkleinert und unsauber.

    Stadium 2:

    Im zweiten Parkinson-Stadium treten die Symptome an beiden Körperhälften auf.

    • Vornüber gebeugte Haltung beim Gehen und Stehen.
    • Bewegungsabläufe werden langsamer, was den Betroffenen oft nicht bewusst ist.
    • Müdigkeit und Abgeschlagenheit.
    • Mimik verschwindet langsam.
    • Häufig Depressionen.

    Stadium 3:

    Im dritten Stadium ist der Gang deutlich beeinträchtigt.

    • Schwere Gangstörungen.
    • Gangunsicherheiten und Gleichgewichtsstörungen.

    Stadium 4:

    Von Parkinson-Betroffene sind im vierten Stadium auf Hilfe im Alltag angewiesen.

    • Der Tremor kann weniger stark ausgeprägt sein, die Muskelsteifheit und Bewegungsverlangsamung schränken den Betroffenen aber deutlich ein.
    • Starke Gleichgewichtsstörungen schon beim Stehen.
    • Der Gang ist trippelnd.
    • Die Feinmotorik ist eingeschränkt.

    Stadium 5:

    Im fünften Stadium sind die Parkinson-Symptome so stark ausgeprägt, dass die Betroffenen vollständig auf Hilfe angewiesen sind.

    • Extreme Muskelsteifheit, die zu Muskelverkürzungen führt.
    • Übermäßig verlangsamte Bewegungsabläufe.
    • Willkürmotorik ist fast vollständig erloschen.
    • Stehen und Gehen sind unmöglich.
    • Die Sprache wird leise und monoton.
    • Das Gesicht ist ausdruckslos.
    • Schluckbeschwerden.
    • Abhusten und tiefes Einatmen sind erschwert.

    Durch die Schluckbeschwerden nehmen die Betroffenen im fünften Stadium oft zu wenig Flüssigkeit und Nahrung zu sich. Da das Abhusten erschwert ist, wird Verschlucken zur großen Gefahr. Die Betroffenen sind anfällig für Infekte, die zum Tod führen können.

    Die richtige Therapie verlangsamt diesen Verlauf deutlich und verhilft dadurch zu mehr Selbstständigkeit und Lebensqualität! Dafür gibt es verschiedene Therapiemöglichkeiten, wie Medikamente, Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und viele mehr. Betroffene und Angehörige sollten zusammen mit dem Arzt alle Möglichkeiten besprechen und individuell entscheiden, welche Therapieoptionen die besten sind.

    Quellenangaben

    • Morbus Parkinson aktuell (o. J.). Symptome von Parkinson.
    • Netter, F. H. (2006). Netters Neurologie. Stuttgart: Thieme.

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