Parkinson-Diagnose – Was sind die Ursachen?


Parkinson ist zwar schon seit 1817 bekannt, über ihre Entstehung weiß man bisher jedoch kaum etwas. Was bereits über die Ursachen von Parkinson herausgefunden wurde und wie man die Diagnose stellt, erfahren Sie hier.


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Parkinson ist weltweit eine der häufigsten Erkrankungen des Nervensystems. Allein in Deutschland sind etwa 260.000 Menschen betroffen. Das häufigste Erkrankungsalter liegt zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr. Parkinson tritt bei Männern und Frauen etwa gleichhäufig auf. Die Erkrankung zeichnet sich durch typische Symptome wie Muskelzittern, Muskelsteifheit und Bewegungsverlangsamung aus.

Parkinson zählt als eine der häufigsten Erkrankungen des Nervensystems weltweit, dennoch ist über die Ursachen bisher kaum etwas bekannt.

Welche Ursachen hat Parkinson?

Damit unsere Nervenzellen Signale überhaupt weiterleiten können, sind bestimmte Botenstoffe erforderlich. Zu diesen Botenstoffen (Neurotransmitter) zählen unteranderem Dopamin, Adrenalin und Glutamat. Bei Parkinson sterben die Dopamin-produzierenden Nervenzellen ab.

Dopaminmangel im Gehirn verursacht Parkinson.

Die Dopamin-produzierenden Nervenzellen befinden sich in der Gehirnregion, die hauptsächlich für die Koordination und Feinmotorik zuständig ist (schwarze Substanz). Der Mangel an Dopamin bringt das Gleichgewicht der Botenstoffe empfindlich durcheinander und dadurch kommt es zu den typischen Parkinson-Symptomen.

Unser Körper kann den Dopaminmangel eine Zeit lang ausgleichen. Erst wenn mehr als die Hälfte der Dopamin-produzierenden Zellen abgestorben sind, treten die Parkinson-Symptome auf. So beginnt das Absterben der ersten Nervenzellen schon Jahre vor den ersten Symptomen.

Bei Parkinson sterben nicht nur Nervenzellen im Gehirn ab, sondern z. B. auch im Nervensystem des Magen-Darm-Traktes.

Was die Ursache für den Dopaminmangel und das Sterben der Nervenzellen bei Parkinson ist, konnte bisher nicht eindeutig geklärt werden. Sie ist eine der vielen spannenden Fragen der medizinischen Forschung.


Was für Formen von Parkinson gibt es?

Parkinson ist nicht gleich Parkinson. Je nach Ursache werden 4 verschiedene Formen der Erkrankung unterschieden:

Idiopathischer Parkinson:

Dies ist die klassische Form von Parkinson, an der etwa 75% der Betroffenen leiden. Ihre Ursache ist bislang völlig unbekannt.

Symptomatisches/ sekundäres Parkinson-Syndrom:

Hier liegt keine klassische Parkinsonerkrankung vor, die Symptome sind aber die gleichen. Das heißt, dass den Parkinson-Symptomen andere Ursachen zugrunde liegen. Dafür kommt z. B. eine Gefäßerkrankung infrage, bei der kleine Hirngefäße unter der Hirnrinde verkalken. Auch manche Medikamente können die Ursache sein. Z. B. senken Neuroleptika den Dopaminspiegel. Giftstoffe, wie Kohlenmonoxid oder Gehirnverletzungen durch Unfälle, Tumore, Schlaganfälle oder Hirnentzündungen können Parkinson-Symptome auslösen.

Atypisches Parkinson-Syndrom:

Bei dieser Form von Parkinson liegt die Ursache in einer anderen neurologischen Erkrankung. Deswegen sprechen Betroffene dieser Form gar nicht oder nur selten auf eine Dopaminbehandlung an, was die gängigste Form der Parkinson-Behandlung ist.

Familiärer Parkinson:

Etwa 5 bis 10% der Betroffenen leiden an dieser erblich bedingten Form des Parkinson. Verschiedene Genorte konnten bereits als Auslöser identifiziert werden. Aus dem Grund haben Kinder von betroffenen Eltern ein erhöhtes Erkrankungsrisiko. Parkinson tritt in diesem Fall meist schon vor dem 40. oder 50. Lebensjahr auf, verläuft aber langsamer. Parkinson wird aber nicht grundsätzlich vererbt, Kinder von betroffenen Eltern müssen also nicht unbedingt erkranken.


Wie wird Parkinson diagnostiziert?

Die Diagnose „Parkinson“ stellt ein Neurologe. Dafür betrachtet er vor allem die Symptome des Betroffenen. Liegen die typischen Parkinson-Symptome vor, reicht einem erfahrenen Neurologen häufig ein Blick, um den Verdacht zu stellen. Außerdem können bestimmte Frühsymptome zu einem Parkinson-Verdacht führen. Dazu gehören:

  • Riechstörungen
  • Verstopfungen
  • Schlafstörungen
  • Stimmungsschwankungen
  • Veränderung des Schriftbildes
  • Einseitige Muskelverspannungen

Liegen mindestens 2 solcher Frühsymptome vor, besteht der Verdacht auf Parkinson. Sie können jedoch auch auf andere Ursachen hinweisen. Besonders die bewegungsbezogenen Frühsymptome werden häufig mit rheumatischen Beschwerden verwechselt.


Arzt stellt Diagnose für Parkinson

Um bei einem bestehenden Verdacht die Diagnose Parkinson zu prüfen, hat der Neurologe verschiedene Möglichkeiten:

  • Der wichtigste Test in der Parkinson-Diagnostik ist der L-Dopa-Test: L-Dopa (=Levodopa) ist eine Vorstufe des Dopamins. Bessern sich die Beschwerden durch die Gabe von L-Dopa, ist eine Erkrankung wahrscheinlich. Bleiben die Symptome gleich, kann Parkinson nahezu ausgeschlossen werden.
  • Durch eine PET (Positronen-Emissions-Tomografie) können Veränderungen der Dopamin-ausschüttenden Zellen indirekt sichtbar gemacht werden.
  • In Einzelfällen wird eine SPECT (Single-Photonen-Emissions-Tomografie) durchgeführt. Diese Untersuchung ist allerdings sehr aufwändig. Zeigt sich hierbei ein verstärktes Signal der schwarzen Substanz (Dopamin-produzierende Nervenzellen) ist die Diagnose Parkinson recht eindeutig.
  • Um andere Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen ausschließen zu können, müssen gegebenenfalls weitere Untersuchungen durchgeführt werden.

Eine frühe Diagnose des Parkinson ist zwar schwierig, aber wichtig. Je früher mit der Behandlung begonnen werden kann, desto besser sind die Ergebnisse für den Betroffenen.

Parkinson ist zwar bislang nicht heilbar, durch die modernen Medikamente aber gut zu behandeln. Junge Erkrankte können meist noch jahrelang arbeiten und ein nahezu normales Leben führen.

Durch die Substitution des fehlenden Dopamins kann der Krankheitsverlauf verlangsamt und Komplikationen verringert werden.


Die Diagnose Parkinson ist ohne Frage ein Schock für alle Beteiligten. Sie muss aber kein Untergang sein. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt und Ihren Angehörigen ausführlich über die Erkrankung. Egal ob selbst Betroffener oder Angehöriger: Thematisieren Sie Ihre Ängste und Probleme und suchen Sie gemeinsam nach Lösungen. So erreichen Sie die bestmögliche Lebensqualität.


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Quellenangaben

veröffentlicht am 24.10.2017 | verfasst vom Redaktionsteam