Rheuma-Medikamente –
Ein Überblick über die verschiedenen Therapieoptionen


Es gibt zahlreiche Medikamente zur Behandlung rheumatischer Erkrankungen. Doch welche sind das genau und wie wirken Sie? Mondosano hat für Sie einen Überblick über die verschiedenen Rheuma-Medikamente zusammengestellt.


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Frau mit Rheuma Schmerzen

Gegen rheumatische Erkrankungen, wie rheumatoide Arthritis, Psoriasis Arthritis und Morbus Bechterew, helfen unterschiedliche Rheuma-Medikamente. Sie werden in verschiedene Gruppen aufgeteilt, die Mondosano Ihnen im Folgenden vorstellt:


Was sind Basismedikamente gegen Rheuma?

Sehr wichtige Rheuma-Medikamente sind die sogenannten Basismedikamente, auch als DMARDs (krankheitsmodifizierende Medikamente) oder Langzeit-Rheumamedikamente bekannt. Sie sind die Grundlage der Behandlung einer rheumatischen Erkrankung, da sie den Krankheitsverlauf langfristig beeinflussen. Zwar können sie die Krankheit nicht heilen, reduzieren oder verlangsamen aber die Krankheitsfolgen wie Gelenkzerstörung und Organschädigungen. Dafür muss die Behandlung jedoch so früh wie möglich begonnen werden. Auch da ihre Wirkung erst nach zwei Wochen bis zu ein paar Monaten einsetzt, ist es wichtig diese Rheuma-Medikamente schon früh nach der Diagnosestellung einzunehmen. Es werden zwei Gruppen von Basismedikamenten unterschieden:

  • Klassische Basismedikamente, z. B. Sulfasalzin, Hydroxychloroquin
  • Immunsuppressiva/ Zytostatika: Dämpfen die überschießende Immunreaktion, die für die Entzündung verantwortlich ist.
    · Wirkstoffe, die ursprünglich aus der Transplantationsmedizin stammen: Azathioprin, Ciclosporin
    · Rheuma-Medikamente aus der Krebstherapie: Methotrexat (MTX), Cyclophosphamid. Methotrexat ist das Basismedikament, das weltweit am häufigsten eingesetzt wird.
    · Eigens für rheumatologische Erkrankungen entwickelt: Leflunomid

Rheuma-Medikamente aus der Gruppe der Nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR)

Zu diesen Rheuma-Medikamenten zählen Arzneimittel, die sowohl den Schmerz als auch die Entzündung lindern und kein Kortison enthalten. Sie wirken zwar schnell (innerhalb von 30 bis 60 Minuten), ihre Wirkung hält aber nur wenige Stunden an. Zu den nicht-steroidalen Rheuma-Medikamenten zählen Dicolefnac, Ibuprofen, Naproxen und ASS (Acetylsalycinsäure). Viele NSARs sind zwar ohne Rezept zu erhalten, aufgrund der Nebenwirkungen sollten sie ohne ärztlichen Rat aber nicht länger als 3 bis 4 Tage eingenommen werden! Sonst kann es zu Schädigungen des Magen-Darm-Traktes und der Nieren, Bluthochdruck, Wasseransammlungen in den Beinen (Ödeme), erhöhter Blutungsneigung und Asthma-Anfällen kommen. Weniger Nebenwirkungen haben Coxibe (selektive Cox-2-Hemmer). Sie sind eine Weiterentwicklung der NSAR und genauso wirksam gegen Schmerz und Entzündung, aber nebenwirkungsärmer. Deshalb eignen sich diese Rheuma-Medikamente besonders für Patienten mit einem erhöhten Risiko für Magen-Darm-Geschwüre und Blutungen. Zu den Coxiben gehören Etoricoxib, Celecoxib und Parecoxib.


Analgetika als Rheuma-Medikamente

Analgetika sind reine Schmerzmittel. Sie bekämpfen also nur den Schmerz, nicht die Entzündung. Außerdem wirken sie gegen das Symptom, nicht gegen die Ursache des Schmerzes. Deshalb werden sie als Rheuma-Medikamente für nicht entzündliche rheumatische Erkrankungen wie Arthrose eingesetzt, oder als risikoärmere schmerztherapeutische Alternative zu nicht-steroidalen Rheuma-Medikamenten. Zu ihnen gehören Paracetamol, Flupiritin und Metamizol.

Darüber hinaus gibt es opioide Analgetika, die die stärkste Wirksamkeit haben: Codein, Tramadol, Morphin, Fentanyl, Oxycodon und Buprenorphin.


Auch Kortison gehört zu den Medikamenten gegen Rheuma

Kortison ahmt die Wirkung des körpereigenen Hormons Kortisol und seiner Vorstufe Kortison nach. So lindert es Entzündungen besonders effektiv, reduziert Schmerzen und verlangsamt das Voranschreiten entzündlicher Erkrankungen. Aus dem Grund wird Kortison häufig als Rheuma-Medikament eingesetzt. Es ist bekannt, dass Kortison viele Nebenwirkungen auslösen kann, von Kopfschmerzen und Schwindel bis zu Hautveränderungen, Osteoporose usw. Geht man aber mit dem Kortison richtig um, nimmt es nicht zu lange und nicht in zu hohen Dosen ein, lassen sich die Nebenwirkungen in Grenzen halten. Wichtig ist es das Kortison niemals abrupt abzusetzen, sondern langsam auszuschleichen. Sonst produziert der Körper selbst kein Kortisol mehr, was lebensbedrohlich ist! Sind einzelne Gelenke entzündet, lässt sich das Kortison mit einer Spritze injizieren.


Rheuma Patient im Arztgespräch

Die neuen Rheuma-Medikamente: Biologika

Biologika sind eine relativ neue Gruppe von Basismedikamenten. Es sind biotechnisch hergestellte Substanzen, die sich gegen die entzündungsfördernden Botenstoffe richten. Biosimilars sind etwas kostengünstigere Nachahmerprodukte mit gleicher Wirkung.


Was zeichnet Biologika aus?
  • Sie wirken schneller als andere Basismedikamente.
  • Sie halten den Krankheitsfortschritt wirksam auf, bringen ihn manchmal sogar zum Stillstand.

Was für Nachteile haben diese Rheuma-Medikamente?
  • Durch die Dämpfung des Immunsystems ist der Körper anfälliger für Infektionen.
  • Langzeitwirkungen sind noch nicht ausreichend erforscht.
  • Sie können nur als Spritze oder Infusion verabreicht werden, weil sie im Magen-Darm-Trakt abgebaut werden und dadurch als Tablette unwirksam wären.
  • Sie sind sehr teuer.

Aus diesen Gründen werden Biologika nur dann verordnet, wenn die anderen Basistherapeutika nicht wirken oder wegen bestimmter Nebenwirkungen nicht eingesetzt werden können. Zu den gegen Rheuma wirksamen Biologika gehören Abatacept, Adalimumab, Anakinra, Certolizumab, Etanercept, Golimumab, Infliximab, Rituximab und Tocilizumab.


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Quellenangaben

veröffentlicht am 10.08.2017 | verfasst vom Redaktionsteam