Schuppenflechte – Neue Hoffnung durch Forschung


Seit Jahren wird intensiv an der Erforschung und Zulassung neuer Behandlungsmöglichkeiten für Schuppenflechte gearbeitet. Ein Überblick über die aktuelle Forschung und neue Wirkstoffe.


Studien zu Schuppenflechte – hier mehr erfahren
Psoriasis Forschung unter einem Mikroskop

Wenn bei schwerer bis mittelschwerer Psoriasis Salben und Tabletten nicht ausreichend wirken, kann eine relativ neue Medikamentengruppe zum Einsatz kommen: Biologika

Hierbei handelt es sich um biotechnologisch hergestellte Proteine, die gezielt in immunologische Prozesse eingreifen. Sie richten sich gegen bestimmte Entzündungsbotenstoffe und die entzündungsfördernden Zellen des Immunsystems. Dadurch wirken sie deutlich zielgerichteter als andere Medikamente. Allerdings hat dieser Eingriff in das Immunsystem eine erhöhte Infektanfälligkeit zur Folge. Außerdem werden die Proteine im Magen-Darm-Trakt abgebaut, sodass eine orale Einnahme nicht möglich, d. h. diese Wirkstoffe müssen gespritzt werden. Zu ihnen gehören z. B. Etanercept, Adalimumab, Infliximab, Golimumab sowie Ustekinumab.

Neuere, teilweise noch in der Erforschung befindliche Therapieansätze zielen darauf, mittels Biologika möglichst spezifisch in den noch nicht in allen Einzelheiten geklärten Entzündungsprozess einzugreifen.
Dadurch soll eine gute Wirksamkeit bei gleichzeitig geringer Nebenwirkungsrate erreicht werden. Hierbei spielen Interleukine eine große Rolle. Interlelukine sind Zytokine, also Botenstoffe der Zellen, die regulierend in Entzündungsprozesse eingreifen. Das heißt entweder fördern (proinflammatorisch) oder hemmen (antiinflammatorisch) sie die Entzündung.


Eine bedeutsames Interleukin ist das Interleukin-17A (Kurzform: IL-17A), das die Entzündungsreaktion bei Psoriasis verstärkt. Durch die medikamentöse Hemmung von IL-17A kann die Entzündung daher unterdrückt werden. So ist in Deutschland seit 2016 Ixekizumab zugelassen, ein Antikörper, der IL-17A bindet und damit deaktiviert, wodurch es bei vielen Patienten zu einem sehr raschen Abklingen der Psoriasis-Plaques kommt. Daraus ergibt sich eine Therapieoption für Patienten, die auf andere Therapeutika nicht gut ansprechen oder unter massiven Psoriasis-Schüben leiden. Und auch bei der Psoriasis-Arthritis zeigt Ixekizumab gute Resultate. Ein weiterer, ähnlich wirkender Antikörper gegen IL-17A ist Secukinumab.
Brodalumab bindet im Gegensatz hierzu nicht an ein Interleukin, sondern an dessen „Gegenstück“, seinen Rezeptor, genauer den Interleukin-17-Rezeptor. Dadurch verhindert er die Bindung von IL-17 an den Rezeptor, wodurch im Endergebnis wiederum die Wirkung von IL-17 gehemmt ist. Brodalumab zeigte bisher gute Ergebnisse bei verschiedenen Formen der Psoriasis, insbesondere auch bei der Psoriasis-Arthritis, die auf einige andere Medikamente eher schlecht anspricht.


Forschung Psoriasis - Tabletten und Kapseln

Um neue Behandlungsmöglichkeiten, wie Biologika, für Betroffene verfügbar zu machen, müssen Sie zunächst in klinischen Studien gründlich untersucht werden. Als Teilnehmer an einer solchen Studie, kann man also schon vorzeitig von den neuen Therapieansätzen profitieren. Eine Übersicht über aktuelle Studien finden Sie hier


Ein anderes proinflammatorisches Zytokin, das bei der Psoriasis eine wichtige Rolle spielt, ist das IL-23. Auch hier haben Forscher bereits einen Antikörper (Guselkumab) entwickeln können, der die IL-23-Wirkung und damit die Entzündung hemmt. Auf der Seite der antiinflammatorischen Botenstoffe greift z. B. IL-4 hemmend in den Entzündungsprozess ein und reduziert so die Entzündung. Lange war jedoch der genaue molekulare Mechanismus nicht bekannt. Neuere Forschungsergebnisse zeigen, dass IL-4 die Bildung und Ausschüttung entzündungsverstärkender Zytokine (IL-7, IL-23) sehr selektiv hemmt und die Entzündung darüber hinaus erfolgreich reduziert.

Der guten Wirksamkeit steht jedoch das Problem entgegen, dass Interleukine im Körper sehr kurzlebig sind, sodass sie mehrmals täglich angewendet werden müssten. Forscher erproben daher einen „Zytokin-Converter“: Zellen werden so verändert, dass sie auf die Ausschüttung eines Psoriasis-spezifischen Zytokin-Mixes (TNFa + IL-23) hin IL-4 und IL-10 produzieren, sodass diese zwei antientzündlichen Stoffe jeweils genau dann freigesetzt werden, wenn sie im Körper benötigt werden. Eine Anwendung von außen wäre dann nicht mehr nötig.


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Nicht ganz einfach zu verstehen, um was es in diesem Artikel eigentlich ging. Forschung ist hin und wieder kompliziert. Erfahren Sie in unseren Psoriasis-Ratgeber noch mehr zur Schuppenflechte und den verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten.

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Quellenangaben

veröffentlicht am 18.10.2016 | verfasst vom Redaktionsteam

zuletzt aktualisiert am 24.05.2018