Neurodermitis – Wenn man am liebsten aus der Haut fahren möchte


Die Haut ist gerötet, juckt und schuppt. Was hat es damit auf sich? Mondosano beantwortet für Sie die wichtigsten Fragen zur Hautkrankheit Neurodermitis und nennt Ihnen die Auslöser, die Sie umgehen sollten.


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Frau mit Neurodermitis kratzt sich am Arm

Neurodermitis ist eine chronische, entzündliche Hauterkrankung, die nicht ansteckend ist. Sie wird auch als atopisches Ekzem oder atopische Dermatitis bezeichnet. Der Begriff „atopisch“ beschreibt allergische Erkrankungen. Wer an Neurodermitis erkrankt ist, leidet häufig auch an Nahrungsmittelallergien, Asthma und Heuschnupfen.

Die Zahl der Erkrankungen hat in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen. Während in Deutschland nur etwa 1,5 bis 3% der Erwachsenen betroffen sind, sind es bei den Kindern 10 bis 15%. Damit ist Neurodermitis die häufigste Hautkrankheit bei Kindern. 60% aller Betroffenen erkranken bereits im ersten Lebensjahr, 85% bis zum 5. Bis zum Erwachsenenalter bilden sich die Symptome bei fast der Hälfte aller Betroffenen zurück. Eine unterschiedliche Häufung zwischen Männern und Frauen gibt es nicht.


Wie entsteht Neurodermitis?

Als Ende das 19. Jahrhunderts die Krankheitsbezeichnung „Neurodermitis“ geprägt wurde, ging man noch davon aus, dass eine Entzündung der Nerven die Krankheit auslöse. Ursächlich für die Neurodermitis ist jedoch eine Fehlreaktion des Immunsystems. Wie es dazu kommt, ist bisher nicht genau bekannt. Es zeigt sich jedoch eine familiäre Häufung, was auf eine erbliche Veranlagung hinweist.

Durch die Störung des Immunsystems schätzt der Körper harmlose Stoffe, wie bestimmte Lebensmittel, als gefährlich ein und löst einen Entzündungsprozess als Verteidigung aus. So entsteht der typische Juckreiz. Durch einen Mangel an bestimmten Eiweißen ist die schützende Hornhaut fehlerhaft aufgebaut, wodurch ihre Barrierefunktion gestört ist. Dadurch können Bakterien und Viren leichter eintreten, was zu Infektionen führt und die Entzündung fördert. Zusätzlich werden zu wenig Talg und Schweiß produziert, sodass die Haut austrocknet. Der entstehende Juckreiz kann in einen Teufelskreislauf führen. Denn Kratzen schädigt die Haut weiter, was den Juckreiz verschlimmert.


Welche Formen der atopischen Dermatitis gibt es?

Neurodermitis zeigt sich typischerweise in einer von drei verschiedenen Formen:

  • Milchschorf: Gelblich-weiße Krusten und nässende Ekzeme an den Wangen und der behaarten Kopfhaut. Betrifft hauptsächlich Säuglinge.
  • Beugenekzeme: Rötungen und langfristig Flechtenbildung an den Kniekehlen, Ellenbogen, Händen, Hals und am Nacken. Tritt meist im Kindes- und Jugendalter auf.
  • Prurigo nodularis: Stark zerkratzte Knoten, die am ganzen Körper auftreten, vor allem am Schultergürtel und den Armen. Diese Form tritt meist bei Erwachsenen auf.

Wodurch wird Neurodermitis ausgelöst?

Die atopische Dermatitis verläuft schubweise, das heißt Phasen mit unterschiedlich stark ausgeprägten Symptomen wechseln sich mit beschwerdefreien Phasen ab. Die Schübe werden durch verschiedene Schlüsselreize oder sogenannte Trigger ausgelöst:

  • Psychische Faktoren wie Stress
  • Allergene, z. B. bestimmte Lebensmittel oder Tierhaare
  • Irritierende Stoffe auf der Haut, z. B. Wollkleidung, Reinigungsmittel oder Duftstoffe
  • Klimafaktoren wie trockene Luft, Kälte und Schwüle
  • Mechanische Hautirritationen durch Kratzen oder zu enge, reibende Kleidung
  • Infekte
  • Häufiges Waschen

Kind mit Neurodermitis bei Ärztin

Wie äußert sich Neurodermitis?

Die Hauptsymptome einer Neurodermitis sind eine trockene, gerötete Haut mit rauer und rissiger Oberfläche, meist begleitet von einem starken Juckreiz. Weitere Symptome und deren Ausprägung sind abhängig vom Stadium der Erkrankung:

  • Akutes Entzündungsstadium: Schwellung, tiefrote Färbung, nässend, stark juckende Bläschen.
  • Chronisches Stadium: Schuppenbildung, vergröbertes Oberflächenrelief, teils Schwellung, Juckreiz.

Die Symptome  treten schubweise auf und beginnen schon im frühen Lebensalter. Sie zeigen sich vermehrt in den Kniekehlen und Ellenbeugen, man spricht von Beugenekzemen. Besonders bei Erwachsenen sind häufig auch Gesicht und Hals betroffen.


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Quellenangaben

veröffentlicht am 18.05.2018 | verfasst vom Redaktionsteam