Darmkrebs – Die zweithäufigste Krebserkrankung der Deutschen


In Deutschland liegt das Risiko an Darmkrebs zu erkranken laut aktueller Statistiken bei ca. 6 Prozent – bei 2-3 Prozent mit tödlichem Ausgang. Wie sich die Krankheit bemerkbar macht und wer besonders gefährdet ist, haben wir für Sie zusammengefasst.


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Frau formt Herz vor Bauch – Symbol für Schutz gegen Darmkrebs

Als Darmkrebs werden Krebserkrankungen des Dickdarms (Kolonkarzinom) und des Mastdarms (Rektumkarzinom) bezeichnet. Der zusammenfassende Begriff ist Kolorektales Karzinom. Der Begriff Karzinom beschreibt eine vom Deckgewebe der Haut oder Schleimhaut ausgehende Krebserkrankung. Dünndarm und After sind nur selten betroffen. Außerdem sind Entstehung und Behandlung unterschiedlich, sodass diese Krebsformen hier nicht weiter berücksichtigt werden.

Wachstum und Vermehrung von Körperzellen werden normalerweise reguliert. Durch Mutationen (Veränderungen des Erbmaterials) einer Zelle, kann es jedoch zu ungebremstem Wachstum und Vermehrung kommen – eine Krebszelle ist entstanden. Der Krebs fordert zunehmend Raum und kann zerstörend in umliegendes Gewebe einwachsen.


Wie häufig ist Darmkrebs?

Gemäß aktueller Statistiken erkranken etwa 6 Prozent der Deutschen an Darmkrebs, 2-3 Prozent sterben daran. Damit ist sie die zweithäufigste Krebserkrankung. Männer erkranken nicht nur etwas häufiger als Frauen, sie sind mit durchschnittlich 69 Jahren bei Erkrankungsbeginn auch jünger als Frauen, bei denen Darmkrebs im Durchschnitt mit 75 Jahren auftritt. Bei den über 40-Jährigen verdoppelt sich die Neuerkrankungsrate (Inzidenz) alle 10 Jahre.

Insgesamt nehmen sowohl die Neuerkrankungsrate, als auch die Anzahl der Todesfälle in den letzten Jahrzehnten ab. Letzteres ist vermutlich auf die verbesserte Früherkennung zurückzuführen. Nichtsdestotrotz ist Darmkrebs noch heute die zweithäufigste Krebstodesursache. Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt im Durchschnitt bei etwa 65 Prozent.


Wie wird Darmkrebs gefährlich?

Grundsätzlich kann Darmkrebs in allen Abschnitten des Dickdarms auftreten. Am häufigsten sind die unteren 30 bis 40cm inklusive des Mastdarms betroffen.

90% der Tumore entstehen aus entarteten Darmpolypen (Adenome). Das sind gutartige, oft pilzähnliche Geschwulste. Durch Genveränderungen können diese Adenome entarten und sich zum Krebs entwickeln. Dieser Prozess wird als Adenom-Karzinom-Sequenz bezeichnet und kann bis zu 10 oder sogar 20 Jahre dauern. Bis zur Entartung ist nämlich eine relativ große Anzahl an Zellmutationen erforderlich. Dadurch steigt das Risiko einer Entartung mit zunehmendem Alter.

Bei bis zu 5 Prozent der Fälle ist eine erbliche Veranlagung für die Entartung verantwortlich. Da hierbei schon Genveränderungen vererbt werden, kann die Krebserkrankung früher ausbrechen.

In der Regel wachsen Kolorektale Karzinome relativ langsam und metastasieren spät. Eine Metastase ist eine Tochtergeschwulst des Primärtumors. Sie entsteht dadurch, dass sich einzelne Tumorzellen aus ihrem Zellverband lösen und über das Blut- oder Lymphsystem zu anderen Organen gelangen. Metastasen eines Darmkrebses finden sich meist in der Leber und/ oder den Lymphknoten, gefolgt vom Bauchfell und der Lunge. Knochen, Nebennieren und Gehirn sind seltener befallen.


Es gibt verschiedene Risikofaktoren, die eine Entartung von Zellen begünstigen. Dazu gehören vor allem Aspekte des Lebensstils der Industrieländer, sodass die Erkrankungsraten hier höher sind als in Entwicklungsländern. Verstärkt wird dies von einem hohen sozioökonomischen Status. Zu den Risikofaktoren gehören die Folgenden:


  • Eine langjährige chronisch entzündliche Darmerkrankung
  • Familiäre Häufung von Darmpolypen, Darmkrebs oder auch anderen Krebsarten
  • Ungesunde Ernährung: fettreich, fleischreich, ballaststoffarm
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Rauchen
  • Hoher Alkoholkonsum

In welchen Stadien verläuft Darmkrebs?

Anhand des TNM-Systems wird Darmkrebs in 5 Stadien eingeteilt. TNM steht für „Tumor“, „Lymphknoten“ (englisch „node“) und „Metastase“ und beschreibt die Ausbreitung bösartiger Tumore.


T1 bis 4

  • Zunehmende Größe und Ausbreitung des Tumors
  • Tis bedeutet „Carcinoma in situ“ (Frühstadium ohne invasives Wachstum).
  • T4 heißt, der Tumor wächst invasiv in das Bauchfell und/ oder andere Organe.

N0 bis 3

  • Lymphknotenbefall
  • N0 bedeutet, dass die nächstliegenden Lymphknoten nicht befallen sind.
  • N1 bis N3: Nachweis von Krebszellen in immer mehr Lymphknoten.

M0 oder 1

  • Nachweis von Fernmetastasen (M1) oder nicht (M0).

Je nach Kombination gibt es verschiedene Stadien:


Stadien-Übersicht Darmkrebs

Die Überlebensrate im Stadium 1 liegt bei über 90%, in Stadium 4 nur noch unter 5%. Früherkennung ist also das A&O! Gehen Sie spätestens ab dem 55. Lebensjahr regelmäßig zur Darmspiegelung. So lassen sich Polypen erkennen, solange sie gutartig sind!


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Quellenangaben
  • Dkfz. – Deutsches Krebsforschungszentrum (2018). Darmkrebs.
  • Felix Burda Stiftung (o. J.). Was ist Darmkrebs?
  • Herold, G. (2016)Innere Medizin. Köln: Lehmanns, S. 490ff.
  • Karges, W.; Al Dahouk, S. (2011). Innere Medizin in 5 Tagen. 2. Auflage, Heidelberg: Springer Medizin Verlag, S. 214 ff.
  • ONKO Internetportal (2014). Darmkrebs: Basisinformationen für Patienten und Angehörige.
  • Piper, W. (2013). Innere Medizin. 2. Auflage, Berlin Heidelberg: Springer, S. 381 ff.
  • Prinz, C. (2012). Basiswissen Innere Medizin. Berlin Heidelberg: Springer, S. 183 ff.
  • Wannenmacher, M.; Wenz, F.; Debus, J. (2013). Strahlentherapie. 2. Auflage, Berlin Heidelberg: Springer, S. 663 f.

veröffentlicht am 14.05.2018 | verfasst vom Redaktionsteam