Onkologie – Angstthema Krebs


Krebs ist ein Thema, das vielen Menschen Angst bereitet. Die Onkologie befasst sich mit diesen Erkrankungen. Wie Krebs entsteht und warum er so gefährlich sein kann, erfahren Sie hier.


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Arzt der Onkologie mit Klemmbrett

Die Onkologie ist ein medizinischer Teilbereich, der sich mit der Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge von Krebserkrankungen befasst.

Als Krebserkrankung wird die Entartung und unkontrollierte Vermehrung von Körperzellen bezeichnet. Dies kann überall im Körper entstehen, derzeit sind über 200 verschiedene Krebserkrankungen bekannt. Daher ist die Onkologie auf eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen medizinischen Fachrichtungen angewiesen, je nachdem wo sich der Krebs befindet. Wie eine Krebserkrankung entsteht und wie häufig sie sind, erfahren Sie im Folgenden.


Wie entstehen onkologische Erkrankungen?

Jede unserer Körperzellen verfügt über eine innere Uhr, die Wachstum, Reifung (Differenzierung), Teilung, Alterung und den Tod der Zelle reguliert. Dieser programmierte Zelltod wird Apoptose genannt und schützt den Körper davor, dass fehlerhafte Zellen weiterleben und ihr Genmaterial an Tochterzellen weitergeben können. Durch eine Veränderung der Erbanlagen (Mutation), kann die innere Uhr gestört werden. Sind davon Gene betroffen, die bei der Zellteilung, Apoptose, Reparatur oder Differenzierung eine Rolle spielen, entartet diese Zelle. Es kommt zu unkontrolliertem Wachstum und Vermehrung der Zelle. So entsteht ein Zellverband entarteter Zellen – ein Tumor (Geschwulst).

Solche Mutationen entstehen meist spontan und kommen gehäuft bei älteren Menschen vor. Es gibt aber verschiedene Auslöser, die eine Mutation begünstigen:


Mögliche Auslöser einer Mutation:

  • Bekannteste krebsauslösende Faktoren: Rauchen, Alkohol, übermäßige Einwirkung von Sonnenlicht, Infektionen mit bestimmten Krankheitserregern (z. B. Humane Papillomaviren – HPV), Übergewicht und ungesunde Ernährung
  • In seltenen Fällen spielt Vererbung eine Rolle

Da die meisten dieser Ursachen auf einen ungesunden Lebensstil zurückzuführen sind, geht die WHO (Weltgesundheitsorganisation) davon aus, dass 30% der Krebserkrankungen vermeidbar wären.


Ab wann ist ein Tumor gefährlich?

Tumore können sowohl gutartig, als auch bösartig sein. Letzteres wird als Krebs bezeichnet. Krebserkrankungen sind schwieriger zu behandeln und beeinträchtigen die Funktionalität gesunder Zellen.


Gutartige Neubildungen (benigne Neoplasien):

  • Bleiben am Entstehungsort und wachsen nicht in benachbartes Gewebe ein.
  • Wachsen langsam.
  • Lassen sich i. d. R. operativ gut entfernen.

Bösartige Neubildungen (maligne Neoplasien):

  • Stärker entartete Zellen, die zerstörend in benachbartes Gewebe einwachsen. Dies büßt dadurch seine Funktionalität ein.
  • Können außerdem über Blut- und Lymphgefäßsystem in andere Organe gelangen und dort Tochtergeschwüre bilden (Metastasen).
  • Wachsen schnell, können schneller wiederkehren.
  • Durch invasives Wachstum sind sie operativ schwer zu entfernen und im Falle einer Streuung (Metastasierung) noch schwerer zu behandeln.

Wie häufig sind onkologische Erkrankungen?

Im Jahr 2014 sind etwa 476.000 Menschen in Deutschland neu an Krebs erkrankt. Darunter sind etwas mehr Männer als Frauen, Frauen erkranken tendenziell aber etwas früher. Im gleichen Jahr gab es 223.000 krebsbedingte Sterbefälle.


Die 3 häufigsten Krebsarten sind folgende:

  • Männer:

    • Prostata (23%)
    • Lunge (13,9%)
    • Darm (13,3%)
  • Frauen:

    • Brustdrüse (30,5%)
    • Darm (12,3%)
    • Lunge (8,5%)

Die Daten zu Häufigkeit und Auftreten von Krebserkrankungen werden in den jeweiligen Landeskrebsregistern gesammelt und auf Bundesebene im Zentrum für Krebsregisterdaten (ZfKD) im RKI zusammengetragen. Sie werden für die interessierte Öffentlichkeit und vor allem für die wissenschaftliche Forschung veröffentlicht.


Einteilung onkologischer Erkrankungen

Die Onkologie bedient sich verschiedener Einteilungen der Krebserkrankungen, um die jeweils richtige Therapie auswählen zu können. Dafür wird zunächst eine Gewebeprobe (Biopsie) des Tumors genommen. Anschließend erfolgt nicht nur die Einteilung in gut- oder bösartig, sondern auch in die folgenden Kategorien:


Mikroskop zur Diagnostik in der Onkologie

Einteilung nach Gewebetyp

Folgende bösartige Tumore werden anhand ihres Gewebetyps unterschieden:

  • Epithel (Deckschicht von Haut und Schleimhaut): Karzinom, 75% aller bösartigen Tumore, z. B. Mammakarzinom (Brustkrebs), Bronchialkarzinom (Lungenkrebs)
  • Bindegewebe: Sarkom
  • Blutbildendes Gewebe: Leukämie
  • Lymphatisches Gewebe: Lymphom
  • Keimdrüse: Keimzelltumor

Grad der Differenzierung – Grading

Je geringer die Differenzierung, desto weniger ähnelt die Krebszelle dem umliegenden Gewebe und desto bösartiger ist sie:

  • G1 – Gut differenziert (weniger bösartig)
  • G2 – mäßig differenziert
  • G3 – schlecht differenziert
  • G4 – nicht differenziert (sehr bösartig)

TNM-System

Anhand der Klassifikation nach dem TNM-System kann die Ausbreitung des Tumors beschrieben werden:

  • Tumor: Größe und Ausbreitung des Primärtumors
  • Node (englisch)/ Lymphknoten: Befall von Lymphknoten
  • Metastasen: Tochtergeschwulst in weiteren Organen/ Geweben

TNM-Klassifikation in der Onkologie

Beispiel: Brustkrebs (Mammakarzinom) T2N0Mo beschreibt einen Tumor zwischen 2-5 cm, ohne Lymphknotenbefall und ohne Fernmetastasen.


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Quellenangaben

veröffentlicht am 16.05.2018 | verfasst vom Redaktionsteam