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    Jedes Jahr am 28. Mai findet der weltweite Blutkrebstag statt. An diesem Tag werden dutzende Informationsveranstaltungen durchgeführt. Ziel ist es, weltweit die Solidarität mit den Betroffenen und den Angehörigen zu bekunden, die Gesellschaft zu informieren und aufzuklären.

    Leukämie: Zahlen und Fakten

    Im Jahr 2012 erkrankten in Deutschland 12.640 Patienten neu an einer Leukämie. Weltweit beläuft sich diese Zahl (gemäß DKMS) auf 917.000 Menschen.

    Blutkrebs ist aber nicht immer gleich Blutkrebs. Es gibt allgemeinhin 4 Arten dieser Erkrankung. Wobei es bei der Differenzierung darauf ankommt, welche blutproduzierenden Systeme betroffen sind und ob es sich um ein akutes Auftreten oder eine Chronifizierung handelt.

    Folgende Unterteilung findet statt:

    • ALL – Akute Lymphatische Leukämie
    • CLL – Chronisch Lymphatische Leukämie
    • AML – Akute Myeloische Leukämie
    • CML – Chronisch Myeloische Leukämie

    Weltweit erkranken Männer häufiger an einer Leukämie als Frauen – diese Auffälligkeit zieht sich durch alle Altersgruppen.

    1 Mann von 67 Männern und 1 Frau von 91 Frauen erkranken in ihrem Leben an einer Leukämie.

    Die Verteilung der einzelnen Leukämiearten unterscheiden sich zwischen den Geschlechtern jedoch kaum.

    Der Anteil der „sonstigen“ Leukämien umfasst vor allem die Arten, die man nicht eindeutig zuordnen kann – Mischformen oder versteckte Leukämien sind möglich.

    Innerhalb Deutschlands ist ein Unterschied der Bundesländer zu beobachten. Im Jahr 2012 erkrankten die meisten Menschen in Hamburg an einer Leukämie. An letzter Stelle, mit rund 7 Neuerkrankungen auf 100.000 Einwohner, lag Baden-Württemberg. Dies stellt die Hälfte der Neuerkrankten Hamburgs dar.

    Der größte Anstieg der Neuerkrankungen (Prävalenz) liegt in der Altersgruppe der über 60-jährigen.

    Sind Sie aktuell 35 Jahre und männlich, liegt die Wahrscheinlichkeit in den nächsten 10 Jahren an einer Leukämie zu erkranken, bei 1 zu 2.100. Jedoch nur 1 von 2.600 Frauen erkrankt in dieser Altersgruppe in den kommenden 10 Jahren an einer Leukämie. Sind sie unterdes aktuell 65 Jahre, liegt die Wahrscheinlichkeit bei den Männern bei 1 zu 230 und bei Frauen bei 1 zu 380.

    So wie sich die Zahlen der Neuerkrankungen verhalten, so verhalten sich auch die Sterblichkeitsraten. Ein 35-jähriger Mann stirbt mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 zu 6.700 in den 10 Jahren nach Erstdiagnose und eine Frau mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 zu 9.400. In der Altersgruppe der 65-jährigen sieht das wieder gänzlich anders aus. Hier liegt die Wahrscheinlichkeit nach Diagnose in den folgenden 10 Jahren zu sterben, bei 1 zu 410 bei den Männern und bei 1 zu 660 bei den Frauen.

    Es lässt sich also sagen, dass die Prognose der Erkrankung abhängig vom Diagnosealter und der Form der Leukämie ist. Kinder sind dabei mit sehr viel Glück gesegnet. Die akuten Formen der Leukämie stellen für Erwachsene aber unverändert eine sehr schlechte Überlebensprognose dar. Die Überlebensrate liegt bei 50% (innerhalb der ersten 5 Jahre). Seit 1999 steigen die Überlebensraten kontinuierlich an. Dies ist zum einen einer früheren Diagnose zu verdanken und zum anderen einer besseren medizinischen Versorgung. Im Bereich der Onkologie findet sehr viel Forschung statt – z.B. Stammzellforschung und begleitende Therapien nach einer Stammzelltransplantation.

    An dieser Stelle muss bedauerlicherweise gesagt werden, dass vor allem die Ursachen einer chronischen Leukämie unklar sind. Bekannte Risikofaktoren insbesondere der akuten Leukämie sind Strahlen, Chemotherapeutika und verschieden Chemikalien (z.B. am Arbeitsplatz). Oftmals wird bei der Erstdiagnose jedoch festgestellt, dass die Betroffenen gar keinen Kontakt zu diesen Stoffen hatten. Auch hier ist man dem eigentlichen Auslöser noch nicht auf die Spur gekommen. Diskussionen über den Einfluss von Viren, ein ungenügendes Training des Immunsystems in der Kindheit, elektromagnetischen Feldern bspw. von Handys und genetische Veränderungen werden geführt. Schlussendlich gehen die Wissenschaftler davon aus, dass es zur Ausprägung einer Leukämie verschiedene Faktoren benötigt die zur gleichen Zeit auftreten.

    Sollten Sie noch kein bekennender Knochenmarkspender sein, macht es an dieser Stelle Sinn sich intensiv mit der Frage „Möchte ich Spender sein?“ auseinander zu setzen. Über die Website der DKMS erfahren Sie mehr und können sich dort auch registrieren.

    Symptome einer Leukämie

    • Abgeschlagenheit, Fieber, Nachtschweiß
    • Häufige Infektionen oder Infekte
    • Blässe, Müdigkeit
    • Blutungsneigung (Blaue Flecke, Mundschleimhaut)
    • Knochenschmerzen, Hautschmerzen

    Unterscheidung akute oder chronische Leukämie

    • ist eine medizinische Bezeichnung für den Verlauf der Leukämie
    • akute Leukämien entwickeln sich innerhalb weniger Wochen
    • akute Leukämien gehen mit prompten schweren Krankheitssymptomen einher
    • innerhalb weniger Tage wird das Blut mit unreifen weißen Blutzellen über-schwemmt
    • chronische Leukämien schreiten langsam voran
    • chronische Leukämien bleiben häufig lange unerkannt

    Quellenangaben

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