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    Wenn sich Zellen eines Organs oder Gewebes unkontrolliert teilen, entsteht ein Tumor (Geschwulst). Ein Tumor kann gut- oder bösartig sein. Wachsen die entarteten Zellen ungebremst, ist der Tumor bösartig – eine Krebserkrankung liegt vor. Tumore in der Lunge sind in über 80% der Fälle bösartig.

    Lungenkrebs ist ein bösartiger Tumor, der von Zellen der Bronchien, Bronchiolen oder Lungenbläschen ausgeht. Häufig wird die Bezeichnung Bronchialkarzinom verwendet.

    Wer erkrankt an Lungenkrebs?

    Lungenkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Jährlich erkranken rund 54.000 Menschen in Deutschland an einem Bronchialkarzinom. Männer dabei viermal so häufig wie Frauen. Das liegt an den unterschiedlichen Rauchgewohnheiten. Bei Männern haben die Zahlen in der letzten Zeit aber etwas abgenommen, während sich die Zahl der erkrankten Frauen in den letzten 50 Jahren verdreifacht hat. Die meisten erkrankten Frauen sind zwischen 68 und 84 Jahre alt, der Häufigkeitsgipfel der Männer liegt zwischen 80 und 84 Jahren.

    Bei Männern stellt Lungenkrebs die mit Abstand häufigste Krebstodesursache dar, bei Frauen die zweithäufigste. Die relative-5-Jahre Überlebensrate liegt bei Männern bei 15%, bei Frauen sind es 20%. Die Prognose hängt aber stark vom Zeitpunkt der Diagnose ab. Da Lungenkrebs im frühen Stadium symptomlos ist, wird er häufig erst relativ spät erkannt.

    Wodurch entsteht die Krebsform?

    Bronchialkarzinome entstehen durch Wachstum und Vermehrung einer einzelnen Tumorzelle, die wiederum durch Mutation aus einer normalen Zelle hervorgegangen ist. In den meisten Zellen ist das eine Zelle der Bronchialschleimhaut.

    Eine solche Mutation kann aufgrund verschiedener Ursachen und Risikofaktoren entstehen:

    • 90% der Bronchialkarzinome entstehen durch Rauchen
    • 10% sind berufsbedingt, vor allem durch Kontakt mit Asbest
    • Passivrauch erhöht das Erkrankungsrisiko um 25%. Wer schon im Kindesalter stark Passivrauch ausgesetzt ist, ist sogar bis zu 10-mal so gefährdet.
    • Eine Lungenfibrose erhöht das Risiko um 10%
    • Schätzungsweise 7% der Lungenkrebserkrankungen entstehen durch Luftverschmutzung
    Lungenkrebs

    Welche Arten des Bronchialkarzinoms gibt es?

    Nicht jedes Bronchialkarzinom ist gleich. Für die Behandlung ist die Bestimmung der genauen Art des Krebses sehr wichtig. Um diese Festzustellen, wird eine Gewebeprobe des Tumors entnommen. Im Labor kann dann unterschieden werden, ob ein kleinzelliges oder ein nicht-kleinzelliges Karzinom vorliegt und die genaue Art bestimmt werden. Kleinzellige Karzinome sind selten, aber aggressiv und meist schon bei der Diagnose metastasiert. Nicht-kleinzellige Karzinome wachsen in der Regel langsamer. Am häufigsten kommen folgende 4 Bronchialkarzinome vor:

    • Kleinzelliges Karzinom (28%)
    • Plattenepithelkarzinom (29%)
    • Adenokarzinom (32%)
    • Großzelliges Karzinom (10%)

    Andere Krebsarten können in die Lunge streuen, das heißt, dass über das Blut- oder Lymphsystem sogenannte Metastasen in die Lunge gelangen. Das Gewebe einer Lungenmetastase unterscheidet sich von dem eines Bronchialkarzinoms.

    Ein anderer Krebs, der sich zwar in der Lunge befinden kann, aber kein Lungenkrebs ist, ist das Lymphom. Es geht nicht vom Lungengewebe, sondern von Zellen des Immunsystems aus und bedarf einer anderen Behandlung.

    Welche Stadien des Lungenkrebses gibt es?

    Wie jede Krebsart, wird auch der Lungenkrebs in verschiedene Stadien nach dem TNM-System eingeteilt. Es beschreibt anhand der Kategorien „Tumor“, „Lymphknoten“ (englisch „node“) und „Metastase“ die Ausbreitung bösartige Tumore im Körper.

    • T1 bis 4: Gibt zunehmend Größe und Ausbreitung des Ursprungstumors an. T4 beschreibt einen in umliegendes Gewebe eingewachsenen Tumor.
    • N0 bis 3: N0 bedeutet, dass keine Krebszellen in den nächstgelegenen Lymphknoten nachgewiesen werden konnten. N1 bis N3 beschreibt einen Befall von immer weiter entfernt liegenden Lymphknoten.
    • M0 oder 1: Beschreibt ob Fernmetastasen nachgewiesen werden konnten (M1) oder nicht (M0).

    Um das Stadium bestimmten zu können, sind verschiedene Untersuchungen wie bildgebende Verfahren, eine Endoskopie und/ oder eine Gewebeprobe (Biopsie) erforderlich.

    Wohin metastasiert Lungenkrebs?

    Eigentlich hat jede Zelle seinen festen Platz im Körper und kann nirgendwo anders überleben. Nur Blut- und Lymphzellen bewegen sich durch den Körper. Bösartige Tumorzellen können aber invasiv wachsen. Das heißt, sie dringen in umliegendes Gewebe ein, z. B. von der Schleimhautschicht in die Muskelschicht. Außerdem können sich Tumorzellen aus ihrem Zellverband lösen und über das Blut- oder Lymphsystem an andere Stellen des Körpers wandern und dort eine Tochtergeschwulst bilden. Diese werden als Metastasen bezeichnet, benannt nach dem griechischen Wort für Übersiedlung. Man spricht auch davon, dass der Tumor streut. 

    Wo sich eine solche Metastase bildet, hängt überwiegend von 2 Faktoren ab:

    • Gewebe oder Organe, die die Tumorzelle über das Blut oder die Lymphflüssigkeit zuerst erreicht.
    • Ähnliche Oberflächeneigenschaften der Zellen.

    Metastasen eines Lungenkrebses bilden sich häufig im Gehirn, den Knochen, der Leber und gelegentlich auch in den Nebennieren.

    Quellenangaben

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