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    Die Atemnot entsteht durch vier Mechanismen, die als Entzündungsreaktion auf eingeatmete Schadstoffe (z. B. Zigarettenrauch) oder Allergene in Gang gesetzt werden:

    1. Erhöhte Produktion zähen Schleims

    2. Anschwellen der Bronchialschleimhaut

    3. Bronchialkollaps: Die Bronchien klappen hinter einer Stenose (Verengung durch Schwellung und Schleim) zusammen, sodass die Ausatmung stark erschwert wird

    4. Dauerhafte (COPD) bzw. anfallsweise (Asthma) verkrampfte Atemwegs-Muskulatur

    Querschnitt Bronchien

    Was kann ich gegen Atemnot tun?

    Neben den medikamentösen Therapiemöglichkeiten kann man mit bestimmten Übungen den Körper beim Abtransport des Schleims, der sogenannten Sekretolyse, unterstützen und dem Kollabieren der Bronchien vorbeugen. Als Ausgangstellung dienen dafür verschiedene atemerleichternde Körperhaltungen, die die Atemhilfsmuskulatur aktivieren. Zur Atemhilfsmuskulatur zählen unteranderem bestimmte Muskeln zwischen den Rippen, die Hals- und Rückenmuskulatur und die Bauchmuskeln.

    Folgende Haltungen eignen sich dazu:

    Der Kutschersitz

    Setzen Sie sich mit gegrätschten Beinen auf die vordere Stuhlkante, die Füße haben Bodenkontakt. Stützen Sie Ihre Handflächen oder Ellenbogen auf den Knien ab, die Ellenbogen zeigen dabei nach außen, die Arme sind leicht gebeugt, Kopf und Bauch sind entspannt, der Rücken ist gerade.

    Torwardstellung

    Die Beine stehen hüftbreit auf dem Boden und sind leicht gebeugt. Die Hände werden auf den Oberschenkeln abgestützt, dabei zeigen die Ellenbogen nach außen. Der Rücken ist gerade, der Bauch locker. Ggf. können Sie sich an eine Wand, einen Baum o. ä. anlehnen.

    Wand-/ Treppengeländerstütz

    Stützen Sie sich mit fast gestreckten Armen, abgewinkelte Ellenbogen und vorgebeugtem Oberkörper an einer Wand oder einem Treppengeländer ab. Behalten Sie den Rücken dabei gerade und den Bauch locker. Sie können sich auch mit den Unterarmen abstützen und den Kopf auf den Händen ablegen.

    Egal in welchem Gesundheitszustand Sie sich befinden, eine dieser drei Körperhaltungen sollte auch für Sie umsetzbar sein. Diese Körperhaltungen sind unterdessen die optimalen Ausgangstellungen für die sogenannte Lippenbremse. Durch sie kann das Kollabieren der Bronchien verhindert werden.

    Die Lippenbremse sorgt dafür, dass die Ausatemluft langsamer ausströmt und der intrabronchiale Druck aufrechterhalten wird. Infolge dessen kommt es zu keinem Bronchialkollaps, der durch eine Schwellung oder einer Sekretverlegung entstanden sein kann. Die Lippenbremse wird wie folgt durchgeführt:

    • Legen Sie Ihre Lippen locker aufeinander und atmen Sie langsam und gleichmäßig durch diese kleine Öffnung aus.
    • Anschließend durch die Nase einatmen und mehrmals wiederholen.
    • Sie können ebenfalls durch einen Strohhalm ausatmen um den selbigen Effekt zu erzielen.

    Wenden Sie die Lippenbremse nicht nur bei bereits bestehender Atemnot an, sondern auch als Prävention bei körperlicher Anstrengung.

    Jetzt befindet Sie sich nicht nur in einer optimalen Körperhaltung, sondern atmen auch bewusst ein und aus. Es wird Zeit sich um den Abtransport des vermehrt produzierten Sekrets zu kümmern. Durch übermäßiges Husten versucht der Körper das Sekret aus den Bronchien zu befördern. Dabei entsteht ein hoher Druck im Brustraum, der die Lungen auf Dauer schädigen kann. Mit der richtigen Technik kann die Sekretolyse unterstützt und die Lunge geschont werden.

    Huffing:

    Hauchen Sie die Luft aus, wie gegen einen Spiegel. Pressen Sie dabei mit Hilfe der Bauchmuskulatur die ganze Luft raus. Im letzten Drittel soll ein „ffffff“ zu hören sein, da so der Sekrettransport unterstützt wird. Zudem hat die Bauchmuskelanspannung einen Trainingseffekt für die Ausatem-Hilfsmuskulatur – dies erleichtert langfristig die Atmung. Während eines Hustenreizes eingesetzt, kann das Huffing diesen unterbrechen oder zumindest die Lungen schonen, indem der Druck im Brustraum gering gehalten wird.

    Schlaf-Lagerung:

    Obstruktiv Lungenerkrankte haben wegen Husten und Luftnot oft Schlafschwierigkeiten. Einige Patienten leiden zusätzlich unter einem Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre (Reflux). Diese Probleme können verhindert werden, indem Sie Ihren Oberkörper zum Schlafen etwas hoch lagern, z. B. durch ein Kissen unter den Schultern. So wird nicht nur dem Reflux vorgebeugt, die Schwerkraft hilft den Schleim aus den Bronchien abzutransportieren, ohne dass Sie ihn nachts abhusten müssen. Beginnen Sie den nächsten Morgen mit Huffing, um anschließend das Sekret effektiv abhusten zu können.

    Sie sehen also, es gibt in der Tat einige Übungen die sich problemlos in den Alltag integrieren lassen. Üben Sie diese Techniken regelmäßig, damit Ihnen im Ernstfall nicht die Luft weg bleibt.

    Quellenangaben

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