Diabetes Glossar

Fachwörter im Zusammenhang mit Diabetes machen viele Texte zu diesem Thema schwer verständlich. In unserem Glossar finden Sie die häufigsten Begriffe verständlich erklärt. Erfahren Sie noch mehr zur Volkserkrankung Diabetes in unserem Diabetes-Ratgeber.


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A

ACE-Hemmer

Eine Substanz, welche das Enzym ACE (Angiotensin-Converting-Enzym) blockiert. Dies ist für die Blutdruckregulation von großer Bedeutung. Typischerweise werden ACE-Hemmer bei Bluthochdruck und Herzmuskelschwäche eingesetzt.

Aceton

Aceton ist ein Stoffwechselprodukt, das bei der Fettverbrennung entsteht. Im Fall eines diabetischen Komas wird es vermehrt gebildet und führt zu einem veränderten Geruch des Atems, welcher an Nagellackentferner erinnert.

Adipositas

Bei einer stark über das Normalmaß hinausgehenden Vermehrung des Körperfetts spricht man von Adipositas. Ein häufig verwendeter Grenzwert ist dabei ein BMI von über 30. Eine Adipositas kann die Gesundheit erheblich beeinträchtigen, indem Sie z. B. das Erkrankungsrisiko für Diabetes erhöhen. 

Alpha-Glucosidasehemmer

Durch diese Medikamente wird die Aufnahme von Kohlehydraten aus dem Verdauungstrakt verzögert.

Antidiabetika

Alle Medikamente, die den Blutzucker senken, und damit zur Behandlung von Diabetes eingesetzt werden.

Arterien

Blutgefäße, die vom Herzen wegführen. Im Lungenkreislauf wird von den Arterien sauerstoffarmes Blut in die Lungenbläschen transportiert, im Körperkreislauf hingegen sauerstoffreiches Blut in alle Körperteile und Organe.

Arteriosklerose (auch: Atherosklerose)

Eine Systemerkrankung der Schlagadern, bei welcher die Gefäßinnenwände verkalken. Folgen sind eine verminderte Elastizität sowie eine Verengung der Blutgefäße.

Autoimmunkrankheit

Bei einer Autoimmunerkrankung richten sich die eigenen Abwehrzellen, welche normalerweise Krankheitserreger bekämpfen, gegen körpereigene Zellen. Dies führt zur Beschädigung oder Zerstörung dieser Zellen. Beim Diabetes Typ 1 werden beispielsweise irrtümlich die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse angegriffen.


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B

Ballaststoffe

Zu den Mehrfachzuckern (Stärke) gehörende, unverdauliche, pflanzliche Substanzen. Ein wichtiger Ernährungsbestandteil, der den Magen füllt, das Sättigungsgefühl reguliert und die Aufnahme von Glukose ins Blut verlangsamt.

Bauchspeicheldrüse (Pankreas)

Der Pankreas ist für den Zuckerstoffwechsel ein wichtiges Organ, in welchem Insulin und Glukagon gebildet werden.

Basis-Bolus-Therapie (BBT)

Eine Insulintherapie mit zwei verschiedenen Insulintypen. Dabei wird einerseits ein lang wirksames Insulin als „Basis“ gespritzt, zusätzlich vor jeder Mahlzeit ein Kurzzeitinsulin, um die Erhöhung des Blutzuckers nach der Mahlzeit zu kompensieren.

Betazellen (Inselzellen)

Insulinproduzierende Zellen der Bauchspeicheldrüse.

Biguanide

Eine Gruppe blutzuckersenkender Medikamente, welche die Aufnahme von Glukose ins Fett- und Muskelgewebe verbessert und die Zuckerproduktion der Leber senkt. Ein weit verbreitetes Medikament dieser Gruppe ist Metformin.

BMI (Body-Mass-Index)

Kontrollwert für die Beurteilung der Körperfettmasse im Verhältnis zum Körpergewicht und der Größe. Die gängige Formel zur Berechnung lautet:

Körpergewicht (in kg) geteilt durch die Körpergröße (in Metern) zum Quadrat. Normalgewicht ist als BMI im Bereich von 18,5-24,9 definiert.

Broteinheiten (BE)

Einheit für die Kohlenhydrate, die in einem Nahrungsmittel enthalten sind. Eine Broteinheit entsprich 10-12 Gramm verwertbarer Kohlenhydrate.

Blutzucker (BZ), Blutzuckerspiegel

Der Glukosegehalt im Blut wird als Blutzucker (-spiegel) bezeichnet.

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C

CSE-Hemmer

Cholesterin-Synthese-Hemmer sind Medikamente, die das Enzym hemmen, welches das körpereigene Cholesterin bildet. Diese Medikamente schützen die Gefäße und wirken vorbeugend gegen Ablagerungen an den Gefäßinnenwänden.

Kontinuierliche subkutane Insulin-Infusion (CSII)

Bei dieser Therapieform wird kurzwirksames Insulin mittels Infusionspumpe kontinuierlich unter die Haut gespritzt.

Konventionelle Insulintherapie (engl.: conventional therapy, CT)

Form der Therapie, bei welcher ein- oder zweimal täglich Insulin in einer festen Dosis verabreicht wird. Der Betroffene muss sich dabei im Tagesablauf sowie hinsichtlich der Zeitpunkte und Menge der Nahrungsaufnahme an einen festen Ablauf halten.

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D

Diabetische Nephropathie

Durch dauerhaft zu hohe Blutzuckerwerte kann es nach längerer Zeit vorkommen, dass die Nierenfunktion eingeschränkt wird oder verloren geht. Dabei können auch eine erbliche Veranlagung sowie hoher Blutdruck ausschlaggebend sein. In der Folge kann eine Dialyse, eine künstliche Blutwäsche, notwendig sein.

Diabetische Polyneuropathie

Ebenfalls durch zu hohen Blutzucker kann eine Schädigung der Nerven auftreten. Symptome sind dabei Gefühlsverlust, Kribbeln oder ein verändertes Schmerz- und Temperaturempfinden. In der Folge kann es zu Störungen des Herz-Kreislauf-Systems, der Blasen- oder Darmentleerung und auch der Sexualfunktion kommen.

Diabetische Retinopathie

Eine Spätkomplikation des Diabetes im Bereich der Augen. Die Netzhaut wird von kleinen Gefäßen durchblutet, die sensibel auf veränderte Blutzuckerwerte reagieren. In der Folge ist die Durchblutung der Gefäße beeinträchtigt, was Schäden an der Netzhaut nach sich ziehen kann. Im schlimmsten Fall droht dabei Erblindung.

Diabetisches Fußsyndrom

Durch eine erhöhte Infektneigung in Kombination mit einer gestörten Wundheilung bei Diabetikern kann es als Folge der Gefäß- und Nervenschädigung dazu kommen, dass kleinste Verletzungen zu Geschwüren oder Entzündungen führen. Vermieden werden kann dieses Syndrom durch eine gute Einstellung des Stoffwechsels, konsequente Fußpflege sowie das Tragen geeigneter Schuhe.

Diabetisches Koma (hyperglykämisches Koma)

Zustand mit akuter Bewusstseinseintrübung. Ursache ist eine Hyperglykämie, ein zu hoher Blutzuckerspiegel. Dieser Zustand kann lebensbedrohlich sein.

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E

Erektile Dysfunktion (ED, Impotenz)

Unfähigkeit zur Ausübung des Geschlechtsaktes. Das Risiko einer ED ist bei Männern mit Diabetes bis zu viermal höher.

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F

Fruchtzucker (Fructose)

Einfachzucker, welcher im Gegensatz zu Glukose insulinunabhängig verstoffwechselt wird.

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G

Glinide

Medikamente, welche den Blutzucker senken indem sie die insulinproduzierenden Zellen zu einer höheren Produktion anregen.

Glitazone (Insulinsensitizer)

Medikamente, welche die gestörte Insulinempfindlichkeit verbessern und die Produktion des Zuckers in der Leber senken.

Glukagon (auch: Glucagon)

Hormon, welches den Blutzuckerspiegel erhöht. Es wird in den Inselzellen der Bauchspeicheldrüse gebildet und stellt den natürlichen Gegenspieler des Insulins dar. Im Notfall kann es gegen akute Unterzuckerung gespritzt werden.

Glukose (Dextrose, Traubenzucker)

Das kleinste Zuckermolekül wird normalerweise in konstanter Konzentration im Blut vorgehalten. Es stellt den wesentlichen Energielieferanten im Körper dar. Durch Glukosezufuhr steigt der Blutzuckerspiegel, was wiederum die Ausschüttung von Insulin zur Folge hat. Insulin ist als einziges Hormon des Körpers in der Lage, den Blutzucker zu senken.

Glukosurie

Zuckerausscheidung über den Urin. Ab einem Blutzuckerwert von 180 mg/ dl („Nierenschwelle“) ist Zucker im Urin (Glukosurie) nachweisbar.

Glykogen

Eine Speicherform der Glukose in Leber und Muskulatur.

Glyx (Glykämischer Index)

Dieser Index gibt an, wie schnell die Aufnahme einer bestimmten Nahrung zum Anstieg des Blutzuckerspiegels führt. Ein niedriger Glyx, also ein langsamer Anstieg, ist grundsätzlich empfehlenswert. Um den Langzeitzuckerwert zu senken, sollte der Glykämische Index bei der Ernährung berücksichtigt werden. 

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H

HbA1c

Wichtiger Blutzuckerwert: Anteil des Hämoglobins (roter Blutfarbstoff), an das Zuckermoleküle gebunden sind – das Hämoglobin ist glykiert. Da die Menge des glykierten Hämoglobins vom mittleren Blutzuckerspiegel der vergangenen 2-3 Monate abhängt, wird diese auch als Blutzuckergedächtnis bezeichnet und zur Einstellung des Diabetes verwendet.

Hyperglykämie

Akute Überzuckerung, also ein Anstieg des Blutzuckers über den Normalwert. Typische Symptome sind dabei Harndrang, Müdigkeit und Durst. Im Extremfall kann ein diabetisches Koma ausgelöst werden.

Hypoglykämie

Sinkt der Blutzucker unter 50 mg/dl, so handelt es sich um eine akute Unterzuckerung. Häufig wird diese durch Fehler in der Diabetestherapie verursacht. Ankündigungssignale sind Zittern, Schweißausbrüche und Herzklopfen. In besonders schweren Fällen kann es zu Bewusstseinsstörungen oder Krämpfen kommen. Schlimmstenfalls kann eine Unterzuckerung zum hypoglykämischen Koma führen.

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I

Intensivierte konventionelle Therapie (ICT)

Therapieform, bei der dreimal täglich langwirksames Insulin sowie darüber hinaus, angepasst auf die jeweiligen Portionen, zum Essen kurzwirksames Insulin gespritzt wird. Diese Therapieform bedarf einer ausführlichen Schulung.

Gestörte Glukosetoleranz (IGT)

Vorstufe des Diabetes. Nüchtern ist der Blutzucker im normalen Bereich, nach dem Essen hingegen steigt dieser stärker an als bei einem gesundem Stoffwechsel. Es besteht ein erhöhtes Risiko, an einem Diabetes zu erkranken.

Insulin

Hormon, welches in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird und für die Regulation des Blutzuckerspiegels lebensnotwendig ist. Wird zu wenig Insulin produziert oder bilden sich Insulinresistenzen, so kann der Blutzucker nicht in die Zellen gelangen und der Blutzuckerspiegel im Blut steigt stark an. In den Zellen hingegen führt dies zu einem Zuckermangel. Dieses Phänomen wird als Diabetes mellitus oder Zuckerkrankheit bezeichnet.

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K

Ketoazidose

Eine überhöhte Säurekonzentration im Blut als Folge einer erhöhten Fettverbrennung in den Körperzellen. Dies tritt bei mangelnder Energieversorgung der Zellen mit Zucker auf, beispielsweise durch Insulinmangel oder -resistenz. Die beim Fettabbau entstehenden Ketonkörper sind dann in Blut, Urin und Atemluft nachweisbar.

Kohlenhydrate (KH, Sacharide)

Größter Energielieferant, hauptsächlich in pflanzlichen Nahrungsmitteln enthalten. Es werden Monosacharide wie Traubenzucker und Fruchtzucker, Disacharide wie Kristall- und Milchzucker sowie Polysacharide wie Stärke, Zellulose und Ballaststoffe unterschieden. Letztere werden wesentlich langsamer in Glukose aufgespalten und sind für den Körper über einen längeren Zeitraum nutzbar. Diabetiker müssen bei Ihrer Ernährung die Menge an Kohlenhydraten im Auge behalten. 

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L

LADA

Seltene Form des Diabetes Typ 1, bei welcher sich der Insulinmangel erst im Erwachsenenalter manifestiert und eher langsam voranschreitet. Trotzdem sollte auch hier möglichst früh mit Insulin behandelt werden, um die Bauchspeicheldrüse zu schonen.

Langerhans-Inseln

Bereich der Bauchspeicheldrüse, in welchem die Produktion des Insulins stattfindet.

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M

Makroangiopathie

Verkalkung, Verlust der Elastizität und Verengung größerer Blutgefäße als Folge eines dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegels.

Metabolisches Syndrom

Erkrankung des Stoffwechsels mit hohem Blutdruck, Übergewicht, hohen Blutfetten und Diabetes.

Mikroangiopathie

Veränderung des Feingewebes im Nervengewebe, Netzhaut und Nieren, verursacht durch dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte.

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N

Normoglykämie

Normaler Blutzuckerpsiegel. Korridor: Nüchtern über 60 mg/dl, nach dem Essen unter 140 mg/dl.

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O

Orale Antidiabetika

Medikamente in Tablettenform, die oral (über den Mund) aufgenommen werden und bei Typ 2-Diabetes den Blutzuckerspiegel senken.

Oraler Glukosetoleranz-Test (oGTT)

Verfahren zur Ermittlung eines Diabetes. Auf nüchternen Magen (mind. 12 Stunden) werden dabei 75 Gramm Traubenzucker verabreicht. Ist der Blutzucker zwei Stunden nach der Einnahme höher als 200 mg/dl, so liegt eine Diabeteserkrankung vor.

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P

postprandial (p.p.)

Nach dem Essen.

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S

Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes)

Eine Sonderform der Zuckerkrankheit, die nur während der Schwangerschaft auftritt und im Anschluss wieder verschwindet. In ca. 3-8 Prozent aller Schwangerschaften kann es dazu kommen, dass die Insulinproduktion den erhöhten Bedarf nicht mehr deckt. Da hierdurch Risiken für Mutter und Kind entstehen, muss ein Schwangerschaftsdiabetes mit Insulin behandelt werden.

Subkutane Injektion

Das Spritzen einer Substanz in das Unterhautfettgewebe wird als subkutane Injektion bezeichnet. Es ist die häufigste Form der Verabreichung von Insulin.

Sulfonylharnstoffe

Blutzuckersenkende Medikamente, die zu einer Erhöhung der Insulinproduktion führen.

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W

Weltgesundheitsorganisation (WHO, World Health Organization)

Die WHO wurde 1948 als Sonderorganisation der vereinten Nationen mit Sitz in Genf gegründet. Ihr erklärtes Ziel ist es, den besten möglichen Gesundheitszustand aller Menschen zu erreichen.

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Z

Zucker

Anderes Wort für Kohlenhydrate. Im Alltag häufig für „Kristallzucker“ verwendet, im medizinischen Bereich gebräuchliches Synonym für Glukose.

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