Welche Medikamente bei einer COPD helfen


Als COPD-Patient erhält man viele verschiedene Medikamente die die Symptome der COPD lindern sollen. Aber wissen Sie was Sie dort nehmen? Wie die Medikamente wirken und was es sonst noch für Medikamente auf dem Markt gibt?


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Mondosano hat Ihnen die wichtigsten Medikamentengruppen zusammengefasst und erklärt Ihnen einfach und präzise, wie die Substanzen im Körper wirken.


1. Bronchodilatatoren (Bronchien erweiternd)

Medikamente, die die Bronchien erweitern sind immer noch die zentrale Therapieoption einer COPD. Das Problem der an COPD erkrankten Lunge ist die dauerhafte Obstruktion (Verengung) des Bronchialsystems. Sie können sich das wie folgt vorstellen:


Medikamente bei einer COPD

Bei einer COPD kommen die Faktoren Schleim, angespannte Muskulatur und eine geschwollene Schleimhaut zu trage. All diese Faktoren führen zu den Symptomen der Atemnot und des produktiven Hustens. Die Bronchodilatatoren erweitern die Atemwege und erleichtert dadurch die Atmung.

Es gibt 3 Gruppen der Bronchodilatatoren. Die Wirkmechanismen sind zwar immer etwas unterschiedlich, die Wirkung bleibt jedoch immer dieselbe – Erweiterung der Bronchien.

Bsp. für Medikamente aus den unterschiedlichen Arzneigruppen:

  • Beta2-Agonisten (kurzwirksame und langwirksame): Salbutamol, Formoterol, Salmeterol
  • Anticholinergika (kurzwirksame und langwirksame): Atrovent, Spiriva, Bretaris, Incruse
  • Theophyllin (kommt eher selten als „Mittel der Reserve“ zum Einsatz): Aerobin, Afonilum, Bronchoretard

In Studien ist nachgewiesen worden, dass langwirksame Medikamente die Symptome effektiver bekämpfen als die kurzwirksamen Geschwister der gleichen Substanzgruppe. Die Anzahl von Exazerbationen (akute Verschlechterung) und die damit häufig vermehrten Krankenhausaufenthalte der Patienten, können mit einer Therapie von langwirksamen Bronchodilatatoren reduziert werden.


2. Kortikosteroide

Die Therapie mit inhalativem Kortison verbesserte die Symptomlast der Patienten, erhöht die Lungenfunktion und steigert die Lebensqualität. Kortison führt zu einer Entzündungshemmung und reduziert dadurch die Schleimhautschwellung und Sekretproduktion. Allerdings ist eine häufige Ein- nahme von Kortison (große Dosen) auch mit einem erhöhten Risiko von Lungenentzündungen verbunden. Einige Patienten reagieren bei dem Absetzen des Kortisons mit vermehrten Exazerbationen. Der Einsatz einer systemischen (Tabletten, Infusionen) Kortisontherapie muss von den Ärzten gut überlegt sein. Hier muss eine kritische Nutzen-Risiko- Analyse erfolgen.


3. Kombinationstherapie aus Bronchodilatatoren und Kortison

Viele Patienten werden genau dies kennen: Ihre Sprays enthalten nicht nur ein Medikament das die Bronchien erweitert, sondern auch Kortison das die Schwellung und Sekretproduktion reduziert. Zusammen mit einem Kortisonpräparat sind die langwirksamen Beta2-Agonisten noch effektiver als in der alleinigen Anwendung. Auch hier darf die erhöhte Neigung zu einer Lungenentzündung nicht unausgesprochen bleiben. Die Global Initiave for Chronic Obstructive Lung Disease (GOLD) spricht außerdem davon, dass der Wechsel einer Beta2-Agonisten/Kortison- Therapie auf ein Anticholinergikum weitere Benifits für den Patienten bringen kann.


4. Phospodiesterase 4 Hemmer

Zu dieser Substanzgruppe gehört das Medikament Daxas. Es kommt erst bei einer schweren COPD (GOLD 3-4) zum Einsatz. Es senkt die Exazerbationsraten und verbessert sekundär die Lungenfunktion der Patienten. Der Wirkmechanismus umfasst eine Reduktion der Entzündungs- antwort des Lungengewebes und die Entspannung der Muskulatur.


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Natürlich gibt es neben der rein medikamentösen Therapie Ihrer COPD auch noch anderweitige unterstützende oder ergänzende Möglichkeiten. Dazu gehören Trainingsprogramme um die Ausdauer zu steigern und die Lungenfunktion zu verbessern, Sauerstoff und Beatmungsgeräte und operative Eingriffe. Informationen zu diesen Möglichkeiten können Sie in unserem COPD-Ratgeber nachlesen.

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Quellenangaben

veröffentlicht am 09.03.2017 | verfasst vom Redaktionsteam