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    Bei der Auswahl einer geeigneten Lokalität für die Studiendurchführung herrscht keine Willkür. Nicht jede Klinik, nicht jede Arztpraxis kann jede Studie bei sich durchführen. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass der Umfang und die Komplexität klinischer Studien von Studie zu Studie stark variieren.

    Für manche Studien ist schlicht ein sehr spezialisiertes medizinisches Personal notwendig, welches nur in großen Universitätskliniken mit entsprechendem Behandlungs- und Forschungsschwerpunkt vorhanden ist. Für andere Studien sind aufwändige diagnostische Prozeduren notwendig – bspw. spezielle radiologische Untersuchungen. Weniger komplexe Studien können auch in ambulanten Behandlungszentren oder in Einzelfällen sogar beim Hausarzt durchgeführt werden.

    Demzufolge finden klinische Studien immer an einen der folgenden Institutionen statt:

    • Universitätskliniken
    • Regionalkrankenhäuser
    • Studienzentren (privatwirtschaftlich oder angesiedelt an einer Klinik)
    • Arztpraxen (Hausarzt oder Facharzt)

    Wenn Sie sich mit dem Thema der klinischen Studien etwas genauer auseinandersetzten und nachschlagen wo aktuell welche Studien durchgeführt werden, werden Sie dabei immer wieder klinischen Studien begegnen, die in Kooperation zwischen verschiedenen Institutionen durchgeführt werden. In der Arzneimittelforschung sind solche “Multi-Center-Studien” mit mehreren beteiligten Kliniken (dies über Ländergrenzen hinweg) weit verbreitet.

    Neben der Wahl des Studienzentrums in Hinblick auf die vorhandene Infrastruktur (Apparaturen, Personal etc.) wird auch darauf geachtet, in welchen Regionen eine vermehrte Anzahl an Betroffenen vorkommt.

    So würde es bspw. in Deutschland keinen großen Sinn machen eine Studie zum Thema Mangelernährung durchzuführen. Zwar gibt es auch in Deutschland Patienten mit einer Mangelernährung, aber in Ländern wie Afrika macht eine derartige Studie viel mehr Sinn.

    Innerhalb Deutschlands können Sie sich diesen Vergleich z.B. anhand der Volkskrankheit COPD anschauen denn, besonders die Bundesländer mit einer Kohlekraftwerk-Vorgeschichte zeigen eine erhöhte Zahl der Erkrankungsrate von an COPD-leidenden Patienten. Studien im Bereich einer COPD machen also in diesen Regionen am meisten Sinn.

    Wie Sie sehen können wird auf unterschiedliche Aspekte um den geeigneten Ort für die Durchführung einer klinischen Studie ausfindig zu machen Rücksicht genommen. Für Sie als Teilnehmer heißt dies im Grunde nur, dass es bei der Auswahl des geeigneten Studienortes eine Reihe Abwägungen hinsichtlich der Sinnhaftigkeit der Örtlichkeit gab. Im Fokus steht bei diesen Überlegungen nicht nur der wirtschaftliche Aspekt, sondern auch die Sicherheit des einzelnen Studienteilnehmers.

    Quellenangaben

    • Vfa. Die forschenden Pharmaunternehmen (2016). Patienten in klinischen Studien. Hrsg. Durch vfa, Berlin. S. 2.

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