Schuppenflechte: Warum der Sommer oft falsche Hoffnung weckt


Der Sommer beginnt und viele Menschen mit Schuppenflechte atmen auf, denn die Hauterkrankung verläuft bei vielen von ihnen über die Sommermonate deutlich milder. Selbst Patienten mit einer sehr ausgeprägten und quälenden Symptomatik berichten davon, dass diese sich zum Sommer hin rasant bessert. Doch woher kommt die plötzliche Besserung und ist sie von längerer Dauer? Mondosano hat für Sie alle Informationen gesammelt.


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Junge Frau mit Schuppenflechte cremt sich die Haut ein© StudioLaMagica / Adobe Stock

Im Winter leidet der Großteil der Menschen an trockener Haut, denn eisige Kälte im Freien und Heizungsluft in geschlossenen Räumen beschleunigen den Feuchtigkeitsverlust aus Haut und Haaren. Menschen, die mit einer Hauterkrankung wie Neurodermitis oder Schuppenflechte zu kämpfen haben, berichten in dieser Zeit von schlimmen Schüben mit blutigen, rissigen und schorfigen Stellen. Die Hauterkrankung wird durch die aufkommenden Schmerzen zur starken Belastung. Dicke Kleidung aus schweren Stoffen tut ihr Übriges, um die gereizte Haut oft noch mehr zu belasten.

Psoriasis-Symptome gehen im Sommer deutlich zurück

Um so größer ist die Erleichterung, sobald sich die ersten Sonnenstrahlen im Frühling ihren Weg bahnen. Viele Psoriasis-Patienten verspüren eine deutliche Besserung der Symptome, sobald sie die betroffenen Stellen dem Sonnenschein aussetzen können.

Doch nicht jeder Psoriatiker freut sich auf den Sommer: Zu groß ist oft die Scham, durch leichtere Garderobe oder Badekleidung entzündete Hautstellen offen zu zeigen. Viele Betroffene berichten, dass sie sich aufgrund der neugierigen Blicke nur ungerne in der Öffentlichkeit zeigen – die Angst, dass andere Menschen die Krankheit als ansteckend missverstehen könnten, ist oft zu groß. Dadurch wird häufig auf lange, verhüllende Kleidung zurückgegriffen, die nicht für den Hochsommer gedacht sind: Schwitzen ist vorprogrammiert und begünstigt Hautirritationen und noch größeren Juckreiz.


Warum wirkt sich Sonne so positiv auf Schuppenflechte aus?

Die UV-Strahlen hemmen Entzündungsreaktionen in der Haut.  Außerdem wird dadurch die Teilung der Zellen deutlich verlangsamt – und diese läuft bei Schuppenflechte normalerweise deutlich schneller ab, was zu der typischen Plaquebildung führt.

Seit vielen Jahren hat sich aufgrund dieser positiven Effekte die sogenannte Phototherapie (Lichttherapie) etabliert, bei der Patienten sich mit speziellem UV-Licht bei Ihrem Hautarzt oder Krankenhaus bestrahlen lassen können.
Seit 2007 wurde die Balneophototherapie (Lichtbäder) immer beliebter: Eine Kombination aus Salzbädern und gleichzeitiger Lichtbestrahlung. Hier zeigte sich in Studien, dass Patienten von einer Balneophototherapie mehr profitieren als von einer „trockenen“ Lichtbestrahlung. Diesen Nutzen bestätigte auch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

Doch Vorsicht: Zu viel Sonne kann auch schädlich sein. Es besteht immer die Gefahr eines Sonnenbrandes, der die Haut in Mitleidenschaft zieht und damit das Hautkrebsrisiko steigern kann!

Eine Eigentherapie mit sogenannten „Lichtkämmen“ ist umstritten – denn eine genaue Dosis der Strahlung und die genaue Planung der Therapie ist oft nicht möglich. Die Bestrahlung sollte mit Ihrem Arzt abgesprochen werden, um die Haut nicht zu schädigen.

Die Freude über das „Sommer-Tief“ der Psoriasis ist leider nur temporär

Sobald die Temperaturen wieder sinken, haben viele Patienten bald wieder mit Psoriasisschüben zu kämpfen. Daher ist es unerlässlich, dass Sie als Psoriatiker auf eine auf Sie abgestimmte Therapie zurückgreifen können, die auch bei stärkeren Symptomen Linderung und Abhilfe schaffen kann – auch im Winter.

Der Kontakt unter Betroffenen ist für viele sehr wertvoll. Daher möchten wir Ihnen gerne unsere Facebook-Gruppe „Mit Schuppenflechte durchs Leben“ ans Herz legen – hier sind alle Patienten und Angehörige herzlich willkommen, die sich zum Thema Schuppenflechte austauschen möchten.

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Quellenangaben

veröffentlicht am 10.05.2019 | verfasst vom Redaktionsteam