Der Einfluss des Lebensstils auf Morbus Crohn und Colitis ulcerosa


Verschiedene Studien belegen, dass man den Verlauf chronisch entzündlicher Darmerkrankungen teilweise selbst in der Hand hat. Worauf es laut einer aktuellen Studie besonders ankommt, erfahren Sie hier.  


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Frau mit CED formt Herz auf Bauch

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa gehören zu den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED). Dabei kommt es durch eine Veränderung der Schleimhaut des Darms bzw. des gesamten Verdauungstraktes zu einer verminderten Barrierefunktion dessen. Die Folge: Nicht nur harmlose, sondern auch schädliche Stoffe können durch die Darmwand gelangen. Der Körper reagiert in beiden Fällen mit einer Entzündung als Abwehrreaktion. Die Ursachen hierfür sind weitestgehend ungeklärt. Auch über die genauen Auswirkungen der verschiedenen Risikofaktoren ist noch nicht viel bekannt. Aber immer wieder bringen verschiedene Studien etwas mehr Licht ins Dunkel.


Was sind die neusten Erkenntnisse?

In einer kürzlich veröffentlichten schwedischen Studie wurden 525 Personen nach ihrem Lebensstil befragt. Dazu füllten sie einen Fragebogen aus, in dem sie u. a. Angaben zu ihrem Alkoholkonsum und Rauchverhalten machten. Im späteren Verlauf sind 72 von ihnen an Colitis ulcerosa erkrankt und 26 an Morbus Crohn. Die Erkrankungen an Colitis ulcerosa trafen durchschnittlich 6 Jahre nach Studienbeginn in einem Durchschnittsalter von 52 Jahren ein. Bei Morbus Crohn waren es 4 Jahre nach Studienbeginn bei einem Erkrankungsalter von 53 Jahren.

Das Ergebnis dieser Studie war eindeutig: Anhand der Fragebögen ließ sich feststellen, dass Rauchen das Erkrankungsrisiko an Morbus Crohn etwa verdoppelt und für Colitis ulcerosa sogar fast verdreifacht. Keinen Einfluss auf das Erkrankungsrisiko hatten hingegen der Familienstand, Bildungsgrad, Alkoholkonsum und das Ausmaß der körperlichen Aktivität.


Was haben vorherige Studien ergeben?

Im Jahr 2007 untersuchte eine britische Studie die Dauer der Remission von Morbus Crohn Patienten, die durch die Entfernung eines Darmabschnittes erreicht wurde. Dabei hatten 57% der nicht-rauchenden Teilnehmer in den 3 folgenden Jahren keinen Rückfall. Bei den Rauchern waren es nur 40%.

Auch schon 2001 wurde der Einfluss von Rauchen auf Morbus Crohn untersucht. Dabei wurden betroffene Raucher, Nichtraucher und ehemalige Raucher, die seit einem Jahr nicht mehr rauchten, 29 Monate lang verglichen – mit ermutigendem Ergebnis: Im Hinblick auf die Entzündungsaktivität unterschieden sich die ehemaligen Raucher nicht signifikant von den Nichtrauchern. Dies war auch hinsichtlich des Bedarfs an Kortison und Immunsuppressiva der Fall, während dieser bei Rauchern erhöht war.


Frau zerbricht Zigarette gegen CED-Risiko

Wie wirkt sich Rauchen also auf M. Crohn und Colitis ulcerosa aus?

Diese und ähnliche Studien haben also belegt, dass Raucher nicht nur ein erhöhtes Erkrankungsrisiko, sondern auch ein ebenso erhöhtes Schubrisiko haben. Außerdem verlaufen die Erkrankungen bei Rauchern schwerer. Wer aufhört zu rauchen, kann seinen Krankheitsverlauf sogar noch positiv beeinflussen. Es lohnt sich also!


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Quellenangaben

veröffentlicht am 07.06.2018 | verfasst vom Redaktionsteam