Lungenemphysem – Eine weitere COPD-Erkrankung


Im Laufe vieler COPD-Erkrankungen kommt es zur Ausprägung eines Lungenemphysems. Aber was genau ist das eigentlich? Und was bedeutet das Lungenemphysem für die Betroffenen? Mondosano hat für Sie recherchiert!


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Stethoskop zur Lungenemphysem Diagnostik
10% aller obduzierten Patienten in einer Klinik weisen ein Lungenemphysem auf. In 2-5% der Fälle stellt dieses Lungenemphysem eine wesentliche Todesursache dar.

Was ist ein Lungenemphysem?

Unter einem Lungenemphysem wird eine irreversible (nicht rückgängig machbar) Erweiterung der Bronchien verstanden. Diese Erweiterung ist Folge einer Zerstörung der Bronchienwände aufgrund einer jahrelangen Überbeanspruchung dieser. Bei dieser Überbeanspruchung kommt es zu einer enzymatischen Auflösung des Lungengerüsts.


Wie kann ein Lungenemphysem diagnostiziert werden?

Eine Frühdiagnose mittels Röntgenuntersuchung und dem Erscheinungsbild (klinisches Bild) des Patienten ist nicht möglich. Da vor allem Patienten mit einem obstruktiven Leiden der Lunge ein hohes Risiko haben ein Lungenemphysem auszubilden, sollten diese Patienten nach dem aktuellen Wissenstand einmal im Leben eine Untersuchung auf einen Alpha-1-AT-Mangel erhalten. Besonders bei dem Vorliegen eines solchen Mangels ist das Risiko ein Lungenemphysem auszubilden erhöht. Weiß man um den Umstand dieses Alpha-1-AT-Mangels, kann frühzeitig interveniert werden.


Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Hat sich bei einem Patienten ein Lungenemphysem ausgebildet muss dafür gesorgt werden, dass sich das Emphysem nicht weiter verschlechtert (Progression). Denn: Wie eingangs bereits gesagt, ist eine Heilung nicht möglich! Neben der Therapie der Begleiterkrankungen eines Lungenemphysems können sich Betroffene mit den folgenden einfachen fünf Verhaltensweisen vor einer Verschlechterung des Lungenemphysems schützen:


1. Meidung von Reizstoffen wie Zigarettenrauch und Staub

2. Konsequente und nicht zögerliche Behandlung von Infekten der Bronchien und der Lunge

3. Jährliche Impfung gegen die Grippe (Influenzavirus) und Impfung gegen Pneumokokken

4. Konsequente Behandlung der Obstruktion (bei COPD-Patienten mit den entsprechenden Sprays)

5. Regelmäßige Atemgymnastik

Sollte sich das Lungenemphysem trotz aller Maßnahmen zusehends verschlechtern und der Patient immer mehr Probleme bei der Atmung bekommen, muss über eine Sauerstofftherapie oder gar über eine Beatmungstherapie nachgedacht werden. Dieser Schritt muss gut überlegt sein und die Patienten und auch die Angehörigen müssen sich über aller Konsequenzen dieser Therapiemaßnahme im Klaren sein. Neben den fünf Verbesserungs- und Präventionsmaßnahmen und der Therapie mit Sauerstoff kommen aus chirurgischer und interventioneller Sicht noch folgende drei Optionen bei der Therapie eines Lungenemphysems in Frage:


Operative Lungenvolumenreduktion:

Bei dieser Form der Behandlung wird das krankhafte, emphysematöse Lungengewebe entfernt.

Endoskopische Lungenvolumenreduktion

Immer wieder wird diese Form der Therapie im Internet angesprochen. Hierzu gehören die sogenannten Coils und Stents. Die Wirkung ist ähnlich wie bei der operativen Lungenvolumenreduktion, jedoch kommt es hier zu einer Ausstopfung der der überblähten Areale (Coils) oder zu einer Schienung dieser (Stents). Die Wirkung ist umstritten und nur wenige Patienten profitieren von dieser Form der Therapie.

Lungentransplantation:

Diese Form der Therapie ist nur in sehr wenigen Fällen eine wirkliche Option. Es gibt zu wenig Organe, eine jede Organtransplantation geht mit einer Vielzahl unterschiedlicher Nebenwirkungen und Risikoerhöhungen einher und nicht alle Patienten „eignen“ sich für eine Transplantation.


Wie ist die Prognose eines Lungenemphysems?

Je früher ein Lungenemphysem entdeckt und somit optimal therapiert werden kann, desto besser ist auch die Prognose für die Patienten. Sollten Betroffene das Rauchen nicht einstellen, ist ein rasches voranschreiten der Erkrankung zwangsläufig die Folge: Die mittlere Lebenserwartung eines Rauchers liegt dann bei 48 Jahren. Stellen Erkrankte das Rauchen jedoch frühzeitig ein, liegt die mittlere Lebenserwartung bei 67 Jahren. Dieser Lebenserwartungsunterschied von 19 Jahren sollte viele Betroffenen darüber nachdenken lassen, das Rauchen endgültig einzustellen.


Ein Lungenemphysem ist und bleibt eine schwere Erkrankung. Bisher ist eine Heilung dieser Erkrankung nicht möglich. Durch Aufklärung der Betroffenen und eine Sensibilisierung der Ärzte hin zu einer konsequenten Therapievorgabe, kann das Leben vieler Betroffene jedoch auf einem höchstmöglichen Maß an Freude und Lebensqualität gehalten werden.


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Quellenangaben

veröffentlicht am 05.07.2017 | verfasst vom Redaktionsteam