Auswurf beim Husten – Was kann die Ursache sein?


Auswurf beim Husten kann viel über Ihren Gesundheitszustand aussagen. Was genau und wie das funktioniert hat Mondosano für Sie zusammengefasst.


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Frau hat Husten mit Auswurf

Husten mit Auswurf ist an sich erstmal nichts Ungewöhnliches. Die Schleimhäute der Atemwege produzieren permanent einen Schleimfilm, der die Atemwege vor dem Austrocknen schützt und Bestandteile umschließt, die aus den Atemwegen abtransportiert werden sollen. Dieses Sekret besteht beim gesunden Menschen aus Wasser, Proteinen und abgestorbenen Zellen.

Husten mit Auswurf wird als produktiver Husten bezeichnet.

Mit Hilfe von Flimmerhärchen wird es wie auf einem Laufband zum Mund transportiert und von dort ausgespuckt oder runtergeschluckt. Husten ist ein natürlicher Schutzreflex, der den Abtransport des Sekrets unterstützt. Sobald das Sekret abgehustet wird, wird es als Auswurf oder Sputum bezeichnet.


Zeigt mir das Aussehen des Auswurfs was ich habe?

Bei einer Erkrankung können sich Konsistenz, Zusammensetzung, Farbe und Menge des Sekrets verändern. Anhand dessen können bestimmte Erkrankungen als Ursache vermutet werden:

  • Klar/ weiß: Möglich ist ein akuter Atemwegsinfekt durch Erkältungsviren, was die häufigste Ursache für Husten mit Auswurf ist. Ist der Auswurf zusätzlich zäh und chronisch, spricht das für eine chronische Atemwegserkrankung wie Asthma oder COPD.
  • Weiß-grau, krümelig: Entsteht bei Pilzerkrankungen und Tuberkulose.
  • Gelb: Gelber Auswurf beim Husten kann ein Zeichen für Eiterbildung in den Bronchien durch einen bakteriellen Infekt sein. Er kann aber auch bei viralen Infekten oder Asthma vorkommen.
  • Grün: Grüner Auswurf beim Husten spricht für einen bakteriellen Infekt und ist häufig mit Fieber und rasselnden Atemgeräuschen verbunden.
  • Blutig: Schwere Erkrankungen wie Lungenentzündung, Lungenkrebs, Lungenembolie oder Fremdkörper in den Atemwegen lösen blutigen Auswurf beim Husten aus. Aber auch eine chronische Bronchitis mit starkem Husten kann die Ursache für einen solchen Auswurf sein.
  • Braun/ schwarz: Dies ist der sogenannte Raucherhusten. Besonders wenn er regelmäßig und vermehrt morgens auftritt, spricht dies für die typischen Erkrankungen chronische Bronchitis oder COPD.
  • Schaumig: Möglicher Hinweis auf ein Lungenödem. Als Lungenödem wird „Wasser auf der Lunge“ bezeichnet. Dies tritt häufig bei Patienten mit einem Herzleiden auf.
Bei anhaltendem Husten über 3 Wochen sowie blutigem oder eitrigem Auswurf sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen!

Haben Sie die Sorge, hinter Ihrem Husten mit Auswurf könnte mehr stecken, sollten Sie zunächst zum Hausarzt gehen. Der kann einschätzen, ob Sie zur Weiterbehandlung zu einem Lungenfacharzt (Pneumologe) oder einem Hals-Nasen-Ohrenarzt gehen sollten.


Was macht der Arzt, wenn ich mit Husten und Auswurf zu ihm gehe?

Um Ihre gesundheitliche Situation einschätzen zu können, wird der Arzt Ihnen zunächst einige Fragen stellen:

  • Wann trat der Auswurf beim Husten zum ersten Mal auf?
  • Wie sind Menge, Farbe und Konsistenz des Auswurfes?
  • Haben Sie weitere Symptome wie Halsschmerzen, Schnupfen, Kopfschmerzen oder Heiserkeit?
  • Haben Sie Vorerkrankungen, Allergien oder Unverträglichkeiten?
  • Rauchen Sie?

Anschließend wird er Sie untersuchen, indem er Herz und Lunge abhört. Viele Atemwegserkrankungen verursachen typische Lungengeräusche, wie z. B. ein Rasseln. Auch Hals und Rachen werden nach möglichen Ursachen für den Husten mit Auswurf untersucht. Ist der Auswurf beim Husten blutig, wird abgeklärt ob das Blut aus dem Magen kommen könnte. Eine Blutprobe wird auf Entzündungswerte und Krankheitserreger untersucht. Im Auswurf selber können gegebenenfalls auch Keime nachgewiesen werden. In manchen Fällen wird zusätzlich der Brustkorb geröntgt und eine Bronchienspiegelung (Bronchoskopie) gemacht.


Diagnose bei starkem Husten

Was können Sie gegen Auswurf beim Husten tun?

Grundsätzlich gilt: Viel trinken, denn so wird der Schleim flüssiger und leichter abzuhusten. Ergänzend hilft eine Inhalation mit Kochsalz um den Schleim zu lockern und die Atemwege anzufeuchten. Medikamentös können schleimlösende, auswurffördernde Tabletten, Säfte oder Inhalationen helfen. Dazu gehört z. B. ACC (Acetylcystein). Bei viel Auswurf sollten Sie auf keinen Fall zu Hustenstillern greifen, da das Sekret abgehustet werden muss. Ist die Schleimhaut entzündet helfen entzündungshemmende Medikamente wie Kortison. Liegt die Ursache für den Auswurf beim Husten in einem bakteriellen Infekt, kann es notwendig sein ein Antibiotikum einzunehmen.

Neben den Medikamenten gibt es auch Atemtrainingsgeräte, die Ihnen beim Abhusten helfen. Sie eignen sich vor allem bei chronischen Atemwegserkrankungen, wie COPD. Diese Atemtrainingsgeräte werden auch als PEP-Systeme bezeichnet. Sie sind handlich und leicht zu gebrauchen. Sie erzeugen beim Ausatmen einen gewissen Gegendruck, wodurch sich die Bronchien weitern. Atmen Sie mehrmals in ein PEP-System, sind die Bronchien abwechselnd weit und eng. Das löst den Schleim und hilft ihn nach oben zu transportieren. Bei chronischen Atemwegserkrankungen sind außerdem Lungensportgruppen zu empfehlen.

Egal was die Ursache für Husten mit Auswurf ist, mindestens für diese Zeit sollte das Rauchen vermieden werden.


Tipps zum richtigen Abhusten

  • Nehmen Sie eine atemerleichternde Körperhaltung ein: z.B. stützen Sie im Sitzen die Hände oder Unterarme auf die Oberschenkel und neigen den Oberkörper nach vorn.
  • Husten Sie gegen die geschlossenen Lippen oder die Faust. Das hat einen ähnlichen Effekt wie die PEP-Systeme und verhindert, dass die Bronchien verkrampfen.
  • Wenden Sie zwischen den Hustenattacken die Lippenbremse an. Dafür atmen Sie möglichst lange und gleichmäßig durch die fast geschlossenen Lippen aus. Pressen Sie am Ende der Ausatmung mit Kraft die ganze Luft heraus, das unterstützt den Abtransport des Sekrets.

Wie Sie sehen können kann Auswurf beim Husten sehr verschieden sein und unterschiedliche Ursachen haben. Zögern Sie nicht sich untersuchen zu lassen, wenn der Husten lange anhält oder der Auswurf eitrig oder blutig ist!


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Quellenangaben

veröffentlicht am 10.08.2017 | verfasst vom Redaktionsteam