So funktioniert die Bluthochdruck-Therapie

Unbehandelt kann Bluthochdruck zu teils lebensbedrohlichen Langzeitschäden führen. Was Sie selbst tun können, um sich vor diesen Folgeerkrankungen zu schützen und welche weiteren Therapiemöglichkeiten es gibt, erfahren Sie hier.


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Therapieansatz für Bluthochdruck

Der dauerhaft erhöhte Druck in den Blutgefäßen schadet nicht nur den Gefäßen selbst, sondern auch den Organen. Das kann zu bedrohlichen Langzeitschäden führen. So ist Bluthochdruck eine der häufigsten Ursachen für einen Schlaganfall oder Herzinfarkt.

Damit es nicht so weit kommt, muss der Blutdruck dauerhaft auf einen Wert unter 140/ 90 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) gesenkt werden. Je früher und konsequenter das passiert, desto effektiver ist die Therapie. Wie Sie das schaffen, erfahren Sie hier.


Was können Sie selbst gegen Bluthochdruck tun?

Egal ob Sie einem Bluthochdruck vorbeugen wollen oder bestehende zu hohe Werte senken möchten: Ein gesunder Lebensstil ist das A und O! In vielen Fällen reicht eine Umstellung der Lebensweise bereits aus, die Blutdruckwerte langfristig zu senken. Ansonsten ist sie eine notwendige Ergänzung zu blutdrucksenkenden Medikamenten. Dafür müssen Sie die folgenden 7 Bereiche beachten:

  • Ernährung: Ausgewogen und vollwertig, also viel Obst und Gemüse, Ballaststoffe (z. B. Vollkornprodukte), wenig tierische Fette und salzarm (unter 6g pro Tag).
  • Übergewicht reduzieren
  • Regelmäßige Bewegung: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt 150 Minuten moderate Bewegung oder 75 Minuten intensive Bewegung pro Woche. Am besten geeignet ist Ausdauertraining, wie Schwimmen, Wandern, Radfahren und Nordic-Walking.
  • Stress abbauen: Z. B. durch ausreichend Schlaf, Pausen im Tagesverlauf oder ein entspannendes Hobby zum Ausgleich.
  • Nicht rauchen und wenig Alkohol konsumieren.
  • Liegt dem Bluthochdruck eine andere Erkrankung zugrunde, muss diese konsequent behandelt werden.
  • Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Blutdruckwerte. Auch wenn Sie es nicht bemerken, kann der Blutdruck zu hoch sein.

Welche Medikamente gibt es?

Wenn die Umstellung des Lebensstils nicht ausreicht langfristig Blutdruckwerte im Normbereich zu erreichen, können verschiedene Medikamente die Therapie unterstützen. Diese sind in Komnination mit einem gesunden Lebensstil wirksamer. Die Medikamente befreien Betroffene also nicht von der Verantwortung, sich selbst etwas Gutes zu tun.

Es gibt blutdrucksenkende Medikamente unterschiedlicher Wirkstoffklassen. Sie werden entweder einzeln als Monotherapie, oder kombiniert als Kombinationstherapie eingenommen. Wer welche und wie viele blutdrucksenkende Medikamente bekommt, hängt von möglichen Nebenerkrankungen und der Höhe des Blutdrucks ab. Die Therapie sollte mit einer niedrigen Dosis begonnen und dann gegebenenfalls langsam gesteigert werden. Wird der Blutdruck zu schnell gesenkt, fühlt man sich nämlich müde und abgeschlagen. Der Körper braucht ein wenig Zeit, um sich an die Veränderung anzupassen.

ACE-Hemmer und AT-1-Rezeptorantagonisten
  • Sie wirken gefäßerweiternd und hemmen die Bildung des blutdrucksteigernden Hormons Angiotensin II.
  • So senken sie den Blutdruck nachhaltig und beugen Folgeschäden vor.
  • B. Enalpril, Ramipril
Diuretika
  • Wirken entwässernd und harntreibend, indem sie die Ausscheidung von Wasser und Kochsalz über die Niere steigern. Außerdem verstärken sie die Wirkung anderer Blutdrucksenker.
  • Bei höheren Dosierungen werden auch Mineralstoffe wie Kalium ausgeschieden, diese müssen dann vermehrt über die Ernährung zugeführt werden (Kaliumreiche Lebensmittel: z. B. Bananen und Kartoffeln)
  • B. Torasemid, Furosemid
Betarezeptorenblocker (Betablocker)
  • Hemmen die Wirkung bestimmter Stresshormone (Adrenalin und Noradrenalin), indem sie die entsprechenden Rezeptoren blockieren.
  • Senken Puls, Blutdruck und Schlagkraft des Herzens.
  • B. Bisoprolol, Metoprolol
Kalziumantagonisten/ Kalziumkanalblocker
  • Sie setzen die Gefäßspannung herab, was den Blutdruck senkt.
  • B. Amlodipin, Nifedipin

Neue Therapiemöglichkeiten

Schlagen die blutdrucksenkenden Medikamente nicht ausreichend an, gibt es mittlerweile zwei weitere Therapieoptionen.


Therapie eines Bluthochdruck-Patienten
Renale Denervation:

Ein erhöhter Blutdruck führt dazu, dass die Niere vermehrt Stresshormone ausschüttet. Diese steigern wiederum den Blutdruck weiter – ein Teufelskreislauf entsteht. Das überaktive Stressnervensystem macht sich unter anderem durch Schlaflosigkeit, innere Unruhe und Kopfschmerzen bemerkbar.

Dieser Teufelskreislauf soll mit Hilfe einer renalen Denervation durchbrochen werden. Dabei wird ein dünner Schlauch (Katheter) über die Leiste in das Nierengefäß vorgeschoben, wo dann die Stressnervenfasern verödet werden. Das führt dazu, dass der Blutdruck sinkt, die Symptome nachlassen und die blutdrucksenkenden Medikamente reduziert werden können.

Diese Behandlungsmethode wird ständig weiterentwickelt, um noch bessere Erfolge erzielen zu können. Als Teilnehmer an einer Studie haben Betroffene die Möglichkeit schon vorzeitig von den innovativsten Therapiemöglichkeiten zu profitieren.

Baroreflex-Schrittmacher:

In den Halsschlagadern sitzen spezielle Blutdruckregler, die Barorezeptoren, die den Blutdruck maßgeblich mit beeinflussen. Bei einem Bluthochdruck kann es sein, dass diese Rezeptoren keine Blutdrucksenkung mehr veranlassen. In dem Fall können sie mit einer künstlichen Stimulation durch einen Schrittmacher dazu angeregt werden. Dazu wird in einer Operation eine Elektrode in der Halsschlagader angebracht und der dazugehörige Impulsgeber unterhalb des Schlüsselbeins unter der Haut platziert.


Egal wie Sie Ihren Bluthochdruck behandeln: Sie müssen es konsequent tun! Auch wenn Sie es nicht bemerken, kann der hohe Druck Ihre Gefäße und Organe langfristig schädigen. Lassen Sie Ihren Blutdruck also auch ohne Symptome regelmäßig kontrollieren und besprechen Sie gegebenenfalls mit Ihrem Arzt, welche Therapie für Sie am besten geeignet ist.


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Erfahren Sie mehr über Bluthochdruck:

Wenn Sie noch mehr über Bluthochdruck erfahren möchten, schauen Sie sich gerne in unseren Ratgeber Rund um den Körper an.

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Quellenangaben

veröffentlicht am 18.01.2018 | verfasst vom Redaktionsteam