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    Belastungsasthma, auch als Anstrengungsasthma bekannt, ist eine Form des Asthma bronchiale. Die typischen Asthma-Symptome werden durch körperliche Anstrengung ausgelöst, also vor allem beim Sport. Belastungsasthma tritt häufig zusammen mit anderen Formen des Asthma bronchiale auf, meist mit allergischem Asthma.

    Was sind die Symptome von Belastungsasthma?

    Die Symptome unterscheiden sich nicht sonderlich zu anderen Formen der Lungenkrankheit:

    • Husten
    • Kurzatmigkeit und Luftnot
    • Pfeifende Atmung
    • Engegefühl in der Brust
    • Zäher Schleim in den Bronchien

    Lediglich der Auslöser dieser Symptome ist ein anderer als bei dem „normalen“ Asthma bronchiale. Belastungsasthma wird durch körperliche Belastungen ausgelöst und tritt damit vor allem beim Sport auf.

    Ein Belastungsasthma-Anfall tritt meist 6 bis 8 Minuten nach Beginn der Anstrengung auf.

    Die Symptome können aber auch erst Stunden nach der körperlichen Betätigung ausbrechen.

    Wodurch entstehen die Anfälle beim Belastungsasthma?

    Wie für alle Formen des Asthma bronchiale gilt auch beim Belastungsasthma, dass die Ursachen noch nicht vollständig geklärt sind.

    Folgender Prozess spielt aber sicher eine Rolle:
    Die Luft wird beim Einatmen normalerweise durch die Nase gefiltert, erwärmt und angefeuchtet. Bei körperlicher Anstrengung beschleunigt sich unserer Atmung, sodass wir durch den Mund ein- und ausatmen. Die eingeatmete Luft wird also weder gefiltert, noch erwärmt oder angefeuchtet.

    Die Bronchien eines Asthmatikers sind dauerhaft gereizt und überempfindlich. Die „unbearbeitete“ Luft ist eine zusätzliche Reizung für die überempfindlichen Bronchien, sodass eine Entzündungsreaktion ausgelöst wird. Diese Entzündungsreaktion in den Bronchien löst den Asthmaanfall aus. Ist die Luft besonders kalt und trocken, wird dieser Effekt noch verstärkt.

    Wie kann Belastungsasthma festgestellt werden?

    Um Belastungsasthma festzustellen, findet zunächst die reguläre Asthma-Diagnostik statt:

    • Befragung nach den Symptomen und möglichen Auslösern
    • Abhören der Lunge
    • Lungenfunktionstest

    Darüber hinaus findet gegebenenfalls ein Belastungstest statt. Dieser Test wird unter ärztlicher Aufsicht auf einem Laufband oder einem Fahrrad-Ergometer durchgeführt.

    Unmittelbar nach dieser körperlichen Anstrengung wird eine Lungenfunktionsuntersuchung durchgeführt. Liegt ein Belastungsasthma vor, sind die Lungenwerte nach der Belastung deutlich schlechter als davor.

    Wie wird Belastungsasthma behandelt?

    Belastungsasthma kann ein Zeichen dafür sein, dass die Dauerbehandlung des Asthmas nicht ausreichend ist. Das sollte vom Arzt unbedingt überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.

    Ein akuter Anfall muss mit einem Notfallspray behandelt werden. Notfallsprays entspannen die verkrampfte Bronchialmuskulatur und erweitern dadurch die Atemwege. Das Atmen fällt leichter und der Anfall geht vorüber. Sollte diese Verbesserung nicht eintreten, muss ein Arzt hinzugezogen werden, der gegebenenfalls Sauerstoff oder weitere Medikamente verabreicht.

    Kann man trotz Belastungsasthma Sport treiben?

    Unbedingt! Viele Betroffene haben Angst vor körperlichen Anstrengungen, da sie die Symptome des Belastungsasthmas fürchten. Diese Angst ist sicherlich verständlich, führt aber in einen Teufelskreislauf:

    Belastungsasthma

    Bei Belastungsasthma ist es also besonders wichtig regelmäßig Sport zu treiben. Dabei sollten folgende Punkte unbedingt beachtet werden:

    • Wärmen Sie sich vorher ausreichend auf, um die Bronchien langsam vorzubereiten.
    • Kennen und beachten Sie Ihre Grenzen.
    • In einer Asthmaschulung lernen Sie, wie Sie mit den Medikamenten richtig umgehen und Ihre Symptome einschätzen können.
    • Nehmen Sie immer Ihr Notfallspray mit.
    • Bei Bedarf können Sie Ihr Notfallspray schon vor dem Sport benutzen (ca. 15 Minuten vorher)
    • Nach Möglichkeit sollten Sie beim Sport nicht alleine sein oder ein Handy dabei haben.
    • Meiden Sie negative Umgebungseinflüsse, wie kalte/ trockene Luft, große Höhen (über 2.000m), Pollenflug und kaltes Wasser

    Viele Spitzensportler leiden an Belastungsasthma.

    Mit der Wahl der richtigen Sportart können Sie sich und Ihren Bronchien etwas Gutes tun:

    • Schwimmen: Die warme, feuchte Luft reizt die Bronchien nicht oder deutlich weniger.
    • Wandern oder Walken, um die Belastbarkeit langsam zu steigern.
    • Spezielle Lungensportgruppen: Individuelles Trainingsprogramm unter Anleitung speziell ausgebildeter Übungsleiter und mit ärztlicher Betreuung. Sie eignen sich daher besonders bei starken Beschwerden und als Trainingsbeginn.

    Eher ungünstig sind Sportarten mit plötzlichen, starken Anstrengungen, wie Kraftsport. Üben Sie solche Sportarten nur unter Anleitung aus.

    Haben auch Sie bisher ein unsicheres Gefühl, trotz Ihres Belastungsasthmas Sport zu treiben? Trauen Sie sich ruhig! Beginnen Sie mit leichten Belastungen, die Sie nach und nach immer weiter steigern. Sie werden schnell merken, dass es Ihnen damit besser geht.

    Quellenangaben

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