Behandlung von Colitis ulcerosa – Was hilft wirklich?


Die chronisch entzündliche Darmerkrankung Colitis ulcerosa ist bislang leider nicht heilbar. Es gibt aber verschiedene Behandlungsmethoden, die den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen und damit die Lebensqualität der Betroffenen deutlich verbessern. Welche das sind, erfahren Sie hier.


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Frau mit Colitis Ulcerosa legt Hände auf den Bauch

Die chronisch entzündliche Darmerkrankung Colitis ulcerosa verursacht Geschwüre der inneren Schleimhaut des Dickdarms. Die Erkrankung breitet sich kontinuierlich und meist schubweise im gesamten Dickdarm aus, bis zum Übergang zum Dünndarm. Gegen diesen Fortschritt sind die Mediziner bislang machtlos, die Erkrankung ist nicht heilbar. Dank des medizinischen Fortschritts haben sich aber die Behandlungsmethoden in den letzten Jahren deutlich verbessert. Sie können die Schübe reduzieren und abmildern sowie die Symptome lindern. Die richtige Therapie verhilft den Betroffenen also zu einem größtmöglichen Maß an Lebensqualität.


Welche Medikamente helfen gegen Colitis ulcerosa?

Die medikamentöse Therapie ist ein wichtiger Pfeiler der Colitis ulcerosa-Behandlung. Welche Medikamente angezeigt sind, hängt vom Aktivitätsgrad und dem Ort der Entzündung ab.


Im akuten Schub:

Hier kommt es darauf an, die Entzündung zu hemmen und die Schmerzen zu lindern. Dafür eignen sich folgende Medikamente, die in der Regel über mehrere Wochen eingenommen werden müssen:

  • 5-ASA Präparate/ 5-Aminosylicylsäure: Wirkt entzündungshemmend. Kann lokal als Zäpfchen oder Einlauf verabreicht werden. Oral zu verabreichende Kapseln lösen sich erst im Dickdarm auf. Dazu gehören z. B. Sulfasalazin und Mesalazin.
  • Kortison: Wirkt stark entzündungshemmend und wird daher bei starken Schüben oder Nichtwirksamkeit von 5-ASA angewendet. Wegen der vielen Langzeitnebenwirkungen, sollte Kortison immer nur kurzzeitig eingenommen werden.
  • Immunsuppressiva: Sie hemmen das Immunsystem und werden dadurch bei besonders schweren Schüben eingesetzt. Zu ihnen gehören z. B. Methotrexat und Ciclosporin.
  • Biologika: Das sind biotechnologisch hergestellte Medikamente, die sich gegen bestimmte entzündungsfördernde Botenstoffe richten und bei komplizierten Verläufen der Colitis ulcerosa eingesetzt werden. Z. B. Adalimumab (Anti-TNF-α-Antagonist), Vedolizumab (α4β7-Integrin-Antikörper) und Ustekinumab (Interleukin 12- und 23-Antikörper.

Welche Medikamente wie eingesetzt werden, ist von Ort und Ausmaß der Entzündung abhängig:

  • Untere Dickdarmabschnitte: Lokaltherapie mit Zäpfchen, Einläufen und Schaumpräparaten. Sie wirken schmerz- und entzündungshemmend und sind in diesem Fall wirksamer als Tabletten.
  • Ist der gesamte Dickdarm betroffen, müssen die Medikamente eingenommen oder gespritzt werden.
  • Schwerer fulminanter Schub: Äußert sich durch Fieber und starke Gewichtsabnahme. Hier ist eine Behandlung im Krankenhaus mit stark wirksamem Kortison als Infusion und mit Immunsuppressiva notwendig.

Erhaltungstherapie in der Remission:

Die schubfreie Zeit wird als Remission bezeichnet. Hier kommt es darauf an, diese beschwerdefreien Phasen zu verlängern, den nächsten Schub also hinauszuzögern. Allerdings muss nicht jeder Betroffene in der Remission Medikamente einnehmen. Treten die Schübe gehäuft auf oder bestehen in der Remission noch leichte Symptome der Colitis ulcerosa, werden die entzündungshemmenden Medikamente weiterhin eingenommen. Kortison eignet sich hierfür wegen der Langzeitnebenwirkungen nicht. Die Gabe von Sulfasalzin (5-ASA) kann die Gefahr eines erneuten Schubes erfahrungsgemäß um 50% reduzieren.
Treten die Schübe sehr häufig auf und sprechen nicht auf Kortison an, muss der Betroffene Immunsuppressiva einnehmen.


Medikamente zur Colitis ulcerosa-Behandlung

Wann ist eine Operation erforderlich?

Kommt es durch die Colitis ulcerosa zu bestimmten Komplikationen, ist eine Operation notwendig:

  • Öffnung von Darmverengungen
  • Stillung starker Blutungen
  • In schweren Fällen muss der betroffene Darmabschnitt entfernt werden (Kolektomie), vor allem nach einer dreitägigen, unwirksamen Therapie eines schweren fulminanten Schubs.

Was sollte man bei Colitis Ulcerosa essen?

Erfolge einer speziellen Diät konnten bisher wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden. Die Ernährung spielt bei Contis ulcerosa aber eine große Rolle.  Aufgrund der häufigen Durchfälle verliert der Körper viel Flüssigkeit und Nährstoffe, gleichzeitig führen die Bauschmerzen zu vermindertem Appetit. Es kann also schnell zu einem Nährstoffmangel kommen. Außerdem gibt es bestimmte Lebensmittel, die besser oder schlechter vertragen werden. Welche das sind, wie die Ernährung im Schub angepasst werden muss und vieles weiteres, erfahren Sie in unserem Artikel Ernährung bei Colitis ulcerosa  – Wenn der Magen knurrt, aber der Darm rebelliert.


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Erfahren Sie mehr über chronische Krankheiten:

In unserem Ratgeber Rund um den Körper finden Sie weitere interessante Artikel zu chronischen Darmerkrankungen, sowie zu vielen anderen Krankheitsbildern und deren Behandlungsmöglichkeiten.

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Quellenangaben
  • DCCV e.V. – Deutsche Morbus Crohn/ Colitis ulcerosa Vereinigung (o. J.). Colitis ulcerosa.
  • DCCV e.V. – Deutsche Morbus Crohn/ Colitis ulcerosa Vereinigung (o. J.). Biotechnologisch hergestellte Antikörper und biosimilare Wirkstoffe.
  • Feuerbach, S.; Schölmerich, J. (2000). Chronisch entzündlich Darmerkrankungen: Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Der Radiologe, 4 (40), Springer Verlag. S. 415-428.
  • Herold, G. (2016)Innere Medizin. Köln: Lehmanns.

veröffentlicht am 12.04.2018 | verfasst vom Redaktionsteam