Morbus Crohn – Wenn der Darm eine tickende Zeitbombe ist


Immer mehr Menschen in Deutschland erkranken an Morbus Crohn. Doch was genau verbirgt sich hinter dieser Erkrankung und wie beeinflusst sie das Leben der Betroffenen? Mondosano hat für Sie das Wichtigste über Morbus Crohn zusammengefasst.


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Morbus Crohn ist eine chronisch entzündliche Darmerkrankung. Sie kann in jedem Abschnitt des Verdauungstraktes auftreten, also vom Mund bis zum After. Meistens sind das Ende des Dünndarms (Ileum) oder der obere Abschnitt des Dickdarms (Kolon) betroffen. Die meisten Betroffenen sind zum Zeitpunkt der Erstdiagnose 15 bis 35 Jahre alt.

Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa 4.900 Menschen neu an Morbus Crohn.

Wie verläuft Morbus Crohn?

Morbus Crohn verläuft schubweise. Das heißt, dass sich symptomfreie Phasen mit Phasen ausgeprägter Beschwerden abwechseln. Diese Schübe halten zwischen wenigen Tagen und mehreren Wochen an. In dieser Zeit ist die Lebensqualität der Betroffenen stark eingeschränkt. Die Entzündung betrifft meist nicht nur die Darmschleimhaut, sondern auch die tieferen Schichten der Darmwand. Diese entzündeten Abschnitte verdicken sich im Verlauf der Erkrankung.


Wodurch entsteht Morbus Crohn?

Die Ursachen für die Entstehung von Morbus Crohn sind noch weitestgehend ungeklärt.

Vieles ist noch nicht geklärt. Sicher ist aber, dass eine genetische Veranlagung eine Rolle spielt. Aus diesem Grund kommt es zu familiären Häufungen von Morbus Crohn. Zudem wird eine Autoimmunreaktion vermutet. Demnach produziert der Körper Antikörper gegen das eigene Abwehrsystem und schwächt sich somit selbst. Bestimmte Umweltfaktoren kommen verstärkend hinzu. So haben Raucher ein erhöhtes Risiko, an Morbus Crohn zu erkranken. Psychische Belastungen können die Erkrankung zwar nicht auslösen, verschlimmern aber den Verlauf von Morbus Crohn. Entgegen vieler Meinungen kann eine „falsche“ Ernährung Morbus Crohn nicht auslösen.


Was sind die Symptome von Morbus Crohn?

Typisch für Morbus Crohn ist der segmentale Befall. Das bedeutet, dass sich erkrankte Abschnitte direkt neben gesunden befinden. Die Symptome, die diese erkrankten Abschnitte auslösen, können sehr unterschiedlich sein und hängen in erster Linie vom betroffenen Abschnitt ab. Typische Symptome von Morbus Crohn sind Folgende:

  • Wässrige, teilweise schleimige Durchfälle
  • Krampfartige Bauchschmerzen, vermehrt im rechten Unterbauch
  • Teilweise Fieber
  • Ungewollter Gewichtsverlust und Appetitmangel
  • Auch Entzündungen außerhalb des Darmes sind möglich, z. B. Gelenkschmerzen und entzündliche Hautveränderungen
  • Fatigue-Syndrom (chronische Müdigkeit)

Was für Folgen kann Morbus Crohn haben?

Morbus Crohn schränkt im Schub die Lebensqualität der Betroffenen erheblich ein.

Eine verkürzte Lebenserwartung ist nicht zu erwarten.

Allerdings kann es im Laufe der Erkrankung zu verschiedenen Komplikationen kommen, die behandelt werden müssen.

  • Fisteln: Tunnelähnliche Verbindung zwischen 2 Darmabschnitten oder zwischen dem Darm und einem Organ, z. B. der Blase oder der Haut.
  • Fissuren: Risse, meist am After
  • Abszesse: Eiteransammlungen
  • Darmverschluss
  • Nährstoffmangel durch häufigen Durchfall
  • Bei Dickdarmbefall besteht ein erhöhtes Darmkrebsrisiko

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Morbus Crohn?

Morbus Crohn ist unheilbar. Mit der richtigen Behandlung lassen sich aber die Beschwerden lindern und die symptomfreien Phasen verlängern. So haben die Betroffenen eine deutlich höhere Lebensqualität. Im Schub ist eine ärztliche Behandlung unbedingt notwendig. Welche Medikamente verordnet werden, hängt von der Intensität der Entzündung und dem betroffenen Bereich ab. Allgemein gibt es folgende Möglichkeiten Morbus Crohn zu behandeln:

  • Schmerz- und Entkrampfungsmedikamente
  • Entzündungshemmer, häufig Kortison
  • Immunsuppresiva (Medikamente, die das eigene Immunsystem unterdrücken)
  • Biologika (künstlich hergestellte Antikörper)
  • Viel trinken (um den Flüssigkeitshaushalt konstant zu halten)
  • leicht bekömmliche Nahrungsmittel zu sich nehmen

Arzt spricht mit Patienten über Morbus Crohn

Nach einem Schub folgt nicht automatisch eine Dauerbehandlung. Es lässt sich nämlich nicht vorhersagen wann oder ob überhaupt ein neuer Schub ausbricht.

Bei häufig auftretenden Schüben soll eine Langzeitbehandlung neuen Schüben vorbeugen und die beschwerdefreien Phasen verlängern. Dafür eignen sich Medikamente, die das überaktive Immunsystem regulieren.

Manche Komplikationen des Morbus Crohn erfordern eine operative Behandlung, wie z. B. bestimmte Fistelformen oder ein Darmverschluss. Schlagen die Medikamente langfristig nicht an, kann es notwendig sein, den betroffenen Darmabschnitt operativ zu entfernen.

Die richtige Behandlung ist das A und O wenn es darum geht, die Lebensqualität der von Morbus Crohn-Betroffenen zu erhöhen.


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Quellenangaben

veröffentlicht am 06.09.2017 | verfasst vom Redaktionsteam