Brustkrebs – Kennen Sie Ihr Risiko?


Pro Jahr erkranken in Deutschland etwa 70.000 Frauen an Brustkrebs. Damit ist es die häufigste Krebserkrankung der Frau. Doch wie kann man die Krankheit rechtzeitig erkennen und an wen muss man sich wenden, wenn man Knoten in der Brust ertastet?


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Arzt erläutert Risiko von Brustkrebs

Brustkrebs, auch Mammakarzinom genannt, ist ein bösartiger Tumor in der Brustdrüse der Frau. In weniger als 1% der Fälle sind Männer von der Krankheit betroffen. Besonders Frauen zwischen 40 und 70 Jahren haben ein erhöhtes Risiko, an Brustkrebs zu erkranken.


Welche Arten von Brustkrebs gibt es?

Die Brustdrüse der Frau besteht aus verschiedenen Gewebetypen. Der Brustkrebs kann dort sowohl in den Milchgängen, als auch in den Drüsenlappen entstehen und wird in 2 Arten eingeteilt:

Nicht-invasive Tumore:

Der Tumor befindet sich gänzlich innerhalb des Gewebes, in dem er entstanden ist.

Invasive Tumore:

Sie befallen auch weiteres Gewebe und können Metastasen bilden.


Bei Metastasen handelt es sich um Krebszellen, die sich vom Tumor lösen und über die Lymph- und Blutgefäße des Körpers zu anderen Organen wandern. Dort bilden sie dann weitere Tumore aus. Dieser Vorgang wird auch metastasieren genannt. Bei Brustkrebs finden sich die ersten Metastasen in den Lymphknoten der Achseln, sodass diese nach der Diagnose zuerst untersucht werden. Für diese Untersuchung müssen einige von ihnen entfernt werden. Diese Entfernung der Lymphknoten erhöht das Risiko einer Flüssigkeitsansammlung (Ödem) im Arm. Weitere Informationen zu Ödemen und wie sie behandelt werden können finden sie in unserem Artikel „Lymphödem – Eine Physiotherapeutin klärt auf“ .

Im fortgeschrittenen Stadium können durch Metastasen vor allem Knochen, Lunge, Gehirn und Leber, aber auch andere Organe befallen werden.

Die Einteilung der Stadien erfolgt nach der Größe des Tumors, der Anzahl der befallenen Lymphknoten, sowie dem Auffinden von Metastasen. Mittels einer Gewebeprobe des Tumors lässt sich außerdem bestimmen, ob dessen Wachstum von Hormonen beeinflusst ist. Das hilft dabei die richtige Therapieentscheidung zu treffen.


Welche Möglichkeiten haben Sie Brustkrebs zu erkennen?

Falls Sie die oben genannten Symptome bei sich feststellen, sollten Sie diese zur Sicherheit mit einem Arzt abklären. Der hat verschiedene Möglichkeiten die Diagnose zu stellen und zu überprüfen:

  • Abtasten: Knoten in der Brust können von medizinischem Personal ertastet werden.
  • Mammographie: In Deutschland gehen Frauen zwischen 50 und 69 Jahren alle 2 Jahre zur Früherkennungsuntersuchung, bei der die Brüste mit speziellen Röntgengeräten untersucht werden.
  • Gewebeuntersuchung: Wird in der Mammographie etwas Auffälliges gefunden, wird eine Gewebeprobe entnommen, um den Verdacht auf Brustkrebs zu untersuchen.
  • Sonographie: Mittels Ultraschall werden die Brüste genauer untersucht, um z.B. zwischen einem Tumor oder einer Zyste unterscheiden zu können.
  • Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT): Bei komplizierten Diagnosen kann die MRT-Untersuchung unterstützen, z. B. bei der Früherkennungsuntersuchung bei erhöhtem Brustkrebsrisiko oder zur Untersuchung von in der Mammographie nicht sichtbaren Bereichen.

Welche Therapie ist für welchen Brustkrebs die richtige?

Im Anschluss an die Diagnose folgt die Entscheidung für die richtige Therapie. Hierzu sollten Sie sich die Zeit nehmen gemeinsam mit den Ärzten und Ihren Angehörigen die für Sie am besten geeignete Form zu wählen. Weitere Kriterien sind die Größe des Tumors sowie das Stadium der Krankheit. Folgende Therapiemöglichkeiten stehen zur Verfügung:

Operation

Die Operation hat das Ziel den Tumor zu entfernen. Neben der Amputation der Brust gibt es brusterhaltende Operationen.

Strahlentherapie

Die Krebszellen werden gezielt mit energiereicher Strahlung zerstört, sodass sie absterben. Durch neue Technologien lässt sich die Bestrahlung sehr zielgerichtet einsetzen, sodass wenig Nebenwirkungen auftreten.

Hormontherapie

Das Ziel der Therapie ist es die Bildung des Hormons Östrogen zu unterbinden oder dessen Wirkung zu blockieren. Das führt dazu, dass hormonempfindliche Tumorzellen in ihrem Wachstum gehemmt werden.

Chemotherapie

Bestimmte chemische Substanzen greifen in den Vermehrungszyklus der Krebszellen ein und bekämpfen so Tumore und Metastasen. Diese Therapie wird oft mit einer Operation oder Bestrahlung kombiniert.

Zielgerichtete Verfahren:

Dies ist die spezifischste Therapie, da gezielt z.B. Wachstumsprozesse innerhalb der Krebszelle gehemmt werden. Hier ist eine genaue Analyse des Tumors notwendig. Es muss geprüft werden, ob der Brustkrebs die entsprechenden Eigenschaften besitzt, die für eine erfolgreiche Therapie notwendig sind.


Mikroskop zur Untersuchung von Brustkrebs

Welche Risikofaktoren gibt es?

Verschiedene Faktoren erhöhen das Risiko an Brustkrebs zu erkranken. Mit Hilfe der folgenden Punkte können sie prüfen, ob bei Ihnen selbst ein erhöhtes Brustkrebsrisiko besteht:

  • Viele Brustkrebsfälle in der eigenen Familie
  • Spätes Eintreten der Wechseljahre
  • Kinderlosigkeit
  • Geburt des ersten Kindes im Alter von über 30 Jahren
  • Übergewicht
  • Älter als 50 Jahre

Die Diagnose Brustkrebs ist zunächst ein Schock! In vielen Fällen lässt er sich aber gut behandeln. Sprechen Sie mit Ihren Angehörigen über Ihre Ängste und finden Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt die für Sie beste Behandlungsmöglichkeit heraus.


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Erfahren Sie mehr über Brustkrebs und weitere Erkrankungen:

In unserem Ratgeber Rund um den Körper finden Sie weitere spannende Artikel zu verschiedenen Krankheitsbildern und deren Behandlungsmöglichkeiten. Hier entdecken Sie viele interessante Fakten und hilfreiche Tipps.

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Quellenangaben

veröffentlicht am 01.02.2018 | verfasst vom Redaktionsteam