Depression – Mehr als eine Modeerscheinung?!


Eine Depression ist eine schwerwiegende Erkrankung, die rund 20% der Weltbevölkerung betrifft. Eine Enttabuisierung ist dringend notwendig! Sowohl Betroffene, als auch Angehörige müssen offen darüber reden können/ dürfen. Eine Depression ist eine belastende Situation für alle und kann im schlimmsten Fall Leben beenden.


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Mann mit Depression beim Arzt

Was ist eine Depression?

Eine Depression ist eine schwere psychische Erkrankung mit typischen Symptomen wie:

  • Interessensverlust und Verlust der Freude
  • Antriebsstörung
  • depressive (niedergeschlagene) Stimmung

Hinzu kommen Symptome der Schlafstörung, eine Appetitlosigkeit, Schuldgefühle und Gefühle der Wertlosigkeit, ein vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen und eine verminderte Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörung.


Was sind die Symptome einer Depression?

Betroffene berichten von einer „…vollkommenen Leere.“, alles scheint „…sinnlos und wertlos.“. Unkontrolliert kommt es zu Tränen. Stille ist der einzig auszuhaltende Zustand. „Ich weiß nicht wie lange ich da so saß, wie lange ich auf diesen Fleck an der Decke gestarrt habe. Ich saß einfach nur da und habe nichts gefühlt. Ich wollte einfach nur verschwinden. Mich auflösen und nicht mehr Sein.“.

Depressive Patienten haben nicht nur eine veränderte Wahrnehmung und zeigen ein verändertes Verhalten, sie haben auch körperliche (somatische) Beschwerden. Häufig kommt es zu einem gestörten Schlaf-Wach-Rhythmus – Betroffene sind schlaflos und leiden unter Früherwachen. Gleichzeitig sind sie appetitlos und verlieren Gewicht. Ein Kreislauf kann entstehen:


Teufelskreislauf Depression

Viele Betroffene isolieren sich von dem gewohnten Umfeld. Aus eigentlich geselligen Menschen werden Einzelgänger. Sie halten die Freude, die Sorglosigkeit und die Leichtigkeit der anderen nicht mehr aus. „Wie kann es sein, dass sich bei mir alles so schwer und dunkel anfühlt und alle anderen leben ganz normal weiter? Warum können Sie die ganze Zeit Lachen und mir schießen plötzlich und vollkommen grundlos Tränen in die Augen?“.

Hobbys werden nicht mehr ausgeübt, die Arbeit überfordert sie. Depressive sind nicht faul oder leiden zwangsläufig unter einem Burnout. Bedingt durch die Konzentrationsstörung und die Antriebslosigkeit ist ein 8 Stunden Arbeitstag jedoch eine Hürde die irgendwann nicht mehr überwunden werden kann. Es kommt zu vielen Pausen, die eigene Handlungsunfähig wird versucht zu verschleiern. Irgendwann ist auch das nicht mehr möglich und Betroffene können für diese Täuschung keine Energie mehr aufbringen.

Depressive verlieren das Gefühl von Selbstfürsorge- und Liebe. Es fällt schwer einen Grund zu finden nicht einfach bei Rot über die Ampel zu gehen. Der Wert des eigenen Lebens scheint abhandengekommen – Suizidgedanken können folgen.


Einmal eine Depression, immer eine Depression?

Formen der Depression

Wie Sie sehen können. gibt es unterschiedliche Formen der Depression. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Betroffene die bereits eine depressive Episode in ihrem Leben erlitten haben, mit einer Wahrscheinlichkeit von 50-85% eine weitere Depression erleiden. Die Rezidivraten sind erschreckend hoch. Mit jeder durchlebten Depression erhöht sich die Rezidivrate um weitere 16%. Diese Zahlen lassen erkennen wie wichtig eine suffiziente Diagnosestellung, eine Behandlung und die angepasste Rezidivprophylaxe ist.

Nicht nur Betroffene müssen ihre Erkrankung ernstnehmen dürfen, auch das Umfeld muss eine Depression nicht als Zeichen der Schwäche, der Über- oder Unterforderung wahrnehmen, sondern als ernste Erkrankung. Mit Hilfe einer adäquaten Psychotherapie und gegebenenfalls einer medikamentösen Therapie lassen sich Rückfälle minimieren bzw. der Schweregrad mildern. Nützliche Coping-Strategien können helfen. Um diese für sich zu identifizieren und entsprechend zu modellieren, muss der Betroffene sich jedoch erst selbst eingestehen Hilfe zu benötigen.


Wie gehe ich mit einer depressiven Person um? Kann ich etwas falsch machen?

In erster Linie müssen Sie eine Depression als Erkrankung anerkennen. „Ich will diese Leere in mir nicht spüren. Ich möchte, dass sich der Spaziergang in den frühen Morgenstunden vor der Kulisse eines Sonnenaufgangs wieder schön anfühlt, sich in mir wieder die Lust des Lebens spürbar macht. Ich möchte wieder Freude bei dem Lachen eines Kindes verspüren. Ich möchte den Schmerz eines Messerschnitts in meinem Finger fühlen. ICH WILL WIEDER ICH SEIN!“.

Betroffene wollen nicht depressiv sein. Sie gehen dagegen vor. Sie versuchen alles um diesen Zustand zu überwinden. Es hilft Ihnen nichts, wenn Freunde und die eigene Familie die Depression nicht als Erkrankung, als einen Zustand den der Betroffene sich selbst ausgedacht hat oder selbst bastelt (ein Hirngespinst) sehen. Bleiben Sie geduldig, bringen Sie Verständnis auf, halten Sie sich mit guten Ratschlägen zurück und ganz wichtig, überfordern Sie sich nicht selbst. Versuchen Sie nicht den ganzen Schmerz des Betroffenen aufzufangen, ihn zu kanalisieren und ins Gute umzuwandeln. Erkennen Sie Ihre eigene Belastungsgrenze und sorgen Sie lieber für eine professionelle Hilfe, die Ihr Liebster in Anspruch nehmen kann – Selbsthilfegruppen, Versorgungsnetze, Psychologen.


Gibt es Erkrankungen, die eine Depression begünstigen?

Die Entstehungsmechanismen einer Depression sind bis heute nicht eindeutig geklärt. Wissenschaftler gehen von Störungen der Informationsübermittlung zwischen einzelnen Neuronen aus. Bestimmte Neurotransmitter oder Zytokine sind zu wenig oder zu viel vorhanden. Darüber hinaus wird davon ausgegangen, dass bspw. ein Überschuss von negativen Stress (Disstress) die Ausprägung einer Depression begünstigen können. Patienten mit einem erhöhten Stresspegel haben einen erhöhten Cortisol-Spiegel im Blut. Dieser Überschuss an Cortison wirkt sich positiv bei der Ausprägung einer Depression aus. Von einer genetischen Disposition wird ebenfalls ausgegangen und die Auswirkung von psychosozialen Faktoren wie bspw. ein schweres traumatisches Erlebnis gleich einer Trennung oder eines Todesfalls scheint belegt. Es gibt unterdes auch anderweitige Erkrankungen die gehäuft eine Depression als Komorbidität aufweisen. Besonders Patienten mit Erkrankungen des Herzes-Kreislaufsystems (Herzinfarkte, Herzinsuffizienz, KHK etc.) weisen häufig eine Depression als Begleiterkrankung auf. Auch Diabetiker, Patienten mit einem zerebralen Insult (z.b. einem Schlaganfall) und Betroffene von muskulären Erkrankungen haben erhöhte Prävalenzraten. Patienten mit einer Depression können aber auch weitere Komorbiditäten ausprägen. Diese sind beispielhaft:

  • Angststörungen
  • Impulskontrollstörungen inkl. ADHS
  • Suchtpotenzial (Alkohol und andere härtere Drogen)

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Quellenangaben

veröffentlicht am 05.04.2017 | verfasst vom Redaktionsteam