Risiko Thrombose: Erkennen und vorbeugen


Wenn das Blut nicht mehr ungehindert durch die Blutgefäße fließt, kann es gefährlich werden. Die Folge: Thrombose. 
Wie eine Thrombose entsteht, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und welche Art der Thrombose am gefährlichsten ist, erfahren Sie hier. Außerdem haben wir 5 Tipps, wie Sie ihr Thromboserisiko im Alltag senken können!


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Arzt untersucht Bein einer Patientin auf Thrombose

 © Dan Race / Adobe Stock

 

Bei einer Thrombose bildet sich ein Blutgerinnsel und verstopft ein Blutgefäß. Löst sich in diesem Blutgefäß ein Teil des Blutgerinnsels, wird es mit dem Blutstrom z.B. in die Lunge oder das Herz transportiert. Dies kann zu lebensgefährlichen Situationen, wie einer Lungenembolie oder einem Schlaganfall führen. Daher muss bei einem Thromboseverdacht schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden.


Grundwissen über Thrombose

 

Was ist eine Thrombose?

Eine Thrombose ist ein Gefäßverschluss durch ein Blutgerinnsel (Thrombus). Der Thrombus kann sich in einem Blutgefäß oder im Herzen bilden und behindert den Blutstrom vollständig oder teilweise. Eine Thrombose kann in jeder Arterie oder Vene im Körper vorkommen, mit unterschiedlichsten Folgen.

 

Wie kann sie entstehen?

In einer frischen Wunde wird die Blutung gestoppt, indem sich Blutblättchen am verletzten Blutgefäß sammeln und so einen Pfropf bilden. Das Gerinnungseiweiß legt sich wie ein Netz über die Wunde und die Verletzung kann verheilen.

Doch es kann auch passieren, dass das Blut zufällig gerinnt: es bildet sich ein Blutgerinnsel am falschen Ort. Die Folge ist, dass durch das Blutgerinnsel das Blutgefäß teilweise oder komplett verstopft – diesen Vorgang nennt man Thrombose.  

 

Welche Arten unterscheidet man?

Man unterscheidet zwischen zwei Arten von Thrombose, je nachdem, wo sich der Thrombus befindet.

  • arterielle Thrombose: Kann in den Herz- und Beinarterien vorkommen.
  • venöse Thrombose: Kann in den Venen im Hirn, in den Armen und Beinen, im Schultergürtel und Becken sowie Pfortader und After auftreten.
Was sind die Ursachen für eine Thrombose?
  • Gefäßwandschäden oder die Einengung der Blutgefäße durch äußeren Druck sind  mögliche Ursachen für eine Thrombose. Dies kann unter anderem durch Ruhigstellung der Beine nach einer Operation oder aufgrund einer längeren Flugreise entstehen.
  • Krampfadern könnten eine Thrombose fördern. Durch die krankhaft erweiterten Venen entsteht ein verlangsamter Blutfluss und führt zur Bildung eines Blutpfropfs an der Venenwand.
  • Weitere Ursachen:
    • Blutgerinnungsstörungen
    • Krebserkrankungen
    • Autoimmunerkrankungen
    • Nebenwirkungen von Medikamenten (z.B. bei der Einnahme der Anti-Baby-Pille) 


© peterschreiber.media
 


Symptome einer Thrombose

Wie erkenne ich eine Thrombose?

Grundsätzlich kann eine Thrombose in allen Blutgefäßen des Körpers entstehen. Oft haben die Betroffenen mit ziehenden oder krampfartigen Schmerzen zu kämpfen, der vergleichbar mit dem eines Muskelkaters ist. Jedoch könnten die Symptome je nach Ort des Gerinnsels unterschiedlich sein.
Die Symptome einer Thrombose in den Extremitäten (Armen und Beinen) sind oft eindeutiger und lassen sich leichter erkennen als ein Gefäßverschluss in anderen Körperteilen.
Häufig treten Thrombosen in den Venen des Unterschenkels auf, da dort das Blut gegen die Schwerkraft besonders langsam zum Herzen zurückfließen kann.

Folgende Symptome können dadurch auftreten:
  • Die Wade ist geschwollen
  • Schweregefühl oder Spannungsgefühl der Wade bzw. des Unterschenkels
  • Muskelkaterähnliche Schmerzen im Unterschenkel, Oberschenkel, Fuß oder der Leiste
  • Gespannte, glänzende, bläulich verfärbte Haut
  • Der Unterschenkel fühlt sich wärmer an als sonst
  • Die Venen der Haut sind stärker zu sehen (man nennt diese Warnvenen)
  • Erhöhte Körpertemperatur
  • Erhöhter Puls

 

Nicht alle Symptome müssen gleichzeitig auftreten um auf eine Thrombose hinzuweisen!

 

Gefäßverschlüsse in den Armen sind oft schmerzhafter als in den Beinen. In diesem Fall sind die sogenannte „Warnvenen“ deutlich auf dem Oberkörper zu sehen, weil das Blut über Umwege den Weg zum Herzen sucht.

 


Was kann ich tun, wenn ich bei mir oder einer anderen Person eine Thrombose befürchte?

Wenn die oben genannten oder auch andere, unspezifische Symptome auftreten, sind weitere Untersuchungen durch den Arzt unbedingt notwendig. Er untersucht den betroffenen Körperteil durch einen Ultraschall. Weiter werden Blutuntersuchungen durchgeführt, um zu untersuchen, ob die D-Dimere im Blut erhöht sind. D-Dimere sind Abbauprodukte von Thrombusmaterial, die bei einer Thrombose entstehen und dabei vermehrt im Blut auftreten.

  


Behandlung einer Thrombose

Eine Thrombose kann unterschiedlich behandelt werden – welche Therapie genutzt wird, hängt davon ab, wo sich das Blutgerinnsel gebildet hat. Häufig werden auch verschiedene Therapien kombiniert.

Das primäre Ziel bei allen Therapien ist es, dass das Blutgerinnsel sich nicht von der Venenwand ablöst und dadurch mit dem Blutstrom in lebenswichtige Organe gelangt. Die Folge wäre eine Embolie. Das heißt, dass eine Arterie durch den Thrombus verstopft wird. Dies kann zu einer lebensbedrohlichen Situation führen. Auch will man langfristige, irreparable Schäden an den betroffenen Blutgefäßen, Extremitäten oder Organen vermeiden.


Medikament wird in eine Spritze aufgezogen© Wolfilser / Adobe Stock

 
Sofortmaßnahmen bei Thrombose:
  • Hochlagerung der betroffenen Extremität
  • Ein Kompressionsverband wird durch medizinisches Personal angelegt, damit sich das Blut nicht weiter zurückstaut und die Extremität nicht weiter anschwillt
  • Eine weitere Möglichkeit sind Kompressionsstrümpfe der Klasse II (Ziel: Kompression, also Zusammenpressen der Venen, damit das Blut besser fließen kann)
  • Behandlung mit  Medikamenten
    • Durch Medikamente soll verhindert werden, dass das Blutgerinnsel wächst und in die Lungenarterie gelangt
    • Durch die Medikamente soll das Enzym den Thrombus verkleinern oder im optimalen Fall sogar auflösen
    • Gerinnungshemmende Medikamente sollen eine neue Thrombose verhindern
      • Antikoagulantien: Gerinnungshemmer, werden meist gespritzt.
        Häufig wird z.B. das Medikament Heparin eingesetzt. Der Wirkstoff Fondaparinux wird meist genutzt, wenn die Gabe von Heparin ein zu starkes Absinken der Thrombozyten (Blutplättchen) hervorgerufen hat.
      • Weitere Wirkstoffe zur akuten Thrombose-Behandlung sind Rivaroxaban und Apixaban. Die Medikamente werden in Tablettenform verabreicht.

Langzeitbehandlung
nach einer Thrombose:
  • Nach 5-10 Tagen erhalten die Betroffenen in der Regel ein gerinnungshemmendes Medikament in Tablettenform, um ein neues Blutgerinnsel zu verhindern.
  • Die Tablette werden in der Regel 3-6 Monate lang eingenommen.
  • Bei einer Erhaltungstherapie erhält der Patient Vitamin-K-Antagonisten, um eine neue Thrombose oder Lungenembolie zu verhindern. Vitamin-K-Antagonisten sind Gegenspieler des für die Blutgerinnung wichtigen Vitamin K, hier werden häufig die Wirkstoffe Phenprocoumon und Warfarin eingesetzt.
  • Die richtige Dosis der Medikamente wird durch regelmäßige Blutkontrollen der Gerinnungshemmer angepasst.
  • Weiter wird auch der D-Dimer-Wert im Blut untersucht, um eine hohe Blutgerinnung im Körper schneller zu erkennen.

Operative Behandlung
der Thrombose:

Vor allem bei jüngeren Patienten, die zum ersten Mal an Thrombose erkrankt sind, ist eine Operation sinnvoll. Hier wird der Blutpfropf mit einem Katheter erfasst und anschließend aus der Vene gezogen. Durch diese Methode wird das verstopfte Blutgefäß wieder durchgängig gemacht, gleichzeitig kann auch ein Strömungshindernis, falls dies in der Vene vorhanden ist, beseitigt werden. Zusätzlich kann über den Katheter ein Thrombus-auflösendes Medikament verabreicht werden – diese Methode hat eine höhere Erfolgschance und geringere Risiken.

 


Ärztin spricht mit Patientin© Syda Productions / Adobe Stock

Was sind mögliche Spätfolgen einer Thrombose?

Nach einer Thrombose können unterschiedliche Spätfolgen auftreten. Am schlimmsten ist das Wandern des Thrombus über das Venensystem in die Lunge. Dadurch kann es zu einer Lungenembolie kommen. Als mögliche Folge einer tiefen Beinvenenthrombose kann ein postthrombotisches Syndrom entstehen. Aufgrund eines Blutgerinnsels entsteht in der Beinvene eine chronische Stauung des Blutes. Dadurch entsteht eine Durchblutungsstörung. Das Anschwellen des Beines und Hautveränderungen sind die Folge. Bei schweren und langanhaltenden Durchblutungsstörungen kann es zu offenen Wunden (chronische Wunden) an den Beinen kommen.  

 

 

 


Wir geben Ihnen 5 Tipps, wie Sie einer Thrombose vorbeugen können!

  • Bewegen Sie sich ausreichend und aktivieren Sie ihre Beinvenen – Schwimmen, Spazieren gehen oder Radfahren regen den Blutfluss in den Beinvenen an.
  • Vermeiden Sie langes Sitzen und Stehen. Dies lässt sich zwar selten im Berufsalltag vermeiden, jedoch könnten Sie zwischendurch kleine Bewegungseinheiten wie Fußgymnastik einlegen oder zwischendurch einige Schritte gehen, um sich einen Schluck Wasser zu holen. Auch längeres Überschlagen der Beine fördert eine Venenthrombose, also legen Sie ruhig öfter mal die Beine hoch.
  • Trinken Sie ausreichend Wasser oder ungesüßte Tees – 1,5 Liter ist die empfohlene Tagesmenge.
  • Ernähren Sie sich gesund und ausgewogen – So beugen Sie Übergewicht vor bzw. reduzieren ihr Übergewicht.
  • Rauchen Sie nicht – dies schränkt die Blutgerinnung ein.

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Quellenangaben
  • Apotheken Umschau (2017): Thrombose

  • Prinz, C. (2012). Basiswissen innere Medizin

  • Richter, J. (2017). Thrombose

  • pflege.de (o.J.). Arten der Thrombose

  • Deutsche Gesellschaft f. Angiologie (o.J.). Thrombose – Ursachen

  • Navigator-Medizin (o.J.). Symptome Thrombose

  • Feichter, M. (2017). D-Dimere.

 

veröffentlicht am 27.03.2019 | verfasst vom Redaktionsteam