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    Was sind eigentlich Nebenwirkungen?

    Als Nebenwirkung oder unerwünschte Arzneimittelwirkung (UAW) wird eine schädliche und unbeabsichtigte direkte Reaktion auf ein Arzneimittel bezeichnet. Sie kann sowohl beim bestimmungsgemäßen Gebrauch, als auch bei einer Fehldosierung oder Missbrauch auftreten. Darüber hinaus gibt es noch unerwünschte Arzneimittelereignisse (UAE). Das sind schädliche Ereignisse, die in zeitlichem Zusammenhang zu der Arzneimittelanwendung auftreten.

    Nebenwirkungen können grundsätzlich bei jedem Arzneimittel auftreten. Die meisten sind dosisabhängig. Viele andere Nebenwirkungen entstehen durch Allergien oder Überempfindlichkeiten. Sie sind keineswegs auf die leichte Schulter zu nehmen. Laut Schätzungen der Europäischen Kommission sterben jährlich rund 200.000 Menschen in Europa an Nebenwirkungen, das sind fast 8-mal so viele wie im Straßenverkehr. Dabei wären 40% der Nebenwirkungen, die zu einem Krankenhausaufenthalt führen, vermeidbar. Es könnte ein anderes Medikament oder eine verträglichere Dosis verabreicht werden. Außerdem dürfen bestimmte Medikamente nicht im gleichen Zeitraum eingenommen werden. Zu diesen drei Punkten gibt es leider immer noch zu viele Unklarheiten. Aus diesem Grund ist es absolut wichtig, alle auftretenden Nebenwirkungen zu melden!

    Warum sollten Nebenwirkungen gemeldet werden?

    Wie bereits gesagt, hilft die Meldung einer Nebenwirkung Daten über die Verträglichkeit eines Medikamentes zu sammeln. Damit trägt diese Meldung dazu bei

    • die Arzneimittelsicherheit zu steigern,
    • die Patientensicherheit zu fördern und andere Patienten vor der Nebenwirkung zu bewahren,
    • die Verschreibung und Anwendung der Arzneimittel zu verbessern,
    • das Wissen über Arzneimittel zu fördern und zu verbreiten sowie
    • den Beipackzettel aktuell zu halten.

    Wo kann ich meine Nebenwirkung melden?

    Wenn Sie selbst eine Nebenwirkung bei sich bemerken, sollten Sie diese unbedingt melden. Dafür können Sie sich an eine von 3 verschiedenen Ansprechstellen wenden:

    • Ihr Arzt: Melden Sie die Nebenwirkung Ihrem Arzt. Er kann nicht nur sofort eventuell notwendige Gegenmaßnahmen einleiten, sondern auch die Meldung an das zuständige Bundesinstitut weiterleiten.
    • Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Um eine eventuelle Behandlung der Nebenwirkung einzuleiten, sollten Sie sich außerdem bei Ihrem Arzt melden.
    • Die Informations- und Meldeplattform nebenwirkungen.de: Hier können Sie Nebenwirkungen pseudonymisiert und rund um die Uhr melden. Diese Information wird im Anschluss datenschutzkonform verarbeitet und ohne persönlichen Angaben an den Hersteller weitergeleitet. Dort wird sie aufgenommen, bewertet und mit bisherigen Erfahrungswerten verglichen. Jede Meldung wird in der offiziellen Statistik erfasst und führt gegebenenfalls zu einer Anpassung oder Ergänzung des Beipackzettels. Außerdem haben Sie auf der Plattform die Möglichkeit sich über Nebenwirkungen anderer Patienten zu informieren.

    Warum sollten auch bereits bekannte Nebenwirkungen gemeldet werden?

    Dass schwerwiegende Nebenwirkungen unbedingt gemeldet werden sollten, um sie in Zukunft zu vermeiden, leuchtet schnell ein. Aber ist es nötig, bereits bekannte oder nicht-schwerwiegende Nebenwirkungen zu melden? Ja! Manche Nebenwirkungen treten nur im Zusammenhang mit der Einnahme bestimmter weiterer Medikamente (Wechselwirkungen) oder bei bestimmten Patientengruppen (z. B. Kinder oder ältere Menschen) auf. Um solche Reaktionen besser vorhersehen zu können, werden so viele Daten wie möglich benötigt. Außerdem kann eine vermeintlich gelegentlich auftretende Nebenwirkung als häufig auftretend identifiziert werden, wenn vermehrt entsprechende Meldungen eintreffen.

    Auch wenn die Nebenwirkung für Sie vielleicht gar nicht relevant erscheint, leisten Sie mit der Meldung einen wichtigen Beitrag zur Arzneimittelsicherheit!

    Quellenangaben

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